Ulm Randale der Spatzen-Fans - "Dämlich von allen Seiten"

Am Rande des Abbruchs: Schiedsrichter Peter Strobel mit den beiden Spielführern.
Am Rande des Abbruchs: Schiedsrichter Peter Strobel mit den beiden Spielführern. © Foto: Rudi Apprich
DETLEF GRONINGER 11.06.2013
Verbale Entgleisungen sowie Handgreiflichkeiten einiger "Fans" des SSV 46 tauchen den Verein in ein schlechtes Licht. Offizielle und Spieler der Spatzen spielten bei den schwachsinnigen Aktionen keine Rolle.

Beim 3:1 des SSV 1846 II in der Fußball-Bezirksliga beim FC Neenstetten fühlte sich Schiedsrichter Peter Strobel (Kirchheim am Ries) durch Ulmer Fans bedroht. Nach dem 1:2-Anschluss kurz vor Halbzeit hatten einige Ulmer Chaoten geistigen Müll und Hetztiraden angestimmt. Deswegen unterbrach der Unparteiische die Partie. Erst nach Beruhigung durch die Ulmer Fanbeauftragten sowie Neenstetter Ordner entschloss sich Strobel die Partie fortzuführen.

SSV-Stürmer Serdar Özkaya bekam mit, wie beeindruckt Strobel durch die Stimmung war. Auch Torwart Markus Fransewitz gingen die verbalen Entgleisungen gegen den Strich: "Es sind immer wieder die gleichen Leute, die dem Ansehen des Vereins schaden."

Nach dem Sieg und dem Landesliga-Aufstieg fuhr der Mannschaftsbus mit Fans nach Grimmelfingen, wo der punktgleiche Kontrahent nach Relegationsplatz zwei im Vereinsheim zusammensitzen wollte. "Das war ein gemeinsamer Entschluss von Mannschaft und Fans. Wir wollten mit den Grimmelfingern zusammensitzen. Die Spieler kennen sich ja", betont Fransewitz.

Vorm Grimmelfinger Klubheim zündete ein Fan einen Bengalo, der aber keine große Flamme warf. Danach soll ein Grimmelfinger Zuschauer mit dem Bengalo ein Kleidungsstück eines Ulmer Fans angesengt haben. Nach leichten Handgreiflichkeiten soll sich die Lage beruhigt haben - bis laut Fransewitz ein Grimmelfinger eine glimmende Zigarettenkippe in Richtung Ulmer Anhänger warf. Erneut gerieten sich beide Seiten kurz in die Haare.

Für Grimmelfingens Vorsitzenden Michael Göttler stellte sich die Situation etwas anders dar. "Die Ulmer Fans stiegen aus dem Bus, zündeten Bengalos und fingen mit Beschimpfungen an. Von unseren Zuschauern ging der eine oder andere darauf ein. Es gab Handgreiflichkeiten, lief aber glimpflich ab", schildert er. Wie Offizielle beider Vereine bestätigen, waren keine Spieler und Funktionäre beteiligt.

"Ich verstehe nicht, was die Ulmer bei uns zu suchen haben", betont Göttler, der überlegt, seine Mitgliedschaft beim SSV 1846 zu kündigen. Selbst Fransewitz sagt inzwischen: "Das war total dämlich von allen Seiten." Zumal zwischen beiden Klubs nach einem Grimmelfinger Kopfstoß gegen einen SSV-Kicker beim Ulmer Hallen-Stadtpokal sowieso Zündstoff vorhanden ist.

Polizeiliche Anzeigen wird es keine geben. Und dem Bezirk Donau/Iller sind ohne Meldung durch einen Verein die Hände gebunden. Bezirksvorsitzender Manfred Merkle: "Nur wenn ein Spieler bei diesen Aktionen beteiligt gewesen wäre und angezeigt werden würde, kann er gesperrt werden."