Die Enttäuschung stand den Spielern und Verantwortlichen der SSG Ulm 99 nach der unglücklichen 1:2 (1:1, 1:1)-Niederlage nach Verlängerung in der ersten Relegations-Etappe zur Fußball-Landesliga gegen den TSV Köngen ins Gesicht geschrieben. Vor 900 überwiegend mit den Ulmern sympathisierenden Zuschauern in Pappelau fiel der entscheidende Treffer im Duell zweier Bezirksligavizemeister für den Neckar/Fils-Vertreter quasi aus dem Nichts. Nach einem einfach in den SSG-Strafraum geschlagenen Ball stand der quirlige Dennis Essert (110.) frei und bugsierte den Ball zum 2:1 für Köngen in die Maschen. 

„Dabei hat der Gegner doch in der Verlängerung eigentlich überhaupt nicht mehr stattgefunden. Die waren doch tot“, schimpfte ein frustrierter Michael Malheiro da Silva nach dem Abpfiff. Die eingewechselte SSG-Offensivkraft (97., 120.) hatte in der Zusatzschicht selbst zwei Mal den Torschrei schon auf den Lippen, verfehlte aber sein Ziel.

Köngen trifft nun auf Bettringen

Der Landesligaabsteiger aus Köngen, der nun am Sonntag im zweiten Aufstiegsspiel auf den Ostwürttemberg-Klub SG Bettringen (4:1-Sieger gegen GFV Ermis Metanastis Stuttgart) trifft, hatte offensiv bis auf den Siegestreffer eigentlich nach 68 Minuten, als Michael Rüttinger mit einem Kopfball Ulms Torwart Patrick Apel zu einer Glanzparade zwang, sein Pulver verschossen. SSG-Mannschaftskapitän Lukas Schneele hatte die zunehmende Schwäche des Kontrahenten registriert und hatte auf dem Spielfeld schon lautstark seine Mannschaftskameraden angestachelt. „Männer, entscheidet jetzt das Spiel“, hatte er gefordert. Chancen? Ja! So traf Manuel Strüver (51.) aus spitzem Winkel nur den Pfosten.

Zudem hatte auch noch Köngens Torwart Felix Rühs, der mehrfach eingreifen musste, bei diesem Schuss seine Finger am Ball. „Die glücklichere Mannschaft hat heute gewonnen. Köngen hatte zwar die reifere Spielanlage. Wir hatten aber mehr Chancen. Und Tore entscheiden das Spiel. So ist Fußball. Das kann hart sein“, bilanzierte SSG-Trainer Bernd Pfisterer, der kurzfristig auf Björn Haußer (Bänderriss) und Tobias Häußler (Bänderdehnung) verzichten musste.

SSG Ulm zeigt sich unbeeindruckt

Seine Schützlinge, die bis auf Strüver alle eine fußballerische Vergangenheit im Juniorenbereich des Vereins vorweisen können, zeigten sich zunächst aber unbeeindruckt von einem zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdienten Führungstreffer von Köngen durch Rüttinger (37.). Jonathan Bölstler (43.) hatte noch vor dem Seitenwechsel ausgleichen können. Neben Strüvers Aluminiumtreffer hatten in der regulären Spielzeit auch noch Steffen Reichl (56., 59), Johannes Streiter (64.) und da Silva (90.+1) Möglichkeiten um die Verlängerung zu verhindern.

Nun soll in der kommenden Bezirksligarunde eben ein neuer Anlauf in Richtung Landesliga gestartet werden. „Wir greifen wieder an, aber ohne den Zwang zu haben, aufsteigen zu müssen“, betont Pfisterer. Nachdem der Kader komplett zusammen bleibt und mit Ruben Beneke (vom bayerischen Landesligisten FV Illertissen II) und Torwart Arend Looser (FV Illertissen, A-Junioren) zwei SSG-Eigengewächse hinzukommen, dürften die Ulmer bei der Titelvergabe in der kommenden Spielzeit ein gehöriges Wörtchen mitreden werden.

Termin für Relegation der Kreisliga A steht

Durch das Ausscheiden der SSG Ulm 99 in der Aufstiegsrunde zur Landesliga steht nun auch der Termin für das Relegations-Duell zur Kreisliga A/Donau. Der B/Donau-Zweite SV Ljiljan Ulm fordert den A/Donau-15. TSV Einsingen am Sonntag (17.30 Uhr) in Offenhausen heraus.

Am Rande bemerkt: Hätte die SSG gewonnen, wären Pfisterer und Co. nämlich am kommenden Sonntag in Suppingen gegen Bettringen angetreten. Dann hätten sich Einsingen und Ljiljan Ulm erst am Dienstag gegenüber gestanden.

Amstetten fordert den TSV Langenau II heraus


Herausforderer Den Sprung in die Fußball-Kreisliga A/Alb haben die B-Vizemeister SV Amstetten (Alb) und TSV Langenau II (IV) im Visier. Am Donnerstag – Anstoß ist um 18 Uhr – ermittelt das Duo in Westerstetten den Herausforderer für den A/Alb-14. SV Hörvelsingen. Diese Partie wird dann am kommenden Mittwoch, 19. Juni, (Anpfiff ist um 18 Uhr, Spielort noch unbekannt) ausgetragen.

Trainer Beim SV Amstetten und Langenau II befinden sich beide Trainer bereits im wohlverdienten Urlaub. Amstettens Zoltan Molnar, der zur neuen Saison den A/Alb-Verein TSV Bernstadt übernimmt und dessen Nachfolger beim SVA Mustafa Görkem (bisher beim SC Geislingen Coach im Juniorenbereich) ist, wird in dem Relegationsspiel vom stellvertretenden Abteilungsleiter Fuzum Kidane vertreten.

Kader Beim TSV  Langenau hat Alexander Wagner, Trainer der Bezirksligamannschaft in der Relegation das Sagen. Insgesamt werden sechs Akteure, die gelegentlich auch in der Bezirksliga gespielt haben, am Donnerstagabend zum Einsatz kommen. Bei Amstetten waren vom jetzigen Kader mit Tobias Frei, Kenan Ertorun und Hans Jörg Frank drei Kicker bereits beim letzten Aufstieg 2011 mit dabei. dg