Regionalliga Spatzen mit Selbstbewusstsein und Respekt

Nach dem Ausfall des Ulmer Kapitäns Florian Krebs ein Kandidat für die Innenverteidiung: Lukas Hoffmann (vorne).
Nach dem Ausfall des Ulmer Kapitäns Florian Krebs ein Kandidat für die Innenverteidiung: Lukas Hoffmann (vorne). © Foto: Cornelius Nickisch
Ulm / Winfried Vogler 05.10.2018

Da kann man nicht meckern! Dieser Satz gilt im Schwäbischen schon als allerhöchstes Lob. Der SSV Ulm 1846 Fußball ist wieder eine Heimmacht. Fünf Siege, eine Niederlage, macht 15 Punkte. Das ist Platz eins in der Heimtabelle der Regionalliga Südwest – vor Spitzenreiter Waldhof Mannheim. Doch es gibt auch die andere Seite der Spatzen.

Und da kann man dann schon etwas meckern. Auswärts läuft es in dieser Saison nicht ganz so gut. Erst zwei Siege (1:0 zum Saisonauftakt in Mannheim, 1:0 in Elversberg), dazu ein Unentschieden (1:1 beim FK Pirmasens). Das macht gerade mal sieben Zähler, Platz acht in der Auswärtstabelle. Eine Diskrepanz zwischen Auswärts- und Heimspielen sieht Trainer Holger Bachthaler freilich nicht. „Die 0:1-Niederlage in Worms war nur drei Tage nach dem DFB-Pokalsieg gegen Frankfurt voraussehbar. Beim 1:4 in Mainz haben wir lange Zeit unsere beste Saisonleistung gezeigt, in der Schlussphase aber durch Kleinigkeiten dumme Tore bekommen“, sagt der 43-jährige Fußballlehrer. Auswärts ist also noch genügend Luft nach oben. Die Chance auf den nächsten Dreier in der Fremde ist groß. An diesem Samstag geht es zum SC Hessen Dreieich. Der torkelnde Aufsteiger ist nach elf Saisonspielen mit sechs Punkten Tabellenletzter und in arger Abstiegsnot. Zudem im eigenen Stadion Hahn-Air-Sportpark extrem heimschwach, nur ein Sieg, 1:0 gegen den FC Homburg. „Wir messen den Gegner nicht am Tabellenplatz“, betont Bachthaler und sieht die Hessen „in den vergangenen vier Spielen auf Augenhöhe“. Auf den Fehlstart in die Saison haben die Hessen mit zahlreichen Neuzugängen seit Saisonbeginn reagiert.

Erfahrener Defensiv-Allrounder

Zuletzt wurden mit dem ehemalige Kölner Bundesligaprofi Kevin Pezzoni (29) ein erfahrener Defensiv-Allrounder (80 Erstliga-, 121 Zweitligaspiele) verpflichtet.  Nach Ablauf der Transferperiode unterschrieb der zuletzt vereinslose ivorische Nationalspieler Constant Djakpa (92 Bundesligaspiele, 37 Einsätzen in der zweiten Liga), der bis zum Ende der letzten Saison noch beim 1. FC Nürnberg spielte, bei der Elf von Chefcoach Rudi Bommer einen Vertrag bis Saisonende. Trainer Bachthaler muss neben dem gesperrten Nicolas Jann auch auf die nach ihrer fünften Gelben Karte für ein Spiel ebenfalls gesperrten Luigi Campagna und Adrian Morina verzichten. Dazu fällt Kapitän Florian Krebs wegen Magen-Darm-Problemen aus. Alternativen sind in der Innenverteidigung Lukas Hoffmann, zweifacher Torschütze beim 5:2-Pokalsieg gegen den TV Oeffingen, sowie Michael Schindele, der wieder fit ist. „Wir haben einen großen Kader, das ist unser absolutes Plus“, ist Bachthaler nicht bange. „Nach den Erfolgen im DFB- und WFV-Pokal haben wir Selbstvertrauen gesammelt“, versichert der Coach. Zudem war der SSV 46 in den letzten beiden Spielen siegreich. Alles gute Argument für einen Erfolg. Heimstärke alleine reicht wahrscheinlich nicht für einen Spitzenplatz in der Tabelle. Also, bitte, morgen den dritten Auswärtssieg.

Ein junger Verein, zwei alte Hasen

Der SC Hessen Dreieich im Landkreis Offenbach wurde erst 2013 gegründet. Hintergrund: finanzielle Schwierigkeiten der Stadt Dreieich, die in die Haushaltssicherung genommen wurde. Der Eigner der Fluggesellschaft Hahn Air Lines, Hans Nolte, sprang ein und investierte 2,5 Millionen Euro in den Bau neuer Sportanlagen. Seit Januar 2016 ist Rudi Bommer, der ehemalige Erst- und Zweitliga-Coach (MSV Duisburg, Eintracht Frankfurt, Energie Cottbus und Wacker Burghausen) Cheftrainer, sein ehemaliger Eintracht-Mitspieler Ralf Weber Co-Trainer. Sportdirektor ist Karl-Heinz Körbel, der im Juni 2016 zum Vizepräsidenten gewählt wurde. Nachdem der Verein 2017 noch auf den Aufstieg verzichtete, wagte der Hessenliga-Meister am Ende der vergangenen Saison den Sprung in die Viertklassigkeit.

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