Regionalliga Bayern Münchner Löwen sorgen für Rekordkulisse in Illertissen

Torjubel beim souveränen Spitzenreiter der bayerischen Regionalliga (von links): Angreifer Sascha ­Mölders mit Phillipp Steinhart, Felix Weber und Jan Mauersberger.
Torjubel beim souveränen Spitzenreiter der bayerischen Regionalliga (von links): Angreifer Sascha ­Mölders mit Phillipp Steinhart, Felix Weber und Jan Mauersberger. © Foto: Imago
Illertissen / Von Jochen Baisch 24.04.2018

Beim FV Illertissen ist angerichtet. Die Fußballer des bayerischen Regionalligisten messen sich heute ab 19 Uhr vor Rekordkulisse im heimischen Vöhlinstadion mit dem großen TSV 1860 München. Noch vor keinem Spiel der Illertaler war das Interesse der Öffentlichkeit an ihrer Wettkampfstätte so groß wie vor dem Auftreten der Löwen aus der Landeshauptstadt. Mehr als 2000 Fans aus München werden erwartet. Aber auch die zahlreichen Löwen-Fanklubs, die es außerhalb des Freistaats gibt, wollen sich dieses Nachholspiel – ursprünglicher Termin war der 3. März gewesen – nicht entgegen lassen.

5000 Zuschauer, so viel wie noch nie bei einem Heimspiel der Illertisser, werden erwartet. In der  Saison  2012/13, als die bayerische Regionalliga erstmals als eigene Spielklasse zusammengesetzt war, gab es beim Duell der Illertisser gegen den FC Bayern II – seinerzeit mit Mehmet Scholl als Trainer und den heutigen Assen Emre Can und Mitchell Weiser – einen ähnlichen Zulauf. Allerdings war vor sechs Jahren die Kapazität des Vöhlinstadions auf 3000 Zuschauer beschränkt.

Noch 600 Karten erhältlich

Inzwischen haben sich die Stadt Illertissen und der Landkreis in enger Absprache mit der Polizei dazu durchgerungen, das Fassungsvermögen des Stadions auf 5000 Besucher zu erhöhen – was naturgemäß auch jede Menge neuen Stress bedeutet. Die Partien gegen die Sechziger werden  aufgrund der einschlägig bekannten Fans ohnehin als sogenannte Hochrisikospiele eingestuft.  Das heißt, dass jede Menge Ordnungshüter dieses vermeintliche Fußballfest absichern. Die genaue Mannschaftsstärke der Bereitschaftspolizei bleibt das Geheimnis der Behörde.

Ausrichter FV Illertissen muss zusätzliches Personal  bereitstellen. „Es werden so um die 50 Sicherheitsleute sein“, sagt Illertissens Spielleiter Hermann Schiller. 4400 Eintrittskarten sind im Vorverkauf  abgesetzt worden. Es ist anzunehmen, dass die 600 Tickets, die noch an der Abendkasse erhältlich sind, ebenfalls  weggehen wie die warmen Wecken.

 Gewinnen die Löwen das Kräftemessen  an der Iller und lässt  Verfolger FC Bayern II Punkte in Pipinsried,  sind sie bayerischer Regionalliga-Meister und können anschließend  ihre Konzentration auf die Aufstiegsfunde zur dritten Liga richten.

Der TSV 1860 ist heute Abend klarer Favorit, er gewann das Vorrundenspiel überlegen 5:0 und ist individuell schon um einiges stärker besetzt als der tüchtige FVI. Dazu kommt ein äußerst ehrgeiziger Trainer Daniel Bierofka, der nach dem jüngsten 1:1  seines Ensembles  im Grünwalder  Stadion   gegen den FC Augsburg II nach dem Schlusspfiff wutentbrannt in die Kabine entschwand.

Kein Wunder, hatte doch seine Mannschaft zuletzt mit einer Siegesserie geglänzt und es gegen den ungeliebten Nachbarn versäumt, Revanche für die Pleite in der Hinrunde zu nehmen.  Nur vier Spiele haben die Löwen in dieser Saison verloren –  gegen Buchbach, den FC Bayern II, Burghausen und eben gegen die Augsburger. Die Erfolgsgaranten wie Kultstürmer Sascha Mölders (18 Tore), Markus Ziereis  und Nico Karger (je 13) sind in diesen Partien von ihren Gegenspielern entzaubert worden.

Trainer Sailer: „Brauchen außergewöhnlichen Tag“

Der FV Illertissen geht   selbstverständlich als krasser Außenseiter in diese Partie. Das weiß natürlich auch sein Trainer Herbert Sailer, der bemerkt: „Wir brauchen  schon einen außergewöhnlichen Tag. Aber dann ist schon etwas möglich,  sofern unser Gegner keinen Sahnetag erwischen sollte“. Der Coach weist auf den FC  Augsburg II hin, der am vergangenen  Samstag in München eine  1:1- Punkteteilung ertrotzen konnte. Personell sieht’s beim FVI so aus, dass Fabian Rupp (Sperre) und die verletzten Sebastian Enderle und Marvin Weiss fehlen. Dafür sind die einstigen Langzeitverletzten  Daniel Lang und Sebastian Schaller  mit von der Partie, wenn auch nicht für volle 90 Minuten.

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