Bezirksliga Kraft dank Betonsteine-Schleppen

Glaubt an sein Team: Kapitän Lars Fischer.
Glaubt an sein Team: Kapitän Lars Fischer. © Foto: Schulz
Detlef Groninger 22.04.2017

In der Vorsaison galten sie noch als Himmelsstürmer. Doch mittlerweile sind die Bezirksliga-Fußballer des SV Lonsee auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Abwehrchef Lars Fischer und Co bangen vor dem Duell der Zittergenossen morgen (15 Uhr) gegen den FV Senden um den Klassen­erhalt. „Zu wenige Spieler gehen an ihre Grenzen und holen das aus sich heraus, was sie können“, spricht der Mannschaftskapitän Klartext.

 Mit einem fast unveränderten Kader hatte der letztjährige Aufsteiger in der vergangenen Spielzeit lange im Konzert der Großen mitgespielt und wurde Fünfter. „Wir haben über unserem eigentlichen Leistungsvermögen abgeschnitten. Da gab es einige Spiele, bei denen wir am Ende nicht gewusst haben, warum wir gewonnen haben“, relativiert Fischer, Lehrer an der Grundschule Lonsee. „Nun dreht sich das so, dass wir nun öfters in die Röhre schauen.“

 Vor allem seit der Winterpause ist dies der Fall. Sechs Pleiten sorgten für den Sturz auf Relegationsplatz 13 für die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde. Fischer, der zu Jugendzeiten beim SSV Ulm 1846 Fußball mit dem heutigen Spatzen-Torjäger Thomas Rathgeber zusammengespielt hat und in seinem ersten Aktivenjahr mit dem FC Eislingen in die Verbandsliga aufgestiegen war, betreibt keine Schönfärberei. „Manche ruhen sich vielleicht auf den Lorbeeren der letzten Saison aus. Die Trainingsbeteiligung passt zwar und das Training ist auch gut. Es sind aber noch nicht alle Spieler bereit, an ihre Grenzen zu gehen. Und du kannst bekanntlich auch nur so spielen, wie du auch trainierst“, meint der Gatte von SVL-Spielleiterin Daniela Fischer.

 Die Qualität für den Kampf um den Klassenerhalt ist jedenfalls vorhanden. Im Kader befinden sich bis auf die beiden Neuzugänge Granit Nikqi und Timo Klein (kamen vom Kreisliga A/Alb-Absteiger TSV Laichingen) nur Lonseer Eigengewächsen oder Kicker, die in der Gemeinde wohnen. Führungsspieler wie Fischer sind nun gefragt. „Wir versuchen mit entsprechendem Einsatz es vorzuleben und andere Akteure mitzuziehen. Wir ergeben uns nicht unserem Schicksal. Wir haben es schließlich noch selbst in der Hand“, betont er. In fünf der sieben ausstehenden Partien geht es gegen direkte Kontrahenten im Abstiegskampf.

 An der fehlenden Kraft wird es jedenfalls nicht liegen, sollten die Lonseer den Klassenerhalt nicht packen.  Bis zu vier Mal im Jahr ist für die Kicker freiwilliges Muskeltraining beim Betonsteine-Schleppen in einer Firma in Amstetten zur Aufbesserung der Mannschaftskasse angesagt. Fischer äußert sich jedenfalls selbst  für den Fall des sportlichen Misserfolgs und dem Gang in die Kreisliga A voller Zuversicht: „Ein Abstieg würde nicht das Ende des SV Lonsee bedeuten. Die meisten Spieler sind hier fest verankert.“