Fußball Nach 2:1 gegen Offenbach: Jetzt kann Eintracht Frankfurt kommen

Die Fußballer des SSV Ulm 1846 Fußball um Matchwinner Steffen Kienle (Dritter von rechts) feiern mit den Fans den 2:1-Erfolg gegen Kickers Offenbach und eine gelungene Generalprobe für den DFB-Pokalhit am nächsten Samstag gegen Eintracht Frankfurt.
Die Fußballer des SSV Ulm 1846 Fußball um Matchwinner Steffen Kienle (Dritter von rechts) feiern mit den Fans den 2:1-Erfolg gegen Kickers Offenbach und eine gelungene Generalprobe für den DFB-Pokalhit am nächsten Samstag gegen Eintracht Frankfurt. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Gerold Knehr 11.08.2018

Eintracht Frankfurt kann kommen. Wir gehen mit nun zehn Punkten und mit einer breiten Brust in den Pokalhit am nächsten Samstag. Wir alle haben Bock darauf“, strahlte Rechtsverteidiger Lennart Stoll  nach dem 2:1 (2:0) gegen die Offenbacher Kickers mit seinen Teamkollegen um die Wette.

Das Spiel gegen die Kickers vor 2481 zahlenden Zuschauern im Donaustadion war ein Appetitmacher für das, was die Spatzen am kommenden Wochenende erwartet. Die 90 Minuten hatten so ziemlich alles, was ein Fußballspiel bieten kann. In der ersten Halbzeit zeigten die Gastgeber eine ansprechende Vorstellung, die in eine verdiente 2:0-Führung mündete. Der zweite Durchgang war geprägt von der Spannung. Der SSV 46 gab mit zunehmender Spielzeit das Geschehen immer mehr aus der Hand, die Fingernägel manch eines mitfiebernden Ulmer Fans dürften nach der Begegnung kürzer gewesen sein als vor dem Spiel. Doch zu mehr als dem Anschlusstreffer durch Jake Hirst in der 79. Minute reichte es dem Dritten der Vorjahressaison nicht. Offenbachs Fehlstart in die neue Saison ist perfekt, während die Spatzen zumindest bis Sonntag die Regionalliga-Tabelle anführen.

Die beeindruckendste Szene der gestrigen Begegnung spielte sich in der 33. Minute ab. Vitalji Lux leitete den Ball in der eigenen Hälfte auf Stürmerkollege Steffen Kienle weiter. Der schaltete den Turbo ein und war beim Sprint übers halbe Spielfeld derart schnell, dass ihn keiner der vier ihn verfolgenden Offenbacher einholen konnte. Obwohl dermaßen gejagt, blieb Kienle überaus cool und versenkte den Ball mit einem präzisen Schuss neben den linken Pfosten zum 2:0 ins Netz.

„Ich weiß, dass ich schnell bin. Aber das allein reicht ja nicht. Deshalb freue ich mich, dass es mit dem Abschluss so gut geklappt hat. Das gehört zum Fußball schließlich auch dazu“, strahlte der Mann des Spieles. Denn der vor einem Jahr vom Drittligisten VfR Aalen nach Ulm zurückgekehrte 23-Jährige war es auch, der den SSV 46 nach nur vier Minuten per Kopf mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Diesem Treffer vorausgegangen war ein präziser Freistoß von Luigi Campagna von der rechten Seite.

„Steffen ist ein emotionaler, leidenschaftlicher Spieler. Wir haben der Mannschaft in der Halbzeitpause das 2:0 auf Video noch einmal gezeigt. Die Jungs haben applaudiert“, verriet Trainer Holger Bachthaler hinterher. Doch irgendwie verpuffte diese Art der Halbzeit-Motivation. Während sich die Ulmer immer mehr zurückzogen („das war nicht unser Plan“, so Bachthaler), kamen die Offenbacher von Minute zu Minute besser in die Begegnung.

Qualität und Leidenschaft

Aus einer qualitativ guten Begegnung wurde nun ein überaus spannendes Spiel. Nach dem Anschlusstreffer von „Straßenfußballer“ Hirst, der in der vergangenen Saison noch in der Kreis-Oberliga spielte, brach das große Zittern aus. „Wir alle haben nach der englischen Woche in der zweiten Halbzeit vielleicht zwei oder drei Prozent weniger gegeben“, räumte Stoll ein. Doch mit Glück und viel Leidenschaft brachten die Gastgeber ihren dritten Saisonsieg über die Runde, obwohl der Faden nun verloren war.

„Das leidenschaftlichere Team hat verdientermaßen gewonnen“, befand Holger Bachthaler, der diesen am Ende erzitterten  2:1-Erfolg mit seinen Spielern fast so enthusiastisch feierte, als habe er gerade irgendeinen Titel gewonnen. „Es war klar, dass wir nicht 90 Minuten lang so agieren können wie in der ersten Halbzeit. Aber bei uns ist jeder für jeden da. Das hat man auch auf der Bank gespürt“, so der neue Ulmer Trainer.

So spielten sie

SSV Ulm - Offenbach

2:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Ortag – Stoll, Krebs, Reichert, Schindele – Campagna – Gutjahr (70. Beck), Morina (76. Bagceci), Nierichlo – Kienle (84. Braig), Lux.
Tore: 1:0, 2:0 Kienle (4., 33.), 2:1 Hirst (79.)
Gelbe Karten: Krebs, Morina – Lovric, Albrecht
Schiedsrichter: Kimmeyer (Karlsruhe).
Zuschauer: 2481.

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