Ulm SSV Ulm 1846 Fußball: Immer wieder 2:2

Gerold Knehr 04.11.2017
Der SSV Ulm 1846 Fußball hat in der Regionalliga seinen Ruf als Unentschieden-König untermauert. Die Spatzen kamen trotz einer knapp halbstündigen Überzahl im Donaustadion gegen Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf nicht über ein 2:2 hinaus.

2:2 – dieses Resultat wird beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball zur unliebsamen Gewohnheit. Vier der letzten sechs Spiele endeten so. Auch das gestrige Heimspiel gegen Eintracht Stadtallendorf.

Noch mehr Kuriositäten aus der Spatzen-Statistikabteilung: Das 2:2 gegen den hessischen Regionalliga-Aufsteiger war das dritte Remis in Folge, das fünfte Unentschieden in den letzten sechs Spielen und das neunte Remis insgesamt in der laufenden Saison. „Ich bin von dieser Unentschieden-Serie genervt, wir wollten sie beenden“, stöhnte Ulms Trainer Tobias Flitsch. Dass sein Team seit nunmehr elf Punktspielen und wettbewerbsübergreifend (inklusive WFV-Pokal) sogar 13 Mal in Folge ungeschlagen ist, war am gestrigen Nachmittag nur ein schwacher Trost.

Zweimal geriet der SSV Ulm 1846 Fußball in Rückstand, beide Male durch Stadtallendorfs Mittelstürmer mit dem schönen Namen Del Angelo Williams, der beide Male nach Ballverlusten von der Ulmer Defensive relativ unbelästigt blieb. In der 18. Minute erzielte er aus zentraler Position das 1:0 für die Gäste, in der 39. Minute war er nach einem Missverständnis zwischen Christian Sauter und Tim Göhlert und dem daraus resultierenden Ballverlust erneut zur Stelle und traf zum 2:1 – allerdings aus abseitsverdächtiger Position.

Und die Ulmer? Sie benötigten zwei Strafstöße, um jeweils auszugleichen. Beide Male verwandelte Thomas Rathgeber sicher. Den ersten Elfmeter hatte Stadtallendorfs Torhüter Hrvoje Vincek verursacht, der im Bemühen, einen Fehler wieder gutzumachen David Braig an der Strafraumecke umsenste. Rathgeber, der nach seiner Gelbsperre ins Team zurückgekehrt war, traf halbhoch rechts zum 1:1 (28.). In der 63. Minute wehrte Eintracht-Abwehrspieler Kristian Gaudermann nach einem Kopfball-Aufsetzer den Ball mit der Hand auf der Torlinie ab. Schiedsrichter Tobias Doering zeigte dem Stadtallendorfer die Rote Karte und deutete zum zweiten Mal an diesem Nachmittag auf den Elfmeterpunkt Auch diesen Strafstoß verwandelte Rathgeber mit kurzem Anlauf zum das 2:2 (64.).

Ein knappe halbe Stunde in Überzahl – das hätte eigentlich ein Trumpf für den SSV 46 sein müssen, dessen Kapitän Florian Krebs in der Halbzeit wegen Problemen am Sprunggelenk in der Kabine geblieben war. Doch das Mittelfeld der Spatzen fand vor der erneut enttäuschenden Kulisse von nur 995 Zuschauern keinen Zugriff auf das Spiel. „Wir haben in Überzahl viel zu hektisch gespielt und keine Ruhe am Ball gehabt“, musste Flitsch zerknirscht zugeben. Und hätte Torhüter Holger Betz in der Nachspielzeit bei einem Kopfball von Laurin Vogt nicht so hervorragend reagiert, wären die Ulmer sogar mit der ersten Niederlage seit dem 26. August (2:3 beim TSV Steinbach) vom Platz gegangen.

Info:

SSV Ulm 1846 Fußball – Eintracht Stadtallendorf 2:2 (1:2)

Ulm: Betz – Bradara, Krebs (46. Michel), Göhlert, Celiktas – Bagceci, Reichert, Sauter, Morina (77. Nierichlo) – Rathgeber, Braig.

Tore: 0:1 Williams (18.), 1:1 Rathgeber (28./Foulelfmeter), 1:2 Williams (39.), 2:2 Rathgeber (64./Handelfmeter) – Gelbe Karten: Michel – Abdul, Döringer – Rote Karte: Gaudermann (63.) wegen absichtlichen Handspiels – Schiedsrichter: Doering (Brigachtal) – Zuschauer: 995.