Fußball Lux kopiert Kienles Traumtor

Ulm / Gerold Knehr 20.08.2018

Vor einer Woche, beim 2:1-Erfolg im vierten Punktspiel der Fußball-Regionalliga gegen die Offenbacher Kickers, war Ulms Offensivspieler Steffen Kienle zweifacher Torschütze. Das 2:0 fiel in die Kategorie „Traumtreffer“. Sein Sturmpartner Vitalij Lux hatte ihn in der eigenen Spielhälfte auf die lange Reise geschickt, vier Offenbacher Verfolger konnten den ehemaligen Drittliga-Spieler des VfR Aalen nicht einholen. Kienle blieb cool und verwandelte sicher.

Vitalij Lux, vor dieser Saison vom Drittligisten SpVgg Unterhaching an die Donau gewechselt, hatte in dieser Szene offenbar genau hingeschaut. Denn gegen Offenbachs Rivale Frankfurt kam es zu einer ganz ähnlichen Szene in der 75. Minute. Luigi Campagna schickte mit einem Befreiungsschlag Lux auf die Reise. Der kirgisische Nationalspieler legte sich den Ball mit der Schulter vor, sprintete los und war vom Mexikaner Hernandez Salcedo nicht einzuholen. Lux zog ab – und traf. „Ich habe zunächst gar nicht realisiert, dass der Ball drin ist. Erst als die Zuschauer jubelten, habe ich es begriffen“, sagte der Torschütze.

Mehr als ein Abstauber

Das 1:0 hatte Kienle erzielt – auf eher profane Art. Wieder war Campagna mit einem Freistoß der Ausgangspunkt. Er zirkelte den Ball auf Ardian Morina, dessen Kopfball landete am Pfosten. Torjäger Kienle war zur Stelle und schob den Ball ins Netz. Ein Abstaubertor.

„Dem Tor ist ein Foul an mir vorausgegangen“, reklamierte der Schütze mehr als nur den Abstauber-Part. Kienle ist mit seiner emotionalen Art, seinen schnellen Läufen und seinem Kampfgeist die Seele des Ulmer Offensivspieles. Sein Kollege Lux, der kirgiesische Nationalspieler, steht ihm in dieser Hinsicht allerdings kaum nach. „Wir sind zwei ähnliche Spielertypen“, sagt Kienle. „Vitalij hat aber deutlich mehr Erfahrung als ich, ich kann noch viel von ihm lernen.“

Kienle und Lux haben die Eintracht-Defensive jedenfalls mehr beschäftigt, als sich die Frankfurter vor der Begegnung ausgerechnet hatten. Auch Ardian Morina, in der vergangenen Saison der Ulmer Top-Torevorbereiter, fügte sich gut in der Angriffsspitze ein, auch wenn er am Samstag nicht so wirkungsvoll wie gewohnt war.  „Unsere Umstellung auf eine 4-3-3-Taktik hat super funktioniert“, so Kienle.

Er wurde zum „Man of the match“, dem Mann des Spiels gewählt. „Die Plakette bekommt einen Ehrenplatz in seiner Wohnung. Wo genau, das weiß ich noch nicht.“

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