Fußball Scharenstetten steht nach Meisterschaft Kopf

Grenzenlose Euphorie: Nach vier Anläufen war die Meisterschaft in der Kreisliga B ein Höhepunkt für ganz Scharenstetten.
Grenzenlose Euphorie: Nach vier Anläufen war die Meisterschaft in der Kreisliga B ein Höhepunkt für ganz Scharenstetten. © Foto: M. Hagmeyer
Scharenstetten / Jochen Baisch 25.07.2018

Vier lange Jahre mussten die Fußballer des SV Scharenstetten in der Kreisliga B schmachten. Doch zu Beginn der Saison 2017/18 nahmen sie sich fest vor, sich diesmal den Titel zu schnappen und den Wiederaufstieg in die Albstaffel der Kreisliga A zu stemmen, wo sie nach  eigenem Anspruch auch hingehören.

Die Voraussetzungen, ganz vorne mitzuspielen, waren in Scharenstetten auch vorhanden. Da gibt es zum einen einen Spielertrainer, der mit seinen 29 Lenzen ganz schön Erfahrung mitbringt und fußballerisch seinen Mannschaftskollegen einiges vormachen kann: Er heißt Sezai Zehiroglu. Der in Lonsee Beheimatete wurde einst beim SSV Ulm 1846 ausgebildet, wechselte als Profi zur TSG Hoffenheim, versuchte anschließend sein Glück in der Türkei und war zuletzt beim bayerischen Regionalligisten FV Illertissen unter Vertrag. Über den Bezirksligsten SV Lonsee landete er vor zwei Jahren beim SV Scharenstetten. Dort brachte er nicht nur seine spielerische Klasse ein, sondern verdiente sich auch seine ersten  Sporen als umsichtiger Trainer. Der Scharenstetter Kader mit dem überragenden Torjäger Thomas Mack (28 Treffer in 20 Spielen) gab ohnehin etwas her und so konnte man sich schon höhere Ziele setzen.

Zwar verlief die Spielrunde mit dem angestrebten Marsch an die Tabellenspitze nicht ganz reibungslos, denn man hatte im späteren Vizemeister SV Fortuna Ballendorf und im SV Weidenstetten hartnäckige Konkurrenten. Ausgerechnet gegen diese beiden Titelrivalen kassierten Zehiroglu und Co ihre beiden einzigen Saisonpleiten. Der SV Scharenstetten musste in dieser Zeit  ohne den verletzten Spielertrainer und den angeschlagenen Torjäger auskommen. „Die waren aber seinerzeit auch besser und hatten verdient gewonnen“, gibt sich Jochen Hirschle, 2. Vorsitzender des SV Scharenstetten, fair.

Doch nun ging es mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Titel, und zwei Spieltage vor der Endabrechnung, nach einem 6:1 gegen den SV Suppingen, war Scharenstetten der Konkurrenz mit sieben Punkten Vorsprung  uneinholbar enteilt. Das Fest auf dem Sportgelände nahm fast keine Ende. Einige Unentwegte feierten dann nach dem Saisonende auf Mallorca weiter.

Zum Rundenausklang ließen  sich die Meisterkicker noch etwas Ausgefallenes einfallen: Sie mieteten sich einen Doppelstock-Bus und kutschierten mit Sack und Pack mit der Kreisliga-B-Mannschaft und dem Reserve-Team und etlichen Fans nach Pappelau, wo zum guten Schluss auch noch 7:1 gewonnen wurde. „Da waren 98 Personen nach Pappelau unterwegs“, erinnert sich Hirschle.

Doch das ist Vergangenheit. Vor der Zukunft in der Kreisliga A ist den Scharenstettern nicht bange, denn der Meisterspielerkader konnte gehalten werden. Dazu holte man aus Lonsee mit Mohamad Nakkar einen weiteren Stürmer. Außerdem werden verheißungsvolle Junioren wie Florian Genzel, Paul Engels, Margiotta Giuliano, Yannick Wöhrle und Patrick Marx in die aktiven Mannschaften aufgenommen.

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Spieler des SV Scharenstetten beteiligten sich im Februar am einwöchigen Trainingslager auf Mallorca. Offenbar stand auf der Partyinsel der Fleiß im Vordergrund, denn danach lief’s wie geschmiert.

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