Fußball Meisterporträt: TSV Obenhausen mit langem Anlauf in die Bezirksliga

Endlich geschafft: Ausgelassene Stimmung bei Meistermannschaft des TSV Obenhausen.
Endlich geschafft: Ausgelassene Stimmung bei Meistermannschaft des TSV Obenhausen. © Foto: Rudi Apprich
Detlef Groninger 28.07.2018

Acht (!) Jahre hintereinander hatte der TSV Obenhausen am ganz großen Wurf in der Fußball-Kreisliga A Staffel Iller geschnuppert. Die schlechteste Platzierung war Rang vier. Und nun konnte endlich der Gipfelsturm entsprechend gefeiert werden. Mit dem Titelgewinn ist der Klub aus dem Ortsteil der Marktgemeinde Buch somit erstmals in der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga vertreten. „Unsere Erwartungshaltung war sehr hoch. Wir wollten schon die Jahre zuvor den Aufstieg anpacken“, gesteht TSV-Abteilungsleiter Sebastian Gößler.

Allerdings schien den Kickern zu Saisonbeginn noch das erneute Scheitern (drei Mal in fünf Jahren) in der Aufstiegsrelegation der vorherigen  Spielzeit in den Klamotten zu hängen. Nach vier Spielen hatten schon zwei der drei Saisonniederlagen verdaut werden müssen. „Das hat jeden richtig gewurmt“, so Gößler. Wie auf Knopfdruck wurde im Kader der Schalter umgelegt und zum Höhenflug angesetzt. 2018 wurde nur ein Pflichtspiel verloren und das war das unglückliche Aus im Bezirkspokalhalbfinale gegen den Bezirksligisten und späteren Sieger FC Blaubeuren. „Wir haben mit 19 gleichwertigen Spielern einen sehr guten Kader.  Wir haben Ausfälle immer wieder kompensiert. Und wenn wir Spieler ausgewechselt haben, gab’s keinen Leistungsabfall“, jubelt Gößler.

Spielertrainer als Schlüsselfigur

Wobei Spielertrainer Ulrich Klar den Löwenanteil am Erfolg beanspruchen kann. Der ehemalige Regionalligaspieler des FV Illertissen wohnt keine 100 Meter Luftlinie vom Sportplatz entfernt. Er genießt eine Ausnahmestellung. „Er hält die Jungs immer bei Laune und geht gezielt auf die Schwachpunkte ein. Und als Abwehrchef ist er eine Bank. Er kann die Jungs führen“, lobt Gößler. Klar hat übrigens für seine nun schon dritte Runde als sportlicher Kommandogeber das grüne Licht gegeben.

Neben dem 31-jährigen Routinier stechen noch der hochtalentierte Torwart Niklas Weikert (21), sowie als weitere Leitwölfe neben Klar der Abräumer im Mittelfeld Patrick Mayer (29) und Spielgestalter Claus Jehle (28), mit 24 Treffern erneut bester Torschütze, heraus. Zudem erwiesen sich die beiden Nachzügler Moritz Schröter und Tim Hübsch als absolute Glücksfälle. Das Duo, welches schon bei den Junioren des FC Augsburg im Einsatz gewesen ist, hatte fußballerisch pausiert und war wegen der Freundschaft zu TSV-Spielern erst während der Saisonvorbereitung dazu gestoßen. „Je länger sie da waren, desto mehr hast du gesehen, dass sie ein sehr gute sportliche Ausbildung hinter sich gehabt hatten“, meint Gößler. Nicht von ungefähr konnte bereits am vorletzten Spieltag mit dem 4:0 gegen Absteiger SC Staig II die Meistersause beginnen. Bis in die frühen Morgenstunden des nächsten Tages wurde kräftig gefeiert. Buchs Bürgermeister Roland Biesenberger spendierte sogar ein Fass mit 50 Liter Bier. Und nach dem Saisonende gab es noch einen Festumzug durch Obenhausen, an dem sich auch die anderen Vereine des Ortes beteiligten.

Im Festzelt wurden Spanferkel und ein Lamm gegrillt. Auch eine Etage höher soll nun für Furore gesorgt werden. „Wir sind voller Vorfreude und trauen das den Jungs auch zu. Ziel ist der Klassenerhalt“, verkündet Gößler, dem der komplette Kader für die kommende Runde zugesagt hat. Neu dabei sind Christian Hille (vom Bezirksligisten SC Staig) und Dominik Zwatschek (vom B/Iller-Klub SV Pfaffenhofen).

37

Punkte sammelte der TSV Obenhausen in diesem Jahr in den 15 Spielen und kassierte dabei keine Niederlage. Acht Partien wurden ohne Gegentor überstanden.

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