SSV Ulm 1846 Fußball Ernüchterung nach der Pokal-Sensation

Bitteres Ende für Johannes Reichert (vorne) und Steffen Kienle: Worms traf kurz vor dem Schlusspfiff und fügte dem SSV Ulm 1846 damit die ersten Saisonniederlage zu.
Bitteres Ende für Johannes Reichert (vorne) und Steffen Kienle: Worms traf kurz vor dem Schlusspfiff und fügte dem SSV Ulm 1846 damit die ersten Saisonniederlage zu. © Foto: Eibner
Ulm / Winfried Vogler 22.08.2018
Der „Pokalsiegerbesieger“ SSV Ulm 1846 ist drei Tage nach dem Überraschungscoup gegen Eintracht Frankfurt in der Regionalliga gestolpert. Bei Wormatia Worms setzte es mit 0:1 die erste Saisonniederlage.

Der Rausch ist verflogen. Drei Tage nach der Pokal-Gala ist Fußball-Regionalligist SSV Ulm 1846 im Liga-Alltag angekommen. Den Rückenwind aus dem Triumph gegen Erstligist Eintracht Frankfurt konnten die Spatzen beim gestrigen Auswärtsspiel gegen  Wormatia Worms nicht mitnehmen. Durch einen Treffer in der 89. Spielminute kassierte die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler im fünften Saisonspiel die erste Niederlage.

Torloses Remis – bis kurz vor Schluss

„Das 0:1 ist für uns ganz bitter. Als wir hinten raus mehr Spieldominanz hatten, so ein Gegentor zu bekommen. Der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen, sie hat bis zur letzten Sekunde alles versucht“, sagte Bachthaler. Eine Unstimmigkeit von Torhüter Christian Ortag und Johannes Reichert bescherte den Gastgebern in der Schlussphase einen unnötigen Eckball, es war erst der zweite im gesamten Spiel für Worms. Nach einer zu kurzen Abwehr „konnten wir den zweiten Ball nicht kontrollieren“, wie Bachthaler registrierte, was die Platzherren zum umjubelten Siegtreffer durch Dimitrios Ferfelis nutzten – in einem Spiel, das nicht mehr als ein torloses Remis verdient gehabt hätte.

Der SSV 46 musste sich damit von seiner erfolgreichen Bilanz mit acht ungeschlagenen Spielen gegen Worms (sechs Siege, zwei Unentschieden) verabschieden. Gegenüber dem DFB-Pokalspiel änderte der SSV-Coach seine Startelf auf vier Positionen. Lukas Hofmann ersetzte den verletzten Kapitän Florian Krebs in der Innenverteidigung. Ardian Morina, dessen Bänderverletzung sich überraschend als nicht so schwerwiegend herausgestellt hat, nahm genauso auf der Bank Platz wie die beiden Torschützen aus dem Pokalhit, Steffen Kienle und Vitalij Lux. Dafür bildeten David Braig und Thomas Rathgeber das Sturmduo, Adrian Beck agierte im Mittelfeld.

Zwei gute Möglichkeiten

Erste Schrecksekunde nach 13. Minuten für die Ulmer. Nach einem Freistoß aus 25 Metern ließ Torhüter Ortag den Ball fallen, der jedoch am Pfosten liegen blieb. Weitere Strafraumszenen waren Mangelware, beide Abwehrreihen dominierten das Geschehen. Der nächste Aufreger noch kurz vor der Pause, als Lennart Stoll nach einem rüden Einsteigen eines Wormsers den Platz mit einer Knieverletzung verlassen musste. Für ihn gab Tino Bradara (40.) sein Saisondebüt. „Die Stoll-Verletzung hat uns um unsere Möglichkeiten gebracht“, sah Bachthaler einen wesentlichen Grund für die Niederlage.

Die frühe Auswechslung machte den Plan des 43-Jährigen zunichte, mit den Einwechslungen von Lux, Kienle und Morina Mitte der zweiten Halbzeit für Spieldominanz zu sorgen. Zwar hatten die Ulmer durch David Braig zwei gute Möglichkeiten nach jeweiliger Vorarbeit von Kienle, doch dem Stürmer fehlte beim Abschluss die Präzision. „Es gilt, das Spiel abzuhaken und sich auf die nächste Aufgabe voll zu konzentrieren“, befand Bachthaler. Am Samstag (14 Uhr) erwarten die Spatzen  mit dem FC Homburg den aktuellen Tabellenführer im Donaustadion.

Das könnte dich auch interessieren:

So spielten sie

Wormatia Worms – SSV Ulm 1846

1:0

SSV Ulm 46: Ortag – Stoll (40. Bradara), Hoffmann, Reichert, Schindele, – Gutjahr, Campagna, Beck, Nierichlo (58. Morina) – Rathgeber (62. Kienle), Braig.
Tor: 1:0 Ferfelis (89.)
Gelbe Karten: Ihrig, Dorow, Demir – Reichert, Campagna, Morina.
Schiedsrichter: Gasteier (Weisel)
Zuschauer: 1036.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel