Logo: Hauptverein und Spatzen auf einer Linie

Ob ohne (links) oder mit dem Zusatz "Fußball": Das Logo des SSV Ulm 1846 ist für alle da. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ob ohne (links) oder mit dem Zusatz "Fußball": Das Logo des SSV Ulm 1846 ist für alle da. Foto: Lars Schwerdtfeger
RÜDIGER BERGMANN 03.02.2012
Schulterschluss in der Chefetage: Der SSV Ulm 1846 und die Spatzen haben ihre Eiszeit beendet. Festzumachen am Logo, das fast identisch ist.

Klimatische Kontraste. Gerade jetzt, da der deutsche Winter kollektives Bibbern auslöst, pendelt sichs drunten in der Friedrichsau auf behaglicher Normaltemperatur ein. Zwei Nachbarn, deren Verhältnis weitgehend aus frostigen Beziehungen bestand, können wieder miteinander - der SSV Ulm 1846 und der SSV Ulm 1846 Fußball.

Neue Gemeinsamkeiten lassen sich nicht nur an geschliffenen Worten der Präsidenten Willy Götz und Paul Sauter erkennen - sondern vor allem am äußeren Erscheinungsbild. Das Logo des 9500-Mitglieder-Gesamtvereins mit seinen 19 Abteilungen unterscheidet sich nur marginal von jenem des 700 Köpfe starken Kicker-Ressorts. Im Detail: Lediglich durch den Zusatz "Fußball" im Namen und Wappen.

Friedlich vereint statt heillos zerstritten: Diese Schnellbleiche überrascht. "Vor einem Jahr war die Stimmung noch gar nicht fußballfreundlich", räumt Götz ein. Sprich: Der Stammverein wollte sich so scharf als möglich von den Balltretern abgrenzen. Rechtsanwälte und Abmahnung waren ein Stilmittel der Kommunikation. "Nach vielen Diskussionen haben wir eingesehen, dass der Kampf in der Öffentlichkeit nichts bringt", sagt Götz.

Kollege Sauter vom Kicker-Klub ist zufrieden: "Wir haben unsere traditionsbewusste Identität weitgehend beibehalten." Mit dem entsprechenden Auftrag der Mitgliederversammlung vom Sommer 2011 "haben wir den Hauptverein schier zur Weißglut gebracht", betont Sauter. Und Götz glaubt: "Vielleicht war eine Eskalation nötig, um diese Lösung zu finden." Letztere wurde nicht aus dem Boden gestampft, sondern entsprang vieler Diskussionen von Führungsriege und Abteilungsleitern im Großverein, ehe der Kompromiss reifte, den Götz "ein Stück weit schmerzhaft" nennt.

Bis zum 30. Juni dürfen die Spatzen übergangsweise das gemeinsame Logo nutzen. Danach müssen sie sich auf Trikots, Homepage, Briefkopf durch den Zusatz "Fußball" vom Hauptverein unterscheiden. "Damit können wir leben", verkündet Paul Sauter, "und ich denke, auch der Hauptverein wird sich an die neue Situation bald gewöhnen."

Davon geht auch Willy Götz aus. Er denkt, dass die Hauptversammlung des SSV Ulm 1846 am Mittwoch, 15. Februar (19.30 Uhr, Jahnhalle), durch dieses Thema keine Zuspitzung mehr erfährt. Zur Bekräftigung probt er schon mal den Schulterschluss mit dem Amtskollegen Sauter. Nachdem sich Götz wegen der Spannungen bislang nicht ins Donaustadion getraut hat, will er die Oberliga-Fußballer in der Rückrunde stimmkräftig unterstützen. Im Gegenzug bot er Paul Sauter an, beim 24-Stunden-Schwimmen des Vereins ins Wasser zu springen. Der Chef und Trainer der Fußballer, die ihre Form am Samstag um 12 Uhr in Gersthofen gegen den FC Augsburg II testen, blickte raus in den strengen schwäbischen Winter und entgegnete locker: "Nur wenn der Wettbewerb in der Karibik stattfindet."

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