SSV Ulm 1846 Fußball Riesige Nachfrage nach Tickets, doch Fans brauchen Geduld

Ulm / Gerold Knehr 12.06.2018

Bei den Spatzen steppt der Bär. Als Markus Weibler, Leiter der Geschäftsstelle des SSV Ulm 1846 Fußball, am Montag an seinem Arbeitsplatz aufkreuzte, staunte er nicht schlecht. Er fand jede Menge Anfragen nach Karten für das DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen Eintracht Frankfurt vor. „Übers Wochenende hätte es mein Handy fast gesprengt, so viele Whats App, Facebook-Nachrichten und Mails haben wir bekommen“, berichtet Weibler.

Die Pokal-Auslosung hat die Ulmer Anhänger regelrecht elektrisiert. Eintracht Frankfurt – da war doch was? Am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 1999/2000 hätten die Ulmer in Frankfurt drei Punkte benötigt, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Bis zur 90. Minute stand es 1:1, dann fiel ein Treffer – für die Eintracht. Durch einen aus Spatzen-Sicht äußerst umstrittenen Foulelfmeter.  Dank des Top-Loses besteht nun gegen den DFB-Pokalsieger die Gelegenheit zur Revanche. „Eine tolle Sache“, findet Sportvorstand Anton Gugelfuß: „10 000? 15 000. 19 500? Ich habe keine Ahnung, wie viele kommen werden.“

Letztmals ausverkauft war das Stadion am 33. Bundesliga- Spieltag der Saison 1999/2000, eine Woche vor dem Spiel in Frankfurt, als dank der aufgebauten Zusatztribünen 23 500 Zuschauer den 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg sahen.  Ein Jahr später kamen zum Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg noch einmal 18 000 Fans, ehe die Ulmer Kicker in  die  Niederungen der Ligen und damit verbunden  die Zuschauerzahlen versanken.

Für die heutigen Verantwortlichen ist das Spiel gegen die Eintracht eine völlig neue Herausforderung. Entsprechend vorsichtig gehen sie diese an. „Wir bitten unsere Anhänger um Geduld. Noch steht ja nicht einmal der Termin des Spiels fest“, sagt Weibler. Am Freitag treffen sich die Vertreter aller 64 Vereine in der DFB-Zentrale in Frankfurt zu einem Workshop. Dort gilt es, zahlreiche Interessen unter einen Hut zu bekommen: die des  Fernsehens, der Sicherheitsbehörden und der Vereine. Zudem müssen die genauen Spieltermine fixiert werden. Die erste Runde wird im Zeitraum von Freitag, 17. August, bis Montag, 21. August (Livespiel in der ARD) ausgespielt. „Bis dahin ist noch viel Zeit. Wir wollen das alles ruhig und durchdacht angehen“, sagt Gugelfuß. Tickets wird es neben den bekannten Vorverkaufsstellen auch online geben. „Wir in der Geschäftsstelle können das nicht allein bewerkstelligen“, sagt Weibler.

Bachthaler: Spiel genießen

Zwei aus dem neu zusammengestellten Ulmer Team haben bereits Erfahrung mit Eintracht Frankfurt in der ersten DFB-Pokalrunde gesammelt. Mittelfeldspieler Ardian Morina und Trainer Holger Bachthaler traten 2013 mit ihrem damaligen Team FV Illertissen in Augsburg gegen die Eintracht an – und mussten sich 0:2 geschlagen geben. „Ich war damals 19 und sehr nervös“ erinnert sich Morina. „Die Mannschaft sollte befreit in das  Spiel gehen und das volle Stadion genießen“, empfiehlt Bachthaler. Doch bevor es so weit sein wird, stehen die ersten drei Regionalliga-Spieltage bevor. Ziel der Spatzen wird es bis dahin sein,  einen Fehlstart wie in der vergangenen Saison zu vermeiden.

Kein Schwörmontagsspiel in diesem Jahr

Schwörmontag und Fußball – diese Paarung hat in Ulm Tradition. Am oder wenige Tage vor dem Ulmer Stadtfeiertag, der in diesem Jahr auf den 23. Juli fällt, veranstaltete der SSV Ulm 1846 Fußball beziehungsweise dessen Vorgängervereine ein Testspiel gegen eine deutsches oder ausländisches Profiteam. In diesem Jahr wird es keine solche Begegnung geben. „Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist die Vorbereitungszeit der Vereine kürzer als sonst. Einen attraktiven Gegner zu finden war schwer, und halbe Sachen wollen wir nicht machen. Deshalb entfällt in diesem Jahr der Schwörmontagskick“, erklärt Sportvorstand Anton Gugelfuß. gek

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