Da schau an, die Spatzen. Erst warteten die Fußballer des SSV Ulm 1846 fast fünf Monate vergeblich auf Auswärtspunkte in der Regionalliga. Jetzt holte das Team von Trainer Holger Bachthaler binnen sechs Tagen sechs Punkte in der Fremde. Dem 2:0 am vergangenen Sonntag beim VfB Stuttgart II folgte am Samstag ein 4:0 beim Bundesliga-Nachwuchs der TSG Hoffenheim. Mit dem höchsten Sieg der laufenden Saison untermauerten die Ulmer ihren fünften Tabellenplatz.

Es war eine mehr als gelungene Generalprobe für das Viertelfinale im für die Ulmer so wichtigen württembergischen Pokal am Mittwoch (17 Uhr) beim Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen. Allerdings wird der Außenseiter in seinem „Spiel des Jahres“ bei weitem nicht so körperlos auftreten wie am Samstag die Hoffenheimer, die gegen die an diesem Tag recht spielstarken Spatzen nie den Hauch einer Chance hatten.

Ulmer Führung ernüchtert die TSG

Den Torreigen eröffnete in der 20. Spielminute Vinko Sapina. Nach einer Kombination über mehrere Spieler und der Vorlage von Nico Gutjahr traf der Mittelfeldmann mit einem platzierten Flaschschuss zum 1:0. Es war ein günstiger Moment, denn just zu diesem Zeitpunkt schien es so, als sollten die Gastgeber vor nur 200 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion ins Spiel finden.

Die Ulmer Führung allerdings ernüchterte die TSG. Der SSV 46 hingegen ließ es beim 1:0 nicht bewenden und drängte auf mehr. In der 40. Minute mit Erfolg. Wieder erfolgte der Angriff über die rechte Seite. Diesmal war Lennart Stoll der Vorlagengeber und Felix Higl der Vollstrecker. In seinem vierten Punktspieleinsatz erzielte er seinen zweiten Treffer im Spatzen-Trikot zum 2:0.

Wer gedacht hatte, die Hoffenheimer würden sich im zweiten Durchgang vehementer gegen die Niederlage wehren, sah sich getäuscht. Die konzentriert und jetzt auch befreit agierenden Ulmer behielten das Heft in der Hand und legten nach. Der eingewechselte Ardian Morina traf, wieder nach einer Stoll-Vorlage, zum 3: (73.)0, und Marcel Schmidts (77.) sorgte mit seinem Treffer zum 4:0 für das Schlussresultat.

Geschlossene Mannschaftsleistung

Der 16. Ulmer Saisonsieg war das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Im Sturm zeigte Vitalij Lux, auch wenn er ohne Treffer blieb, aufsteigende Form. Das Mittelfeld beherrschten Vinko Sapina und Luigi Campagna, der trotz geplatzter Vertragsverhandlungen in der Startformation stand. Und hinten ließ die Vierer-Kette so gut wie keine ernsthaften Hoffenheimer Chancen zu, so dass Torhüter David Hundertmark nahezu beschäftigungslos blieb.

„Wir waren von Beginn an fokussiert. Der Sieg ist auch in dieser Höhe mehr als gerechtfertigt“, freute sich Trainer Holger Bachthaler. Gerold Knehr

So spielten sie:

TSG 1899 Hoffenheim II - SSV Ulm 1846 Fußball 0:4 (0:2)

Ulm: Hundertmark – Stoll, Krebs, Reichert, Schmidts – Gutjahr (75. Jann), Campagna, Sapina (75. Viventi), Gashi – Heigl (67. Morina), Lux.

Tore: 0:1 Sapina (20.), 0:2 Higl (40.), 0:3 Morina (73.), 0:4 Schmidts (77.) – Schiedsrichter: Döring (Brigachtal) – Zuschauer: 200.

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