Glücksgefühle waren gestern, heute dominiert schon wieder der Liga-Alltag beim Fußball-Regionalligisten SSV Ulm 1846. Aus der Nachbesprechung zum 3:1-Heimsieg gegen Watzenborn-Steinberg wurde schnell eine Vorbesprechung. Denn bereits am Dienstag (19 Uhr) steht die Nachholpartie beim FK Pirmasens an.

Beim Abschlusstraining hatten sich die Reihen in der Friedrichs­au ziemlich gelichtet, der eine oder andere Spieler musste Blessuren auskurieren. Abwehrspieler Johannes Reichert schmerzte ein dicker Knöchel, Mittelfeldmann Christian Sauter brummte noch der Schädel nach einem Schlag auf den Kopf. Dass heute alle wieder an Bord sind, scheint fraglich, zumal sicher ist, dass Olcay Kücük nach seiner Roten Karte noch eine Partie gesperrt ist und Kapitän Florian Krebs sowie Stürmer Thomas Rathgeber nach der fünften Gelben Karte ein Spiel pausieren müssen. „Gehöriger Aderlass“, stöhnt Trainer Stephan Baierl, „das hatten wir im bisherigen Saisonverlauf noch nie in dieser Intensität“.

Bei den Spatzen könnte also die Stunde der Reservisten schlagen. „Ich werde Spielern die Gelegenheit geben, die länger im zweiten Glied gestanden haben“, kündigte der Trainer an. „Deshalb haben wir einen großen Kader.“ So dürfte Tino Bradara nach seinem Regionalligadebüt am Samstag zu seinem zweiten Einsatz als rechter Außenverteidiger kommen. Benjamin Sturm, der letztmals gegen Hessen Kassel (4. Oktober) in der Startelf gestanden hat, könnte Kapitän Krebs in der Innenverteidigung genauso vertreten wie Felix Hörger oder Antonio Pangallo, der nach seiner langen Verletzungspause seit einigen Wochen wieder regelmäßig am Mannschaftstraining teilnimmt. Während die Defensive weitgehend steht, könnten sich im Mittelfeld gerade Felix Nierichlo und Fabian Gondorf mit einer starken Leistung für weitere Aufgaben empfehlen. Baierl lässt noch offen, ob er in der Offensive nur mit einer Spitze (David Braig) oder als Ersatz für Rathgeber mit Janik Michel oder Ndriqim Halili spielen wird.

Gegner Pirmasens holte aus den letzten drei Duellen nur einen Punkt, zuletzt gab es Niederlagen in Kassel und in Koblenz. Im heimischen Stadion Husterhöhe sammelten die Südwestpfälzer bislang erst elf Punkte (drei Siege, zwei Remis). Sie zählen damit zu den schlechtesten Heimteams der Regionalliga. „Statistik ist zweitrangig, darauf gebe ich gar nichts“, betont Baierl. „Nach dem guten Start in die englische Woche darf es kein Zurücklehnen und Ausruhen geben“, fordert der Trainer.