Den größten Erfolg dieser Fußballsaison haben sich die Spatzen bis zum letzten Spiel aufgehoben. Der Favorit SSV Ulm 1846 Fußball besiegte im WFV-Pokalfinale den Außenseiter TSV Ilshofen 3:0. Den ersten Treffer für den Regionalligisten erzielte Johannes Reichert in der 9. Minute, ein Doppelschlag von Steffen Kienle (30., 43.) brachte bereits zur Pause eine Vorentscheidung.

Der Rest war pure Ekstase. Über 1000 überglückliche Anhänger der Spatzen feierten auf den Rängen des Gazi-Stadions den achten WFV-Pokalerfolg des Traditionsklubs. Damit ist der SSV 46 nunmehr alleiniger Rekordsieger ­– sieben Mal war bislang der VfR Aalen erfolgreich.

Trainer Tobias Flitsch hatte Tränen in den Augen, als Kapitän Florian Krebs den Pokal, überreicht von WFV-Präsident Matthias Schöck, in die Höhe stemmte. Der erhoffte und letztlich nie gefährdete Triumph bringt die Ulmer in der kommenden Saison in den DFB-Pokal – und Flitsch verabschiedete sich in seinem letzten Spiel als Spatzen-Trainer mit einer tollen Erinnerung. „Ich freue mich über den Titel, das ist etwas ganz Besonderes. Das, was wir geleistet haben, das war groß“, sagte Flitsch. Einen besseren Abschied vom SSV 46 hätte er sich nicht wünschen können.

Dank den eigenen Anhängern

Flitsch triumphierte ausgerechnet in der Arena, in der er nächste Saison als Trainer der Stuttgarter Kickers arbeiten sein wird. „Das war quasi mein erster Heimsieg“, strahlte der 38-Jährige, der ein Riesenlob an die vielen mitgereisten Anhänger aussprach. „Unsere Fans haben uns toll unterstützt, das hat uns beflügelt.“

Die Rollen in Degerloch waren nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Spielfeld speziell in der ersten Hälfte klar verteilt. Für keine Überraschung hatte Flitsch schon vor dem Anpfiff gesorgt. Wie angekündet war bis auf Kevin Birk für den bereits im Urlaub befindlichen Holger Betz alle Stammspieler in der Anfangsformation. Auf der Bank – eine besondere Geste – saßen alle restlichen Spieler aus dem Kader.

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Das 3:0 zur Pause konnte angesichts von mindestens fünf vergebenen hochkarätigen Torchancen des SSV 46 noch als glücklich für den Sechstligisten gelten, aber jenseits der Statistik vermittelte der Außenseiter einen robusten Eindruck, allerdings ohne Torgefahr. Zur Pause nahm die Spatzen  den Glauben an den Pokalerfolg bereits mit in die Kabine. Die Frage war, ob der Underdog dem überlegenen Regionalligisten weiterhin Paroli bieten könnte.  Prompt folgte die Antwort: Der SSV 46 ließ es gemächlicher angehen, so kam Ilshofen nach 54 Minuten zum ersten Eckball.

Nach 92 Minuten, in denen der Favorit aus Ulm die im zweiten Durchgang doch aufmüpfigeren Ilshofener in die Schranken verwiesen hatte, war Schluss.

Auf der Tribüne atmete der neue SSV-Trainer Holger Bachthaler erleichtert durch. „Ich freue mich für die Mannschaft, den Erfolg hat sie verdient“. Mit DFB-Pokal-Auftritten kennt er sich aus: Als Trainer des FV Illertissen spielte er bereits gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen auf nationaler Ebene. Die SSV-Kurve explodierte dann vor Freude. Ein Großteil der Mannschaft, deren Freudengesänge noch lange nach Abpfiff aus der Kabine hallten, hebt am Dienstag für einige Tage zum kollektiven Mallorca-Urlaub ab.

So spielten sie


TSV Ilshofen – SSV Ulm 1846
Fußball

0:3

SSV 46: Birk – Schmidt, Krebs
(60. Neziri), Schindele, Kammerbauer
– Kienle (74. Bradara), Campagna, ­Reichert, Sauter (79. Bagceci) – ­Rathgeber (89. Celiktas), Braig.
Tore: 0:1 Reichert (8.), 0:2, 0:3 Kienle (30., 43.).
Gelbe Karten: Schmelzle – Sauter, Campagna, Braig.
Schiedsrichter: Lehmann
(Seitingen-Oberflacht).
Zuschauer: 3845 im Gazi-Stadion.