Ulm SSV Ulm 1846 Fußball: Auf die Stürmer ist Verlass

Ulm / Winfried Vogler 24.11.2017
Trotz der Führung durch Tore von Rathgeber und Braig wird es gegen den VfB Stuttgart noch eng. Aber die Spatzen retten den Sieg ins Ziel.

Nur nicht schon wieder ein Remis, dachten sich am Freitagabend 1161 Zuschauer im Ulmer Donaustadion. Schließlich hatten die Anhänger des Fußball-Regionalligisten SSV Ulm 1846 im bisherigen Saisonverlauf hinreichend Erfahrungen mit Punkteteilungen gemacht – in neun Partien spielten die Gastgeber fünf Mal unentschieden, nur zwei Siege gab es bislang vor heimischer Kulisse.

Im ersten Heimspiel der Rückrunde gegen den VfB Stuttgart II – wie der SSV 46 in den vergangenen fünf Spielen sieglos – wollten die Spatzen den Umkehrschwung herbeiführen – und schafften das auch. Die beiden erfolgreichsten Torschützen des SSV 46 ebneten mit ihren jeweiligen Saisontoren sechs beim 2:1 (2:0)-Erfolg den fünften Saisonsieg. Der SSV 46 kletterte zumindest bis heute Nachmittag auf den zehnten Tabellenplatz – die beste Platzierung in der laufenden Runde – und ließ die VfB-Reserve hinter sich. Für die gesperrten David Kammerbauer (fünfte Gelbe Karte) und Volkan Celiktas (Gelb-Rote Karte) kamen Michael Schindele in der Innenverteidigung und Steffen Kienle auf der rechten Außenbahn auf dem Platz. Früh verwandelte Thomas Rathgeber (6.) einen Foulelfmeter zur Führung, den Tobias Feisthammel an Alper Bagceci verursacht hatte. Einen Abwehrfehler des gleichen Spielers nutzte dann David Braig (28.) zur 2:0-Führung, freistehend vor dem Stuttgarter Keeper schob er nervenstark den Ball ins Netz.

Ein beruhigender Vorsprung der Gastgeber, die freilich zuvor zweimal Massel benötigten. Erst klärte Holger Betz gegen Jan Ferdinand (11.) mit tollem Reflex zur Ecke, dann knallte er aussichtsreich das Spielgerät übers Ulmer Gehäuse. „Da haben wir mächtig Glück gehabt“, räumte Trainer Tobias Flitsch ein, dessen Team aber im weiteren Spielverlauf die klar dominierende Elf war. Das war auch in der zweiten Halbzeit nicht anders, in der die Einheimischen eine Reihe von großen Gelegenheiten zum dritten Treffer hatten. Doch sie scheiterten im Abschluss entweder an sich selbst oder am Stuttgarter Torhüter. „Wir haben es verpasst, den dritten Treffer zu erzielen“, bemängelte Torschütze Rathgeber. Die Gäste brachten bis auf die Schlussphase offensiv kaum Nennenswertes zustande.

Wie aus heiterem Himmel fiel in der 80. Minute der Anschlusstreffer, als sich eine Bogenlampe hinter Torhüter Betz ins Tor senkte. Es war das Signal für eine turbulente Endphase. „Nach dem Stuttgarter Anschlusstor haben wir keine Ruhe mehr in unser Spiel gebracht“, beklagte Trainer Flitsch. „Wir haben unsere Konter einfach nicht sauber ausgespielt.“

Die Gäste warfen alles nach vorn und hatten in der Nachspielzeit die Chance zum Ausgleich. Ein abgefälschter Schuss von Nicolas Sessa lenkte Betz noch mit den Fingerspitzen an die Latte, von wo der Ball in Wembley-Manier auf die Linie sprang. Der Schiedsrichter entschied nicht auf Tor. Damit wurde der gestrige „Black Friday“ für die Ulmer Regionalliga-Fußballer doch noch zum Punkte-Shopping und mit endlich mal wieder drei Zählern ein erfreulicher Schnäppchentag.

So spielten sie

SSV Ulm 1846 – VfB Stuttgart II

2:1

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Bradara, Reichert, Schindele, Nierichlo – Kienle (63. Michel), Sauter, Morina (82. Kücük), Bagceci (70. Graciotti) - Rathgeber, Braig.
Tore: 1:0 Rathgeber (6./Elfmeter), 2:0 Braig (28.), 2:1 Galstyan (80.). – Gelbe Karten: Rathgeber Sauter – Walter, Oeßwein, Groiß.
Schiedsrichter: Alt (Illingen).
Zuschauer: 1161.

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