Fußball Spatzen in der Rolle des Gejagten

Sein erstes Liga-Heimspiel als Spatzen-Trainer hatte für Holger Bachthaler ein unrühmliches Ende: Schiedsrichter Jonas Weickenmeier schickte ihn auf die Tribüne.
Sein erstes Liga-Heimspiel als Spatzen-Trainer hatte für Holger Bachthaler ein unrühmliches Ende: Schiedsrichter Jonas Weickenmeier schickte ihn auf die Tribüne. © Foto: Harry Langer/Eibner
Ulm / Winfried Vogler 06.08.2018

Bereit für das Spitzenspiel! Man sollte sicherlich vorsichtig sein und nicht am dritten Spieltag schon von einem Topduell sprechen. Aber beim morgigen Vergleich in der Fußball-Regionalliga zwischen dem FK Pirmasens und dem SSV Ulm 1846 Fußball, darf man dieses Prädikat getrost verwenden. Beide Vereine haben einen Saisonstart nach Maß hingelegt. Morgen (18.30 Uhr) treffen sie nun in Pirmasens aufeinander. Der Drittplatzierte empfängt den Spitzenreiter.

Gegen den starken Aufsteiger muss sich Trainer Holger Bachthaler mit seiner Elf einer neuen Situation stellen: Jeder will im eigenen Stadion dem Tabellenführer ein Bein stellen.  „Es gibt keinen Grund, einen Aufsteiger als vermeintlich leichten Gegner abzustempeln“ bekräftigt der SSV-Coach und sieht sich mit seiner Aussage nach dem Freitagspiel bestätigt, bei dem der 43-Jährige einiges zu bemängeln hatte. „Bei eigenem Ballbesitz haben wir nicht so ruhig gespielt, wie wir uns das vorstellen. Wir haben keine Spielkontrolle bekommen, das hat mich schon in Mannheim gestört“, stellte Bachthaler fest. „Als wir den Ball hatten, waren wir viel zu unruhig, haben die klaren Aktionen vermissen lassen und viel zu viele individuelle Fehler in unserem Spiel gehabt.“

Dabei hatte Bachthaler seiner Mannschaft eine gute Struktur verordnet. Balingen kam zunächst nicht zur Entfaltung, der Kopfballtreffer von Ardian Morina bedeutete die verdiente Führung. „Wir haben etwas gebraucht, bis wir die Lücken gefunden haben. Dass die Führung durch einen Standard passiert ist, war für uns ein Vorteil, danach hatten wir es einfacher zu spielen.“ sagte Nico Gutjahr, der mit dem 2:0 für eine Vorentscheidung sorgte. „Mit dem Vorsprung sind wir relativ komfortabel in die zweite Halbzeit gegangen, dann haben wir das nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, nämlich das dritte Tor zu machen“, befand Florian Krebs.

Der Trainer folgt dem Kapitän

Der Kapitän verließ nach 71 Minuten freiwillig den Platz wegen muskulärer Probleme. Zwangsweise folgte Trainer Bachthaler wenige Minuten vor Spielschluss, als ihn Drittligaschiedsrichter Jonas Weickenmeier nach einer verbalen Auseinandersetzung mit weit ausholender Geste auf die Tribüne schickte. Auslöser war ein viel zu weit vorne ausgeführter Einwurf der Gäste, der für Gefahr im Ulmer Strafraum sorgte. „Wir mussten die eine oder andere brenzlige Situation überstehen, aber wir haben wieder zu Null gespielt und drei Punkte eingefahren“, bemerkte Krebs. Für die Partie gegen Pirmasens „müssen wir einige Situationen besser gestalten“, fordert der Kapitän.

Nach dem bitteren Abstieg in der Saison 2016/2017 schaffte die Mannschaft von Trainer Peter Tretter, der beim FK Pirmasens seit 2012 im Amt ist, als Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar die sofortige Rückkehr über die Aufstiegsrunde der drei Zweitplatzierten der Oberligen. Nach dem Auftaktsieg gegen Astoria Walldorf (2:1) folgte am Wochenende ein 1:0 bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten FSV Mainz 05. „Das wird erneut ein schwere Aufgabe“, ist sich Bachthaler bewusst. „Wir haben das nötige Selbstvertrauen“, bekräftigte er, „und werden versuchen die Punkte einzufahren“.

Angesichts der momentanen Belastung und mit Blick auf die anstehende Freitagspartie im Donaustadion gegen die Offenbacher Kickers, könnten sich personelle Änderungen ergeben. „Wir werden aber keinen Aktionismus betreiben“, betont Bachthaler, der erst das heutige Abschlusstraining abwarten will.

Pokalgegner mit Niederlage

Während es bei den Ulmern knapp zwei Wochen vor dem DFB-Pokal-Knüller gegen Eintracht Frankfurt wie geschmiert läuft, hat Gegner und Titelverteidiger Eintracht Frankfurt in der Vorbereitung noch so seine Problemchen. Der Bundesligist beendete sein Trainingslager in Südtirol mit einer Testspiel-Niederlage. Die Hessen unterlagen dem italienischen Fußball-Erstligisten SPAL Ferrara mit 1:2 (1:0). Sebastién Haller brachte die Eintracht in Führung, die Marco Fabián kurz nach dem Wechsel beinahe ausbaute. Der Mexikaner traf jedoch nur den Innenpfosten. Die Italiener kamen am Ende durch zwei Treffer noch zum glücklichen Sieg. dpa

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