Ulm 1:1 gegen Kassel – Spatzen warten weiter auf ersten Sieg

Ulm / Gerold Knehr 09.09.2017
In seinem ersten Punktspiel als neu installierter SSV-Cheftrainer musste sich Tobias Flitsch mit einem 1:1 (0:0) gegen den KSV Hessen Kassel begnügen.

Auch im siebten Spiel dieser Saison in der Fußball-Regionalliga ist der Knoten beim SSV Ulm 1846 Fußball nicht geplatzt. In seinem ersten Punktspiel als neu installierter Cheftrainer musste sich Tobias Flitsch mit einem 1:1 (0:0) gegen den KSV Hessen Kassel begnügen. Mit lediglich drei Punkten belegt der SSV 46 den vorletzten Tabellenplatz und wartet weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg.

Nicht nur der Himmel weinte über dem mit 1100 Zuschauern nur spärlich besetzten Donaustadion am gestrigen Nachmittag. Auch die Spieler und die Fans waren nachdem 1:1 gegen den KSV Hessen Kassel unzufrieden. „Wir alle sind sehr enttäuscht“, räumte Johannes Reichert, dieses Mal im defensiven Mittelfeld aufgeboten, ein. Wieder einmal hatten die Ulmer eine 1:0-Führung, erzielt durch einen Kopfball von David Braig, verspielt und mussten mit dem 1:1, das die Mannschaft nicht weiterbringt, leben.

Wie schon so oft in dieser Saison stockte vom Anpfiff an der Spielfluss. Die nach dem verpatzten Saisonstart eh schon verunsicherten Ulmer hatten ihre beste Chance im ersten Durchgang, als Steffen Kienle vom eigenen Strafraum an ein Solo startet, das ihn bis in den Sechzehner des Gegners führte. Seinen Torschuss wehrte Kassels Keeper Niklas Hartmann nach vorne ab, doch kein Ulmer war da, um den Abpraller zu verwerten (22.). Zwei Minuten danach hatte Kassel durch Sebastian Szimayer und zweimal Adrian Bravo-Sanchez eine Dreifach-Chance, machte es aber auch nicht besser als die Gastgeber zuvor.

In der zweiten Halbzeit lief es zunächst besser für die Spatzen. Nach einer Flanke von Volkan Celiktas erzielte David Braig per Kopf seinen zweiten Saisontreffer und brachte sein Team mit 1:0 in Führung (50.). Ein paar Minuten lang schien es, als könnte der Knoten nun geplatzt sein bei den bislang so sehr gebeutelten Ulmern. Doch schnell fiel der SSV 46 wieder in alte Verhaltensmuster zurück. Kaum einmal gab es gute Passkombinationen, stattdessen wurde der Ball oft planlos nach vorne gedroschen.

Zu all den Defiziten kam auch noch eine gehörige Portion Pech. Bei Kassels Ausgleich flutsche der Ball zunächst durch die Beine eines Ulmer Abwehrspielers, dann durch die von Torhüter Holger Betz und kullerte danach provozierend langsam über die Torlinie – das 1:1.

Mit Olcay Kücük für den entkräfteten Johannes Reichert und Felix Nierichlo für den diesmal wieder im offensiven Mittelfeld aufgebotenen Christian Sauter brachte Flitsch zwei eher defensiv orientierte Spieler. In der Schlussphase kam noch der lange verletzte Alper Bagceci, der für Marcel Schmidts eingewechselt wurde, zu seinem ersten Saisoneinsatz.

Zum zweiten Mal Pech hatte der Tabellenvorletzte in der Nachspielzeit, als ein Schuss von Steffen Kienle am Außenpfosten landete und wieder ins Feld zurücksprang. „Das ist typisch für die Situation, in der wir uns befinden. Wenn es besser für uns läuft, wäre der Ball reingegangen“, sagte Kienle. Er hätte in diesem Moment aber auch Andreas Brehme zitieren können. „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“, hatte der Weltmeister von 1990 einst verlautbart.

Bei den Ulmern standen Kapitän Florian Krebs, der unabkömmliche Stand-by-Spieler Tim Göhlert und der am Oberschenkel verletzte Luca Graciotti nicht im Aufgebot. Ardian Morina saß auf der Ersatzbank, kam aber nicht zum Einsatz. Sie müssen am kommenden Samstag nun beim wieder erstarkten amtierenden Regionalliga-Meister SV Elversberg ran. Die Zeiten werden nicht einfacher …

So wurde gespielt:

SSV Ulm 1846 Fußball – KSV Hessen Kassel 1:1 (0:0)

Ulm: Betz – Bradara, Celiktas, Schindele, Kammerbauer – Reichert (62. Kücük) – Kienle, Sauter (79. Nierichlo), Schmidts (82. Bagceci) – Rathgeber – Braig.

Tore: 1:0 Braig (50.), 1:1 Szimayer (71.). – Gelbe Karten: Rathgeber – Schwechel, Albrecht – Schiedsrichter: Schlosser (Stahlhofen) – Zuschauer: 1100.

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