Fußball Luigi Campagna, Ulms Mann in Gelb

Gerold Knehr 25.08.2018

Zum ersten Regionalliga-Heimspiel dieser Saison gegen Aufsteiger TSG Balingen (2:0) kamen 1861 zahlende Zuschauer ins Donaustadion. Beim 2:1 gegen die Offenbacher Kickers waren es 2481. Dann kam der Pokalknaller gegen Esrtligist Eintracht Frankfurt (2:1) vor dem mit 18 440 Zuschauern ausverkauften Donaustadion, bei dem die Spatzen beste Werbung in eigener Sache machten.

Deshalb ist vor dem Punktspiel heute (14 Uhr) gegen den FC Homburg nicht nur interessant, wie sich der SSV Ulm 1846 Fußball gegen den aktuellen Tabellenführer schlagen wird. Spannend ist auch, wie viele der Fans heute den Weg ins Stadion finden werden. „Ich gehe davon aus, dass es 2000 mehr sind als sonst“, setzt Sportvorstand Anton Gugelfuß darauf, dass die Pokal-Euphorie ein Stück weit in den Punktspiel-Alltag mitgenommen werden kann.

4000 Zuschauer wären eine gute Marke für die Begegnung gegen die Saarländer, die wie Ulm gut in die Saison gestartet sind und entsprechend selbstbewusst auftreten werden. Doch das gilt auch für die Gastgeber, ungeachtet der 0:1-Niederlage am Dienstag in Worms. „Dass wir verloren haben, lag nicht an der Einstellung der Spieler“, glaubt Luigi Campagna. „Vielmehr hat ein bitterer Konzentrationsfehler kurz vor Schluss diese Begegnung zu unseren Ungunsten entschieden“, hadert der 28-Jährige.

Der defensive Mittelfeldspieler, der bislang eine ganz starke Saison spielt, sah im fünften Ulmer Punktspiel zum vierten Mal Gelb – wegen einer Undiszipliniertheit. Kein anderer Regionalligaspieler wurde öfter verwarnt. „Zwei dieser vier Karten waren völlig unnötig. Ich selbst ärgere mich am meisten darüber“, sagt der Italiener. Auch Trainer Holger Bachthaler rügte seinen „Signore giallo“ (Herr Gelb) deswegen: „Auf seiner Position kommt man nicht umhin, mal ein Foul zu riskieren. Aber dass er wegen Undiszipliniertheiten Gelb sieht, geht nicht.“

Trotz dieses Tadels fühlt sich Campagna, der im vergangenen Winter von Germania Halberstadt (Regionalliga Nordost) zum SSV 46 gekommen war, in Ulm  sehr wohl. „Jedes Mal, wenn ich von meinem Wohnort nach Ulm fahre und ich in Böfingen die Stadt vor mir liegen sehe, geht mein Herz auf“, schwärmt er.

Campagnas Familie trägt zum erhöhten Zuschaueraufkommen im Donaustadion bei. Seine Eltern, die Ehefrau, der kleine Sohn und sein Bruder kommen zu allen Spielen nach Ulm und gehen hinterher meist gemeinsam essen.  Gegen Frankfurt chauffierte eine Cousine gar Campagnas Opa aus Aschaffenburg ins Donaustadion – und der war von seinem Enkel hin- und hergerissen.

Am Sonntag wird im Rahmen der Sportschau (ARD, 18 Uhr) die zweite DFB-Pokalrunde ausgelost. Campagna wird die Ziehung mit seiner Familie zu Hause vor dem Fernseher verfolgen. Und nicht nur er hofft auf einen weiteren Pokalknaller.

So wollen sie spielen Liveticker

SSV Ulm 1846 – FC Homburg
(heute, 14 Uhr Donaustadion)

SSV Ulm 1846 Fußball: Ortag – Schmidts (Bradara), Krebs, Reichert, Schindele – Campagna – Gutjahr, Morina, Nierichlo – Kienle, Lux.

Liveticker
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