SSV Ulm 1846 Fußball Spatzen punkten dank Thomas Rathgeber und Holger Betz

Gerold Knehr 06.11.2017
Zwei von Tobias Rathgeber verwandelten Strafstößen und einer Glanzparade von Torhüter Holger Betz hat Regionalligist SSV Ulm 1846 Fußball das 2:2 gegen Eintracht Stadtallendorf zu verdanken.

Im Donaustadion steht eine neue, solarbetriebene Anzeigentafel. Nach den 90 Minuten der Regionalliga-Begegnung zwischen dem SSV Ulm 1846 Fußball und Eintracht Stadtallendorf prangte ein 2:2 am Board. Darüber der Slogan des Spatzen-Hauptsponsors Stadtwerke Ulm: Verlass dich drauf.

Tatsächlich können sich die Anhänger des SSV 46 auf ein Remis, speziell ein 2:2, mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen. Vier Mal in den letzten sechs Spielen haben sich die Ulmer mit diesem Resultat von ihrem Gegner getrennt.  Sollte der neuen Anzeigentafel also angesichts des berüchtigten Ulmer Herbstnebels demnächst der Saft ausgehen,  wäre das nicht schlimm: das Resultat könnte (be)stehen bleiben.

Das neunte Unentschieden in dieser Saison, davon fünf in den letzten sechs Begegnungen, offenbarte einmal mehr die Mängel im Spiel der Spatzen, die ab der 63. Minute in Überzahl spielten. Gästeakteur Kristian Gaudermann hatte mit einem Handspiel auf der Torlinie einen Kopfballtreffer von Tim Göhlert verhindert und Rot gesehen. Gegen zehn Stadtallendorfer war der SSV 46 jedoch nicht in der Lage, ein konstruktives Spiel aufzuziehen. Im Gegenteil, in der Nachspielzeit hatten die Ulmer Glück, dass Torhüter Holger Betz mit einer Riesenparade den Kopfball von Laurin Vogt noch abwehrte. Ansonsten hätten die Ulmer mit 2:3 verloren.

Die beiden Stadtallendorfer Tore durch  Del Angelo Williams fielen jeweils nach demselben, schon mehrfach zu Tage getretenen Strickmuster. Ballverlust beziehungsweise Missverständnis im Ulmer Mittelfeld, der Kontrahent schaltet schnell um, der gegnerische Mittelstürmer ist relativ unbedrängt und nutzt die Situation zum 1:0 und 2:1 (18./39.).

Die Ulmer, bei denen die verletzten Flügelspieler Steffen Kienle und Gianlucca Graciotti sowie Mittelfeldspieler Vinko Sapina schmerzlich vermisst werden, müssen sich angesichts des fehlenden spielerischen Vermögens in erster Linie auf ihre gefährlichen Standardsituationen verlassen. Gegen Stadtallendorf waren es ein Foulelfmeter – Eintracht-Torhüter Hrvoje Vincek hatte David Braig von den Beinen geholt – und die erwähnte Situation, als Gaudermann einen Handelfmeter verursachte. Beide Strafstöße verwandelte Thomas Rathgeber (28./64.) sicher.

  Der Großteil der 995 Zuschauer – zum zweiten Mal in Folge wurde im Donaustadion die 1000er-Marke unterschritten – ging unzufrieden nach Hause. Torhüter Holger Betz, der Verhinderer einer Last-minute-Niederlage, betonte hingegen das Positive. „Ich kann mit den 21 Punkten einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde gut leben.“

So spielten sie

SSV Ulm 1846 – Stadtallendorf

2:2

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Krebs (46. Michel), Göhlert, Celiktas – Bagceci, Reichert, Sauter, Morina  (77. Nierichlo) – Rathgeber, Braig.
Tore: 0:1 Williams (18.), 1:1 Rathgeber (28./Foulelfmeter), 1:2 Williams (39.), 2:2 Rathgeber (64./Handelfmeter).
Gelbe Karten: Michel – Abdul, Döringer.
Rote Karte: Gaudermann (63.) wegen absichtlichen Handspiels.
Schiedsrichter: Doering (Brigachtal).
Zuschauer: 995.