Der TSV 1860 München zieht immer noch die Massen an. Auch jetzt, da der einstige Arbeiterklub aus Giesing, der als Gründungsmitglied der Bundesliga  jahrzehntelang ein ernsthafter Konkurrent des jetzt übermächtigen FC Bayern war, in die Niederungen der Viertklassigkeit gestürzt ist, füllt er in der bayerischen Fußball-Regionalliga die Stadien immer noch bis zum Bersten. Unabhängig davon, dass die Löwen in den vergangenen Jahren mit fast beispiellosen Missmanagement  fast alles am einstigen Glanz eingebüßt haben.

Auch am gestrigen  Abend, als sich der Klassenprimus  zum Nachholspiel im Vöhlinstadion des FV Illertissen vorstellte, platzte die Arena aus allen Nähten. Statt der sonst üblichen 500 Interessierten drängten sich noch nie dagewesene  4800  Fans in die Illertisser  Kampfstätte, die  in einem ordentlichen Kräftemessen einen verdienten 2:0-Sieg des Favoriten beobachten konnten. Dieser an sich erwartete Dreier reicht aber den Löwen nicht zum vorzeitigen  Gewinn des Titels und zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga, denn  Verfolger FC Bayern II  wahrte seine Ambitionen und ließ sich beim 4:1 in Pipinsried  nicht vom Erfolgskurs abbringen.

Der Sieg der Löwen ging völlig in Ordnung, wenn auch der  frühere Bundesligist  im Illertal keine Galavorstellung bot. Die Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka war dem FV Illertissen jedoch in allen Belangen etwas voraus, was sich aber zunächst nicht in hochkarätigen Torchancen ausdrückte. Im letzten Spieldrittel machten die Hauptstädter  aber ernst und entschieden per Doppelschlag die Partie. Nur vier Minuten war der eingewechselte Benjamin Kindsvater auf dem Feld, als er ein Solo startete (68.) und mit einem strammen 18-Meter-Schuss  zur Münchner Führung krönte. Fünf Minuten später wurde Nico Karger von Simon Sefering freigespielt und der war mit seinem 14. Saisontreffer zum 2:0 erfolgreich.

Routiniert und unaufgeregt verwalteten die Sechziger danach ihren Vorsprung, weil die Hausherren, die eine durchaus ansehnliche Partie geboten hatten, nun mit ihren Kräften am Ende waren und nichts mehr zuzusetzen hatten. Die Illertisser hatten sich letztendlich nichts vorzuwerfen: Im Rahmen ihrer Möglichkeiten boten sie den Löwen ordentlich Widerstand, waren aber nur selten in der Lage, vor des Gegners Tor für Gefahr zu sorgen.

So spielten sie


FV Illertissen – 1860 München

0:2

FV Illertissen: Schilder - Allgaier, Krug, Strahler, Pangallo (75. Riederle) - Jann, Nebel, Hahn, Maurice Strobel - Leyla (71. Schaller), Philipp Strobel (90. Beneke).
Tore: 0:1 Kindsvater (68.), 0:2 Karger (73.) - Gelbe Karten: Hahn - Berzel - Schiedsrichter: Stefan Treber ­(Neuburg).
Zuschauer: 4800