Elchingen / Detlef Groninger  Uhr

Die Elchinger Brühlhalle brodelte. 2400 Zuschauer an den beiden Tagen sorgten beim U-11-Eurocup für eine Gänsehautatmosphäre. Und mit den Franzosen vom US Torcy triumphierten in einem hochklassigen Finale beim internationalen E-Junioren-Hallenfußballturnier des SV Oberelchingen die Publikumslieblinge bei ihrem Premierenauftritt. Torcy wies Titelverteidiger und Rekordgewinner Bayer Leverkusen durch ein 3:2 (1:1, 1:1) nach Zehnmeterschießen in die Schranken. „Das war das beste Endspiel in 14 Jahren“, schwärmte Turnierorganisator Tom Fuchs.

Held der Franzosen, die sich erst über das überregionale Qualifikationsturnier die Teilnahme an einer der Top-Talentschauen in Europa gesichert hatten, war Torwart Marwen Chitou. Dabei hatte der Schlussmann am Tag zuvor noch nach einer Fersenprellung eine Untersuchung im Krankenhaus über sich ergehen lassen müssen.

Die Freude der jungen Kicker aus dem Land des Weltmeisters kannte nach dem Sieg keine Grenzen. „Das war hier alles wunderbar, eine super Organisation, ein sehr hohes Niveau, sehr freundliche Gastfamilien und ein fantastisches Publikum“, schwärmte Jean-Fabrice Niangui, Trainer von US Torcy und auch verantwortlich für die insgesamt 25 Trainer im Nachwuchsbereich. Der Klub aus der Nähe von Paris hat sich die Förderung und Ausbildung von Talenten auf die Fahne geschrieben. Einige Spieler wie Weltmeister Paul Pogba (Manchester United) sind längst im Profilager angelangt.

Einmal das Trikot eines namhaften Vereins überstreifen – das ist auch der Traum von Sophie Klein. Die zehnjährige Gymnasiastin des FC Burlafingen wurde mit überwältigender Mehrheit von den Trainern der teilnehmenden Klubs zum besten Talent zwischen den Pfosten gewählt. „Ich möchte einmal beim FC Bayern München spielen. Mein Vorbild ist Manuel Neuer“, sagte sie.  Bei der 0:6-Vorrundenniederlage gegen den FCB scheint sie einen entsprechenden Eindruck hinterlassen zu haben. „Sie ist ein Bewegungstalent und hat super Reflexe gezeigt. Es lag an ihr, dass das Resultat nicht deutlicher ausgefallen ist“, lobte  Münchens Trainer Marcel Schneider das Burlafinger Fußball-Talent.

Die Burlafinger hatten mit über 100 Anhängern die größte und lautstärkste Fankolonie in der Halle. Vor zehn Jahren hatte sich der Klub letztmals für den U-11-Eurocup qualifiziert. „Das war ein Riesenerlebnis. Unser Ziel war ein Tor zu schießen“, sagte Trainer Giuseppe Sarao. Es sprang Platz 20 raus, mit sogar sechs Treffern. Alle gingen auf das Konto von Trainer-Sprössling Gianluca. „Es sind sogar Freundschaften mit den Gastkindern entstanden“, ergänzt Sarao Senior. So wird ein Kicker von Hertha BSC Berlin, der bei Saraos untergebracht war, zum 11. Geburtstag von Gianluca im Juli extra aus der Bundeshauptstadt anreisen.

Horrorerlebnis im Ulmer Münster

Die weiteste Anreise hatten die Australier vom Amity FC. Die Fußballschule aus der Nähe von Sydney war sportlich überfordert und wurde Letzte. „Die Jungs sind nicht so talentiert. Es geht darum Erfahrungen zu sammeln und für die Zukunft zu lernen“, meinte ihr Trainer Anel Kapun, ein gebürtiger Bosnier. Es konnten nur Akteure mitfliegen, deren Eltern sich den finanziellen Aufwand für die Reise der Jungs auch leisten konnten.  Zwei Spieler waren erst sechs und sieben Jahre alt.

Die australischen Jungs sind übrigens Fans von Horrorfilmen. Im Flieger aus Australien wurde ein solcher Streifen über eine Nonne gezeigt. Als dann beim Besteigen der Stufen des Ulmer Münsters die Glocken ertönten, reagierten die Kinder etwas schockiert. Tränen liefen über die Wangen, sie wollten schnellstmöglich wieder das Münster verlassen. Kapun: „Das war in gewisser Weise eine heilige Erfahrung. Vermutlich werden sie so schnell keine Horrorfilme mehr schauen.“

Fuchs wünscht sich Brasilianer zum Jubiläum

Ganz oben auf der Wunschliste von Turnierorganisator Tom Fuchs für das Jubiläum (15. Turnier) des U-11-Eurocups im nächsten Jahr steht ein Team aus Brasilien. Bereits jetzt sollen die Kontakte geknüpft werden. Fuchs: „Es soll dann auch wirklich eine Top-Truppe aus Südamerika kommen. Die Qualität sollte vorhanden sein.“