Beim 1:1 zwischen SSG Ulm 99 gegen Türkspor Neu-Ulm in der Bezirksliga vor 1200 Zuschauern kochten die Emotionen hoch. Was an Schiedsrichter Peter Strobel (Kirchheim am Ries) lag. Ihm entglitt nach einer Stunde mit zweifelhaften Entscheidungen die Begegnung. „Es kam kein Spiel mehr zustande. Die Partie hat nur vom Unverständnis über die Entscheidungen gelebt“, sagt Ulms Trainer Bernd Pfisterer. Kurzzeitig drohte sogar der Abbruch. Ein mit den Neu-Ulmern sympathisierender Zuschauer war bei einer Spielunterbrechung auf den Rasen in Richtung Schiedsrichter gestürmt (68.). Türkspor-Spieler brachten den Fan wieder hinter die Balustrade.

Drei Türkspor-Spieler sehen nach umstrittenen Entscheidungen Gelb-Rot

Danach schickte Strobel mit Gjentijan Haxhijaj (75.), Ilir Tupella (81.) und Özhan Aksoy (86.) gleich drei Gäste-Spieler mit Gelb-Rot vom Feld. Keine der drei Platzverweise war zwingend nachvollziehbar. „Es tut mir leid für Türkspor“, sagte Pfisterer, dessen Schützlinge außer bei den beiden von Björn Haußer (5.) und Michael Malheiro da Silva (11.) verschossenen Foulelfmetern keine Torgefahr ausstrahlten. 

Beide Strafstöße waren berechtigt, beide parierte Türkspor-Torwart Ediz Özer. Das war indirekt der Weckruf für die Neu-Ulmer. „Wir machen dann aus dem Nichts das 1:0 und halten auch mit drei Mann weniger sehr gut dagegen. Bei so einem Spitzenspiel sollte auch ein Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl angesetzt werden“, betonte Neu-Ulms Kicker Marc Oliver Hämmerle.

Cemre Onay (31.) brachte die Mannschaft von Trainer Salih Altintas bei der ersten gefährlichen Situation vor dem Ulmer Gehäuse in Führung. Ilir Tupella (49.) hätte für die Vorentscheidung sorgen können, scheiterte aber frei an SSG-Torwart Patrick Apel.

Später Ausgleich für die SSG Ulm 99 sorgt für aufgebrachte Menge

Vor den Augen des neuen Türkspor-Trainers Ünal Demirkiran, der seinen bisherigen Assistenten Ismail Tasgin vom Stadtrivalen TSV mitbringen wird, brachte dann der späte SSG-Ausgleich durch Jonathan Bölstler (90.+3) per Kopf das Fass fast zum Überlaufen. Zumal der vorausgegangene Eckball, wie von mehreren Seiten bestätigt, unberechtigt war. Özer und SSG-Ordner geleiteten anschließend den im zweiten Abschnitt überforderten Strobel vor der zum Teil aufgebrachten Menge in die Kabine.

Altintas war nach dem Abpfiff angefressen, versuchte aber die Benachteiligung durch den Schiedsrichter in positive Energie umzuwandeln. „Dieses Spiel wird uns stark machen und noch mehr motivieren.“ Sein Kollege Pfisterer konnte den Ärger nachvollziehen und machte ihm sogar Hoffnung auf die Wachablösung zwischen beiden Teams bis zum Saisonende. „Wir werden wohl noch patzen“, sagte er. Um aber gleich hinzuzufügen: „Das ist aber kein Versprechen.“  

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