SSV Ulm 1846 Fußball Schock für Spatzen: Vinko Sapina reißt sich Kreuzband

Gerold Knehr 23.11.2017
Für Vinko Sapina ist die Saison gelaufen, seinen Mitspielern stehen wichtige Begegnungen bevor. Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II steht Regionalligist SSV Ulm 1846 Fußball im Zugzwang.

Wie man so richtig Gas gibt, haben die Sponsoren des SSV Ulm 1846 Fußball den Spielern am Dienstag Abend schon mal vorgemacht. Bei einem Treffen im Ecodrom Neu-Ulm lieferten sich die 48 Fahrer unter den 80 erschienen Unterstützern des Ulmer Fußballs  in leise surrenden E-Karts heiße Rennen um die Pole-Position beim „Spatzen-Cup“. Angefeuert wurden die Fahrer von den Vorständen Anton Gugelfuß und Thomas Oelmayer, dem Sportlichen Leiter Lutz Siebrecht und den Spielern David Braig, Steffen Kienle, Ardian Morina und Johannes Reichert.

Am Freitag (19 Uhr) werden beide Seiten die Rollen wieder tauschen. Dann müssen die Spieler des Tabellenzwölften (21 Punkte) im Donaustadion gegen den einen Rang vor ihnen platzierten VfB Stuttgart II Gas geben und auf dem Rasen rasen. Schließlich steht Siebrechts Forderung im Raum, der mit 27 Punkten in die Winterpause gehen möchte. Außer gegen den VfB II müssen die Spatzen in diesem Jahr noch beim Tabellenzweiten Kickers Offenbach (2. Dezember) und gegen den TSV Schott Mainz (9. Dezember) ran. „Mir ist egal, gegen wen wir die sechs Punkte holen“, hatte Siebrecht vor zwei Wochen gesagt. Doch nach den Niederlagen beim SV Waldhof (0:1) und beim 1. FC Saarbrücken (1:2) ist der SSV 46 nun im Zugzwang. Vor allem die beiden Heimspiele sind  enorm wichtig.

Vinko Sapina wird den Ulmern dabei nicht helfen können. Viel schlimmer noch. Der Mittelfeldspieler wird in der laufenden Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Bei dem 22-Jährigen wurde ein Kreuzbandriss festgestellt. Sapina ist bereits operiert worden und wird erst in der nächsten Saison wieder spielen können.

„Natürlich war das für uns alle eine Hiobsbotschaft. Aber jetzt weiß er und wissen wir wenigstens, woran wir sind“, sagt Siebrecht. Sapina hatte sich am 25. Februar beim 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers das Knie verletzt und war seitdem über zwei Kurzeinsätze in der vergangenen Saison und acht  in dieser Runde mit insgesamt 199 Spielminuten nicht hinausgekommen. Vor dem Auswärtsspiel bei TuS Koblenz Anfang des Monats erfolgte dann im Training der nächste Rückschlag mit der jetzt diagnostizierten Verletzung.

Der 1,94 Meter lange Mittelfeldschlacks ist ein technisch sehr beschlagener Fußballer, weist aber körperliche Defizite auf. Die soll er, so wünscht sich Siebrecht, in der Zwangspause und der Reha aufholen. „Er bekommt von uns alle Möglichkeiten und alle Zeit, die er benötigt. Wenn er hart an seinem Körper arbeitet, kann er stärker zurückkommen als zuvor“, spricht Siebrecht Sapina, der in Ulm einen Vertrag bis 2020 hat, Mut zu.

Mut geschöpft nach den beiden ansprechenden Leistungen zuletzt haben Sapinas Mitspieler. „Es gibt nichts Besseres, als am Freitag Abend zu spielen, zu gewinnen und dann das Wochenende für sich zu haben“, malt sich Johannes Reichert sein Wunsch­szenario aus. Dem schließen sich auch Felix Nierichlo, Janik Müller und David Braig an. Sie waren die Schnellsten, als der SSV 46 im Frühjahr schon einmal auf der Kartbahn war.

Baierl wird Trainer des FC Memmingen

Stephan Baierl, bis 15. August Trainer des SSV Ulm 1846 Fußball, hat einen neuen Verein. Der 41-Jährige wird ab 1. Januar den FC Memmingen coachen, der in der bayerischen Regionalligisten momentan den 17. Tabellenplatz belegt. Baierl wurde am Dienstag Abend bei der Mitgliederversammlung vorgestellt. Er unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2019. „Der FCM ist ein sehr solide geführter Verein mit gutem Unterbau und vielen jungen Spielern. Ich freue mich auf diese Aufgabe“, sagt Baierl. Er löst in Memmingen Stefan Anderl ab, ebenfalls ein Ex-Ulmer, der vor sieben Wochen entlassen worden war – auf Lehrer Stefan A. folgt also Lehrer Stephan B. Interimstrainer bis Jahresende ist beim FCM der Sportliche Leiter Bernd Kunze. gek