SSV SSV Ulm 1846 ist Oberliga-Meister

Ulm / Pforzheim / WINFRIED VOGLER. 14.05.2016
Als Schiedsrichter Andreas Rinderknecht aus Ergenzingen das Spiel des SSV Ulm 1846 Fußball gegen den 1. CfR Pforzheim abgepfiffen hatte und der Stadionsprecher unmittelbar danach die 2:3-Niederlage des FC Nöttingen verkündete, gab es kein Halten mehr.
Nicht auf dem Platz, nicht auf den Rängen des Holzhof-Stadions, wo ungefähr 250 Ulmer Fans in die Jubelgesänge einstimmten. Nach dem 3:0 (3:0)-Sieg des SSV 46 und der gleichzeitigen Niederlage von Verfolger Nöttingen waren Spieler und Fans schlagartig im schwarzweißen Ausnahmezustand, der wohl bis in den Sonntagmorgen hinein dauern wird und spätestens in einer Woche beim letzten Saisonspiel gegen den RV Ravensburg und einer offiziellen Feier mit Übergabe des Meisterwimpels fortgesetzt wird. Doch drehen wir die Uhr ein paar Stunden zurück. Natürlich durfte das „M-Wort“, das man im Umfeld der Mannschaft lange mied, auch vor dem Anpfiff der Partie bei den Goldstädtern nicht ausgesprochen werden.

Es waren bei einem Punkt Vorsprung auf Nöttingen einen Spieltag vor Saisonende durchaus letzte Restzweifel vorhanden. Aber als der Ball rollte, legte der Spitzenreiter gleich los wie die Feuerwehr. Schon in der ersten Spielminute kam Felix Hörger aussichtsreich zum Torschuss, den der einheimische Torhüter aber mit dem Fuß abwehrte, den Nachschuss von David Braig hielt er sicher. Ein Auftakt nach Maß, wie Trainer Stephan Baierl bestätigte: „Wir haben nahtlos an die Schlussphase der Heimpartie gegen Bissingen angeknöpft.“ Das erste Gästetor ließ nicht lange auf sich warten. Nach herrlicher Vorarbeit von Burak Coban erzielte David Braig (6.) aus kurzer Distanz die Ulmer Führung. Davon beflügelt legten die Spatzen in der 19. Minute erneut durch den Ulmer Torjäger mit seinem 26. Saisontreffer nach. Einen Freistoß von Marco Hahn, der für den mit einer Oberschenkelzerrung nicht einsatzfähigen Olcay Kücük in die Startformation kam, vollstreckte Braig mit dem Kopf. Als dann nach einer mustergültigen Kombination über den furios aufspielenden Burak Coban und Florian Krebs Bastian Heidecker mit dem 3:0 (23.) für riesigen Jubel bei den SSV-Fans sorgte, war die Partie bereits entschieden. „Dem hohen Aufwand mussten wir etwas Tribut zollen“, begründete Trainer Baierl, warum seine Elf anschließend einen Gang zurück schaltete.

Sie dominierte zwar in der Folge das Spiel weiterhin klar, verwaltete aber den Vorsprung eher alsdass sie versuchte ihn auszubauen. In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel dahin und unter den Ulmern Fans gab es nur noch die Frage nach dem Stand der Partie in Sandhausen. Immer wieder tönte aus dem Ulmer Block frenetischer Jubel durch das Stadion. Während Trainer Baierl keine Miene verzog, ahnten die Ersatzspieler auf der Ulmer Bank bereits die Schützenhilfe aus Sandhausen, wie Doppeltorschütze Braig, der in der 77. Minute ausgewechselt wurde, hinterher bestätigte. Das Treiben auf dem Rasen wurde schließlich zur Nebensache: Als der Stadionsprecher dann die Botschaft aus Sandhausen verkündete, bebte der Ulmer Fanblock. Innerhalb weniger Sekunden war der Rasen im Holzhof-Stadion von jubelnden Ulmer Fans bevölkert, die gemeinsam mit der Mannschaft die frühzeitige Meisterschaft der Oberliga feierten.

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