Mannheim/Ulm 0:1 beim SV Waldhof – die Spatzen-Serie ist zu Ende

Mannheim/Ulm / Gerold Knehr 11.11.2017
Auswärts verloren hat der SSV Ulm 1846 Fußball am Samstag beim SV Waldhof Mannheim. Nach elf Regionalligaspielen verloren die Spatzen erstmals wieder ein Punktspiel.

Nach elf Regionalligaspielen verlor der SSV Ulm 1846 Fußball erstmals wieder ein Punktspiel. Beim 0:1 gegen den SV Waldhof Mannheim zeigten die Spatzen aber eine bessere Leistung als in den ergebnismäßig erfolgreicheren Begegnungen.

Die Negativserie hält an, die positive Serie ist zu Ende. Mannheim ist für die Regionalliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 einfach keine Reise wert. Zum siebten Mal in Folge verloren die Spatzen im Carl-Benz-Stadion. Das 0:1 am November-grauen Samstagnachmittag war gleichzeitig auch das Ende der Ulmer Serie. Erstmals nach elf Regionalligaspielen und wettbewerbsübergreifend nach 13 Begegnungen setzte es die erste Niederlage seit dem 26. August (2:3 in Steinbach).

Das Kuriose dabei: Die Spatzen spielten beim SV Waldhof viel besser als in den meisten Begegnungen zuvor – und das, obwohl sie arg ersatzgeschwächt angetreten waren. „Vielleicht war es sogar unser bestes Saisonspiel“, mutmaßte Lutz Siebrecht, der Sportliche Leiter. Er konnte und wollte seinem Team keine Vorwürfe machen – bis auf zwei: „Wir waren einmal unachtsam, und wir haben unsere Chancen nicht genutzt.“

Mit Johannes Reichert und Volkan Celiktas in der Innenverteidigung anstelle von Florian Krebs und Tim Göhlert sowie Olcay Kücük als neuem „Sechser“ waren wichtige Positionen in der zentralen Achse neu besetzt. Und auch Thomas Rathgeber hatte eine neue, für ihn ungewohnt defensive Rolle eingenommen. Der nominelle Stürmer pendelte zwischen Defensive und Offensive.

Die Ulmer ließen sich nicht anmerken, dass sie personell geschwächt in dieses Spiel gehen mussten und spielten von Beginn an gut mit. „Wir hatten genügend Chancen und waren in den letzten Jahren noch nie so nahe an einem Punktgewinn in Mannheim“, sagte Janik Michel, der neben dem emsigen David Braig als zweite Sturmspitze aufgeboten worden war. Zwei der größten Chancen der Ulmer vergab Michel. In der 53. Minute traf er den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig, in der 60. Minute ging ein weiterer Schuss vorbei. „Eine der beiden Chancen hätte ich nutzen müssen“, zeigte sich Michel einsichtig.

Als alle schon mit einem 0:0 zur Halbzeit rechneten, schlug der Mannheimer Andreas Ivan zu. Er brachte sein Team in der 45. Minute mit 1:0 in Führung. Kurz davor hatten die Ulmer mit dem Schiedsrichter gehadert. Der hatte weiterspielen lassen, als Timo Bradara im Strafraum zu Fall kam. Die Proteste der Spatzen, die einen Elfmeter haben wollten, halfen nicht.

Je weiter die zweite Halbzeit fortschritt, desto intensiver und giftiger wurde der gegenseitige Schlagabtausch. Die größte Chance hatte in der 71. Minute der wenige Sekunden zuvor nach längerer Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Luca Graciotti. Seinen Schuss aus kurzer Distanz klärte ein Waldhöfer auf der Linie mit dem Oberschenkel und angewinkeltem Arm. Graciotti war fairer Sportsmann: „Einen Handelfmeter muss man da nicht zwingend geben.“ Trainer Tobias Flitsch jedoch befand. "Der Schuss musste auch ohne die Hilfe des Schiedsrichters drin sein." So aber fuhren die Ulmer trotz guter Leistung erstmals seit August ohne Punkt nach Hause.

So spielten sie

SV Waldhof – SSV Ulm 1846 Fußball 1:0 (1:0)

Ulm: Betz – Bradara, Reichert, Celiktas, Kammerbauer – Kücük (59. Morina) – Nierichlo (78. Gondorf), Rathgeber, Sauter – Braig, Michel (70. Graciotti).

Tor: 1:0 Ivan (45.) – Gelbe Karten: Koep, Di Gregorio, Schuster – Reichert, Nierichlo, Celiktas, Gondorf – Schiedsrichter: Schmidt. – Zuschauer: 3634.

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