Fußball Torhüter Holger Betz und sein letzter Arbeitstag

Spatzen-Keeper Holger Betz läuft nach über 500 Partien für den SSV 1846 morgen im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim zum letzten Mal ins Ulmer Donaustadion ein.
Spatzen-Keeper Holger Betz läuft nach über 500 Partien für den SSV 1846 morgen im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim zum letzten Mal ins Ulmer Donaustadion ein. © Foto: Apprich
Ulm / Vogler 11.05.2018

Der „ewige Holger“ sagt Tschüss – und das nach über 500 Spielen im SSV-Trikot. Seine letzten 90 Minuten bestreitet Torhüter Holger Betz an diesem Samstag, dann ist der Deckel drauf auf eine beeindruckende Karriere.

Für Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 geht es im letzten Saisonspiel nur noch um die Endplatzierung – mit einem Heimsieg könnten die Spatzen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen – und darum, Torhüter Betz nach 25 Jahren im Verein einen erfolgreichen letzten Auftritt im Donaustadion zu schenken. „Wir wollen ihm einen gebührenden Abschied bereiten“, sagte Trainer Tobias Flitsch vor der Partie morgen (14 Uhr) gegen Waldhof Mannheim, bei denen es sportlich ebenso um nichts mehr geht.

Für beide Teams gilt es, die Balance zwischen vollem Elan und leichtem Schongang zu finden. Der SSV 46 steht am Pfingstmontag im WFV-Pokalfinale, der Tabellenzweite aus Mannheim bestreitet drei Tage später das erste Playoff-Spiel zur dritten Liga gegen den KFC Uerdingen. 

Nach drei Niederlage in Serie stellt sich beim SSV 46 freilich die Frage: Kann ein aus dem Tritt geratenes Team in wenigen Tagen noch einmal so in Schwung kommen, dass es im Pokalfinale seiner Favoritenrolle gerecht wird. „Es gibt keinen Spannungsabfall, das Team funktioniert super“, stellt Flitsch fest. „Man darf jetzt nicht alles schlecht reden. Wir wollen gegen Mannheim gewinnen, jeder Spieler wird Vollgas geben“, sagt der SSV-Coach.

Erst recht Torhüter Betz, der als einziger Akteur seiner Mannschaft in der laufenden Runde alle bisherigen 35 Ligaspiele absolviert hat. Der oftmals im laubfroschgrünen Trikot auflaufende Routinier soll gebührend verabschiedet werden. Dazu hat der Verein extra eine Fan-Kollektion bestehend aus T-Shirt und Schal herausgebracht, die beim Heimspiel erhältlich sein wird.

Wie abgesprochen, wird sein Stellvertreter Kevin Birk im Pokalfinale im Tor stehen. Betz ist der einzige aus dem Bundesligateam 1999/2000, der überhaupt noch aktiv ist. Und er bleibt dem SSV 46 als Torwarttrainer auch weiterhin erhalten. Fehlen wird den Ulmern gegen Mannheim aller Voraussicht nach Ardian Morina – nach seiner Knöchelverletzung nimmt er bereits wieder am Lauftraining teil. Geschont werden könnte wohl Christian Sauter (Oberschenkelzerrung) und Johannes Reichert (Muskelfaserriss). Dafür kehren Thomas Rathgeber und David Braig nach ihren Gelbsperren genauso zurück wie Steffen Kienle.

Erst nach dem Pokalfinale will der Verein offene Personalentscheidungen bekannt geben. Kein Thema wird Pedro Allgaier vom FV Illertissen sein. Der Abwehrmann wechselt zum VfB Stuttgart II. Dafür will der Verein die auslaufenden Verträge mit Alper Bagceci und Tim Göhlert sowie Stürmer Rathgeber (elf Saisontore), an dem Nachbar Illertissen großes Interesse zeigt, unbedingt verlängern.

Als weiterer Co-Trainer neben Sven Ackermann stößt wie Chefcoach Holger Bachthaler von RB Salzburg Philipp Maier zu den Spatzen. In der Region kein Unbekannter, er war schon beim 1. FC Heidenheim und TSV Neu-Ulm tätig und wird maßgeblich für Spielanalyse zuständig sein.

Auf- und Abstieg in der Regionalliga Südwest

Vor dem letzten Spieltag stehen der Meister 1. FC Saarbrücken (spielt gegen 1860 München) und der Vize Waldhof Mannheim (gegen KFC Uerdingen) für die Aufstiegsspiele in die dritte Liga fest. Neben Röchling Völklingen (19./24 Punkte) werden noch zwei bis maximal vier Absteiger (wenn kein Südwestverein aufsteigt) gesucht. Die schlechtesten Karten haben Schott Mainz (18./32), Stuttgarter Kickers (17./33), Hessen Kassel (16./35) TuS Koblenz (15./36). wfv