Die Auswärtsallergie der Regionalliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 hält an. Im vierten Spiel in Folge kassierte die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler in der Fremde eine Klatsche. Ausgerechnet beim abstiegsbedrohten FC Astoria Walldorf verlor der SSV 46 trotz einer 1:0-Halbzeitführung durch zwei Treffer in der Schlussphase noch mit 1:2.

Dabei zählten die Gastgeber zu den bislang heimschwächsten Mannschaften der Regionalliga und waren zuhause bei zwölf Auftritten erst zweimal siegreich. Die Spatzen kassierten dagegen im zwölften Versuch ihre siebte Auswärtsniederlage.

Blamable Leistung der Spatzen

Für das, was den Ulmern in Walldorf widerfahren ist, gibt es im Deutschen viele Begriffe: reingelegt, ausgetrickst, über den Löffel blamiert oder einfach nur peinlich. Egal welche Definition, alles wäre an diesem Nachmittag für die vom SSV 46 in der zweiten Halbzeit dargebotene blamable Leistung zutreffend gewesen. Dabei sah die Bachthaler-Truppe, die in der gleichen Aufstellung wie am vergangenen Dienstag beim 1:0-Heimerfolg gegen die SV Elversberg in dieser abschließenden Partie der Englischen Woche angetreten war, nach der frühen Führung durch den Treffer von Florian Krebs (6.) wie der sichere Sieger aus. Denn in der Folge verzeichneten die Ulmer gegen eine mehr als harmlose Heimelf eine Vielzahl hochkarätiger Möglichkeiten.

Einen strammen Distanzschuss von Marcel Schmidts (13.) lenkte der einheimische Torhüter zur Ecke, Vinko Sapina (28.) köpfte das Spielgerät nach einem Eckball an die Latte, Nicolas Jann (31.) brachte den Ball freistehend an dem Walldorfer Zerberus aus kurzer Entfernung nicht vorbei und Ardian Morina (35.) zögerte in aussichtreicher Position viel zu lange beim Abschluss. Nur einige einer ganzen Reihe von glänzenden Torchancen, die aufgrund einer deutlichen Überlegenheit der Gäste vorhanden waren.

Eine jämmerliche Chancenverwertung und eine frappierende Ulmer Überheblichkeit verhinderte aber ein zur Pause durchaus mögliches und eigentlich logisches höheres Resultat als die knappe Ein-Tore-Führung. Die hielt zwar noch bis zur 80. Minute. Dann jedoch nutzten die Platzherren ihre erste Möglichkeit gleich zum Ausgleich. Der Auftakt zu einer planlosen Schlussphase der Ulmer, bei denen Mannschaftskapitän Krebs gelb-rot-gefährdet in der 58. Minute das Feld für Michael Schindele verlassen hatte. Und diese Partie drehte sich vollends zugunsten der Einheimischen. Der Walldorfer Siegtreffer in der 89. Minute war nur noch die logische Folge für ein desolate Ulmer Leistung.

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