Meisterporträt Türkspor Neu-Ulm II: Offensive als Prunkstück

So sehen Sieger aus: Die Meistermannschaft von Türkspor Neu-Ulm II.
So sehen Sieger aus: Die Meistermannschaft von Türkspor Neu-Ulm II. © Foto: Oliver Schulz
Von Detlef Groninger 18.07.2018

Der Klub Türkspor Neu-Ulm ist in der Fußball-Relegation ein gebranntes Kind. Schon drei Mal war der Vorzeigekader (derzeit in der Bezirksliga) in der Zusatzschicht um den Aufstieg gescheitert. Und auch die zweite Garnitur hatte 2016 ihre negativen Relegations-Erfahrungen auf dem Weg raus aus dem sportlichen Niemandsland sammeln müssen. „Wir waren schon Zweiter und Dritter. Da freut es uns umso mehr, dass es im dritten Anlauf dank der Meisterschaft direkt mit dem Aufstieg geklappt hat“, kommentiert Türkspor-Spielleiter Özgür Tan den Husarenstreich in der Kreisliga B Staffel IV.

In den 20 Partien wurde die völlig überforderte Konkurrenz quasi überrollt. Nur in zwei Spielen ging Türkspor Neu-Ulm II nicht als Sieger vom Platz – beides Mal sprang immerhin ein Unentschieden heraus.

Das Prunkstück war die Offensivabteilung, die mehrfach ein munteres Scheibenschießen veranstaltete. Nicht von ungefähr wurden der 38-jährige Mesut Ay und der eine Dekade jüngere Veysel Keyfli mit jeweils 25 Treffern gemeinsam Torschützenkönig der Liga. Ay, neben Volkan Yilmaz der einzige Akteur, der auch in der Bezirksliga gespielt hat, war in den vergangenen drei Runden der Liga-Top-Torjäger. „Sein Torhunger ist nicht gestillt. Er wird auch eine Klasse höher seine Treffer erzielen“, betont Tan.

Die Routine im Kader schien ein Übriges zum souveränen Erfolg beigetragen zu haben. Trotz eines Durchschnittsalters von fast 30 Jahren zeigten die 20 Kicker keine Abnutzungserscheinungen. Und Trainer Oliver Schult sorgte selbst bei diesen Routiniers noch für einen kleinen Leistungsschub. „Er hat einen großen Anteil an der Meisterschaft. Er hat uns spielerisch und taktisch weiter gebracht“, lobt Tan, der selbst noch als Kicker zum Einsatz kam und an Schults persönlichem Saisonhöhepunkt mit beteiligt war. Nach einer Flanke des eingewechselten Tan gelang dem ebenfalls eingewechselten Schult bei seinem einzigen Saisoneinsatz per Kopf der Treffer zum 10:2-Endstand im letzten Heimspiel gegen den TSV Langenau II.

Nun trennen sich aber die Wege. Schult steht beruflich bedingt nicht mehr zur Verfügung. Nachfolger wird der bisherige Mannschaftskapitän Salvatore Marino, auch Eishockeyspieler beim Landesligisten VfE Ulm/Neu-Ulm. Assistent wird Marinos bisheriger Mitspieler Mohammed Sarol. Zudem wird der Kader einer Verjüngungskur unterzogen. Sieben Talente rücken von der A-Junioren-Spielgemeinschaft mit dem VfL Ulm auf. Überdies sollen Eren Aksoy (vom TSV Langenau II) und Orhan Uyar (VfB Ulm) die Mannschaft verstärken. Tan: „Wir werden versuchen, die Kreisliga A/Iller über Jahre hinweg zu halten.“

94

Tore hat der ungeschlagene Meister Türkspor Neu-Ulm II in 20 Partien gefeiert und dabei lediglich 16 Gegentreffer kassiert. Das sind im Schnitt 4,7 erzielte Tore pro Partie.

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