Fußball SV Jedesheim vor Kreisliga-Spitzenspiel

Jürgen Haller ist dem SV Jedesheim treu.
Jürgen Haller ist dem SV Jedesheim treu. © Foto: Oliver Schulz
Jedesheim / Detlef Groninger 14.04.2018

Jürgen Haller hat die fußballerische Sonnenseiten schon im ganz großen Stil miterleben dürfen. Als Schriftführer des FC Bayern München Fanclubs „Red White Dynamite“ Schießen war er beim Champions-League-Sieg des deutschen Rekordmeisters 2013 im Londoner Wembley Stadion. Mit seinem Heimatverein SV Jedesheim war seit 1995 dagegen in den bedeutungslosen Niederungen der Kreisliga B/Iller sportliche Schmalkost angesagt. Doch nun klopft die Mannschaft um Spielertrainer Dennis Aust vor dem Gipfeltreffen morgen (15 Uhr) beim nur zwei Punkte besseren Spitzenreiter TSV Senden (46 Zähler) vehement an die Tür vom Fahrstuhl nach oben.

„So wie wir dastehen, muss für uns mindestens Platz zwei herausspringen. Alles andere wäre enttäuschend“, spricht der Sportliche Leiter der Jedesheimer Klartext. Am nächsten Wochenende empfängt Jedesheim den FC Illerkirchberg (40), den Dritten im Bunde der Überflieger.

Wobei Relegationsplatz zwei möglichst vermieden werden soll. Gebrannte Kinder scheuen ja das Feuer. Schon 2001, 2002 und 2016 vergab der Klub in der Zusatzschicht die Chance auf den Sprung nach oben. Mit Routinier Karlheinz Wöhr steht im jetzigen Kader ein Akteur, der das Drama jedes Mal miterleben musste. Er gehörte nicht zu der Generation Fußball-Söldner, die 1994 fluchtartig den Verein verlassen hatten. „Damalige Geldgeber hatten den Hahn zugedreht, zehn Spieler gingen“, erinnert sich Haller. Der damalige Trainer Manfred Hollweck ist heute noch als „Mädchen für alles“ im Abteilungsgremium eingebunden. In den folgenden 22 Jahren blieb der große Wurf aus. Und 2009 stand die Fußballsparte nach dem plötzlichen Tod des Abteilungsleiters ganz vor dem Aus. „Es lag vieles brach“, gesteht Haller. Der damals erst 24 Jahre alte Christian Alraum, mittlerweile Abteilungs- und Jugendleiter, sorgte aber dafür, dass es weiterging. „Er hält den Laden zusammen“, lobt Haller.

Zudem profitieren die Jedesheimer vom Nachbarn FV Illertissen. „Wir haben von dort Zulauf von Spielern, die nicht den Sprung in die Regionalliga- oder Landesligamannschaft schaffen“, bekennt Jürgen Haller, Entwicklungsingenieur bei einem Handyhersteller in Ulm. Fünf der 16 Akteure des Kaders der ersten Garnitur haben eine Vergangenheit beim FVI, darunter die Glaser-Brüder Toni, Benedikt und Uli. Zehn Kicker stammen aus Jedesheim. „Den Spielern gefällt es bei uns. Wir kehren nach den Spielen immer noch für ein oder zwei Getränke beim Gegner im Vereinsheim ein. Selbst in der Kreisliga B gibt es nicht mehr viele Mannschaften, die das tun“, betont Haller.

Zwei große Feiern geplant

Sollte tatsächlich der Aufstieg gelingen, kündigt er schon neben dem „Sound und Nature-Festival“ (Anfang August) eine zweite Sause im 1400 Einwohner großen Stadtteil von Illertissen an. SVJ-Sportchef Haller: „Da gibt es dann noch eine Jedesheimer Festwoche.“

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