Ulm Ulmer Basketballer setzen Erfolgsserie fort

Ratiopharm Ulm kann seine Siegesserie fortsetzen.
Ratiopharm Ulm kann seine Siegesserie fortsetzen. © Foto: Rudi Apprich
Ulm / Sebastian Schmid 03.12.2017
Die Länderspielpause hat die Ulmer Bundesliga-Basketballer nicht aus dem Tritt gebracht. Das Ratiopharm-Team setzte sich gegen den MBC mit 93:76 durch. Dabei bedankte sich ein Spieler eindrucksvoll für seinen neuen Vertrag. Und ein 19-Jähriger wird sich sein Leben lang an dieses Spiel erinnern.

Vier Siege hatten die Ulmer Basketballer gefeiert und dabei im letzten Spiel in Frankfurt die bislang beste Saisonleistung gezeigt  – dann kam die Länderspielpause. Und mit ihr die bange Frage, ob das Ratiopharm-Team anschließend seine Aufholjagd in der Tabelle fortsetzen kann oder ob der Lauf dadurch unterbrochen wird. Am Sonntag lieferten Per Günther und Co. die Antwort – und wischten vor 6200 Zuschauern in der Ratiopharm-Arena mit einem starken ersten Viertel alle Zweifel schnell beiseite.

Mit 26:12 entschieden die Hausherren die ersten zehn Minuten für sich und legten damit den Grundstein für den 93:76-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC. Auch wenn der Aufsteiger die anschließenden drei Durchgänge einigermaßen offen gestalten konnte, musste MBC-Trainer Igor Jovovic nach der Partie, in der Ulm 40 Minuten lang das Tempo kontrollierte, zugeben. „Wir müssen realistisch bleiben. Das ist nicht unser Basketball-Level.“

Sein Gegenüber war im Großen und Ganzen  zufrieden. „Wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt“, sagte Thorsten Leibenath. Vor allem die Anfangsphase hatte den Ratiopharm-Trainer erfreut: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir die Partie so gut gestartet haben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass wenn man einen „Break“ hat, es besonders schwierig ist, einen guten Start hinzulegen.“

Thompson gibt Gas

Dass die Hausherren so stark in die Partie fanden, hatten sie Ryan Thompson zu verdanken, der nach einem Dreier von Nationalspieler Ismet Akpinar mit neun Punkten in Serie für die 12:4-Führung sorgte. Der Power Forward war es auch, der per Dreier zum 26:12 nach dem ersten Viertel traf. Fortan hatten die Hausherren alles im Griff. Zum einen, weil sie gegen die offensivstarken MBC-Akteure eine solide Defensive stellten. Zum anderen, weil die Gäste aus Weißenfels ihre freien Würfe nicht im Korb unterbrachten. Einzig Sergio Kerusch, mit 25 Punkten bester Akteur des Aufsteigers, stemmte sich in der zweiten Halbzeit gegen die Niederlage.

Allerdings ließen es die Hausherren, bei denen Luke Harangody wegen einer Trainingsverletzung fehlte, nun auch etwas gemächlicher angehen. Ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg aber nie. Spannend war der Ulmer Auftritt zwar nicht, dafür aber ansehnlich. Dazu trug auch Jerrelle Benimon einen großen Teil bei. Der 26-Jährige, dessen Vier-Wochen-Vertrag bis zum Saisonende verlängert worden war, bedankte sich eindrucksvoll für das Vertrauen des Klubs. 26 Punkte, neun Rebounds, vier Assists, ein Steal und ein Block sind eine starke Ausbeute.

Die Jungen dürfen ran

Dass der MBC nicht näher als auf neun Punkte (52:61) herankam, lag auch an diversen Undiszipliniertheiten. So leistete sich beispielsweise Lamont Jones just bei diesem Spielstand ein Foul mit anschließendem technischen Foul, was Benimon zu fünf Punkten in Serie nutzte. Im letzten Viertel kassierte Djordje Pantelic ein unsportliches Foul und noch während Trey Lewis die fälligen Freiwürfe ausführte, bekam MBC-Trainer Jovovic ein technisches Foul aufgebrummt.

Als Leibenath 2:17 Minuten vor dem Ende beim Stand von 89:70 eine Auszeit nahm, war klar, dass Ulm den fünften Sieg in Serie feiern kann. Deshalb schickte er die junge Garde aufs Feld, was dazu führte, dass der 22 Jahre alte Akpinar wohl zum ersten Mal in seiner Karriere als ältester Akteur seines Teams auf dem Feld stand. Außerdem kam Christoph Philipps zu seinen ersten Bundesliga-Minuten. Die krönte der 19-Jährige mit zwei getroffenen Freiwürfen zum 93:76-Endstand.