Regionalliga Trotz fehlender Erfolge bleibt der SSV Ulm 1846 Fußball besonnen

Aufregung in Sinsheim. Nach Foul am Hoffenheimer Robin Szarka (13) sieht Fabian Gondorf (Zweiter von links) Rot. 
Aufregung in Sinsheim. Nach Foul am Hoffenheimer Robin Szarka (13) sieht Fabian Gondorf (Zweiter von links) Rot.  © Foto: APF
Ulm / Gerold Knehr 18.04.2017

Zwei Dinge sind bemerkenswert beim SSV Ulm 1846 Fußball: Die momentane Erfolglosigkeit – und die Art und Weise, mit der die Spatzen damit umgehen. Das 0:1 am Ostersonntag bei 1899 Hoffenheim II war die fünfte Begegnung in Folge, welche die Spatzen nicht gewinnen konnten. Aus den neun Punktspielen im Jahr 2017 holten die Ulmer magere sieben Pünktchen. Nur der FC Homburg ist momentan noch weniger erfolgreich als der SSV 46.

„Diese Ausbeute ist eindeutig zu wenig. Wir sind jetzt in der Pflicht“, nimmt Spielleiter Lutz Siebrecht kein Blatt vor den Mund. Doch von Panikattacken sind die Verantwortlichen weit entfernt. An Trainer Stephan Baierl, der einen Vertrag bis Sommer 2018 hat, wird trotz mancher Kritik an einer zu defensiven Spielweise vor allem bei Heimspielen nicht gerüttelt. „Das ist überhaupt kein Thema. Noch ist der Abstand zur Abstiegszone ausreichend. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch in Schwierigkeiten kommen. Am besten schon nächsten Sonntag“,  sagt Siebrecht. Da spielen die Ulmer beim Tabellen-Sechsten TuS Koblenz, der gestern Abend in Kassel einen 2:1-Sieg landete.

Im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage gegen eben jene Kasseler präsentierten sich die Ulmer in Sinsheim beim Hoffenheimer Bundesliga-Nachwuchs deutlich verbessert – auch wenn sich die Steigerung nicht im Resultat bemerkbar machte. Vor allem nach dem 0:1-Rückstand durch den Treffer von Joshua Mees (52.) spielten die Gäste mutig  nach vorne und kamen auch durch Richie Halili, der vier Torgelegenheiten vergab, und Janik Michel, der in der 71. Minute bei einem Pfostentreffer Pech hatte, zu guten Chancen. Ein Manko ist derzeit die Verwertung dieser Tormöglichkeiten – und ein Ende dieser Misere nicht absehbar. Thomas Rathgeber musste in der letzten Woche das Training verletzungsbedingt abbrechen. Beim eigentlich für Hoffenheim vorgesehenen David Braig brach im Abschlusstraining die ausgeheilt geglaubte Oberschenkel-Verletzung wieder auf. Bei beiden ist unsicher, ob sie am nächsten Sonntag in Koblenz wieder dabeisein können.

Fehlen wird in den nächsten beiden Begegnungen Johannes Reichert. Der Defensivmann wurde nach seiner Roten Karte vor einer Woche gegen den KSV Hessen Kassel wegen rohen Spiels für insgesamt drei Spiele gesperrt. Am Sonntag nun sah Nachwuchsmann Fabian Gondorf als bereits fünfter Spatz in dieser Saison Rot, zudem gab es dreimal Gelb-Rot gegen Ulmer Spieler. Alles Fälle von Disziplinlosigkeiten? Das Team wehrt sich gegen diesen Eindruck. „Unsere Mannschaft muss bei ihrer Spielweise oft an die Grenzen des Erlaubten gehen und manches riskieren, um beispielsweise gegnerische Konter zu unterbinden“, erklärt sich Siebrecht die Kartenflut gegenüber seinem Team.  Wobei sich im Falle Gondorf die Ulmer wie auch die Hoffenheimer einig waren, dass die Rot-Strafe überzogen war. Gleichwohl muss der 19-Jährige mit einer Pause von zwei Spielen rechnen.

Ein wenig ins Stocken geraten sind angesichts der jüngsten sportlichen Entwicklung die personellen Planungen für die Spielzeit 2017/18. „Wir arbeiten aber daran“, versichert Manager Siebrecht, dessen eigener Vertrag  beim SSV 46 im Sommer ausläuft. Gerüchten, denen zufolge er seinem Bekannten Markus Gisdol zum Hamburger SV folgen wird und dort die Leitung des Nachwuchs-Leistungszentrums übernehmen soll, weist Siebrecht  von sich. Allerdings macht er auch deutlich, dass gewisse Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten erfüllt werden müssen, damit er in Ulm weitermacht.

So spielten sie

1899 Hoffenheim II – SSV Ulm 46

1:0

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Celiktas, Krebs, Fassnacht – Hörger (81. Sapina), Gondorf – Nierlicho (87. Koch), Halili (81. Saric), Graciotti – Michel.
Tor: 1:0 Mees (52.).
Gelbe Karten: Posch – Michel, Halili, Hörger, Graciotti.
Rote Karte: Gondorf (84./grobes Foulspiel).
Schiedsrichter: Zorn (Freiburg).
Zuschauer: 270.

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