Fußball Spatzen bangen bis zum Schluss um 2:1 gegen Pirmasens

Erst im Nachsetzen kann Ardian Morina (links) den umstrittenen Handelfmeter zur 2:1-Führung nutzen – ein Sinnbild für die fehlende Durchschlagskraft der Spatzen.
Erst im Nachsetzen kann Ardian Morina (links) den umstrittenen Handelfmeter zur 2:1-Führung nutzen – ein Sinnbild für die fehlende Durchschlagskraft der Spatzen. © Foto: Rudi Apprich
Ulm / Gerold Knehr 10.12.2018

Gelöste Stimmung bei der abendlichen Weihnachtsfeier im Lago, befreit in den Flieger nach Mexiko. Mit dem 2:1 im Donaustadion gegen den FK Pirmasens und dem Sprung auf den fünften Tabellenplatz gelang dem SSV Ulm 1846 Fußball ein zahlenmäßig guter Abschluss des Jahres 2018.

„Wir sind froh, mit diesem Dreier in die Winterpause gehen zu können. Es  wäre fatal gewesen, wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten“, atmete Trainer Holger Bachthaler nach dem Arbeitssieg gegen den Tabellen-Elften auf.

Allerdings stand es bis zur 81. Minute trotz Überlegenheit und einem deutlichen Chancenplus nur 1:1. Die letzte Begegnung 2018 war damit eine Blaupause für viele andere Spiele der bisherigen Saison. Den Spatzen fehlt es an Effektivität. „Wir machen vieles richtig. Aber es ist auch noch viel Luft nach oben“, lautet Bachthalers Zwischenfazit nach halbjähriger Tätigkeit in Ulm.

Für ihren elften Saisonsieg in der Regionalliga benötigte der SSV 46 einen umstrittenen Strafstoß. Das von Schiedsrichter Patrick Glaser geahndete Handspiel des Pirmasenser Mittelfeldspielers David Becker fand wohl knapp außerhalb des Strafraums statt. „Ich habe schlecht geschossen“, sagte Ardian Morina über den Elfmeter. FK-Torhüter Benjamin Reitz wehrte nach vorne ab. Doch Morina war zur Stelle und schob im Nachschuss den Ball ins Netz. Der noch Minuten danach mit der Entscheidung hadernde FK-Präsident Jürgen Kölsch wurde von der Ersatzbank ins Stadioninnere verwiesen.

Als sturmgewaltigster Akteur an diesem ungemütlichen, aber halbwegs trockenen Nachmittag erwies sich Petrus, der zeitweise kräftige Böen durchs Donaustadion peitschen ließ, was das Spiel für alle Akteure nicht gerade einfach machte. Immerhin nutzte David Braig nach einem Eckball den Rückenwind und köpfte den Ball in der 40. Minute vehement zum 1:0 ins Netz.

Die nächste Ecke für Ulm hingegen wurde zum Rohrkrepierer. Pirmasens fing den Ball ab, der schnelle Florian Bohnert war bei seinem 80-Meter-Solo von keinem Ulmer zu bremsen und hatte noch Kraft und Konzentration genug, um das 1:1 zu erzielen.

In den letzten Minuten mussten die Ulmer um ihre drei Punkte bangen. In der 83. Minute und der Nachspielzeit beschwor der unsicher wirkende Ersatztorhüter David Hundertmark Gefahr herauf. Doch letztlich brachte der SSV 46 den Erfolg über die Zeit.

„Es war ein Arbeitssieg gegen einen gut organisierten Gegner. Aber das schmälert nicht das Jahr 2018, das überragend für uns verlaufen ist“, sagte Verteidiger Johannes Reichert. Die Zuschauer, die im DFB-Pokal zweimal das Donaustadion stürmten, konnten sie jedoch nicht davon überzeugen. Trotz der Karten-Aktion Ulmer Sportwoche mit einem Ticket für vier Veranstaltungen kamen insgesamt nur 810 Zuschauer. Die Regionalliga wird in Ulm offenbar nicht akzeptiert.

Doch das störte Reichert, Kapitän Florian Krebs, Alper Bagceci, Morina und Tino Bradara zumindest am Samstag nicht. Die fünf Spatzen flogen gestern gemeinsam zu einem zweiwöchigen Mexiko-Urlaub.

So spielten sie

SSV Ulm 1846 – FK Pirmasens

2:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Hundertmark – Stoll, Krebs, Reichert, Schmidts – Gutjahr, Campagna, Beck, Viventi  (46. Luibrand) – Braig (67. Sapina), Morina (84. Lux).

Tore: 1:0 Braig (40.), 1:1 Bohnert (45.), 2:1 Morina (81./im Nachschuss nach einem Handelfmeter).
Gelbe Karten: Krebs – Hammann, Grimm.
Schiedsrichter: Glaser (Freudenberg).
Zuschauer: 810.

Online-Hinweis: Fotos von der Partie gegen den FK Pirmasens gibt es unter swp.de/ssv-fussball

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