Fußball SSV Ulm 1846 Fußball - Besser kleine Spatzen-Schritte als keine

Drin das Ding im Donaustadion: Torschütze David Braig (rechts) und Steffen Kienle bejubeln den Treffer zum 2:0 für die Spatzen im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart.
Drin das Ding im Donaustadion: Torschütze David Braig (rechts) und Steffen Kienle bejubeln den Treffer zum 2:0 für die Spatzen im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. © Foto: Kessler
Vogler 27.11.2017

Mehr als 95 Minuten Bangen und anschließend purer Jubel: Ein Freitags-Krimi mit Happy End. Nicht anders lässt sich das 2:1 (2:0) der Regionalliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 gegen den VfB Stuttgart II beschreiben. Nach fünf sieglosen Partien gelang dem Team von Trainer Tobias Flitsch endlich mal wieder ein dreifacher Punkteerfolg.

Aber am Ende war es bloß noch ein einziges Zittern, nichts für schwache Nerven. Was wie ein Tag begonnen hatte, an dessen Ende ein Ausrufezeichen stehen würde, wurde dann doch nur ein kollektives Aufatmen. Der letzte Angriff, der ihnen möglicherweise den Ausgleich beschert hätte, gelang den Gästen vom Neckar nicht. Nach einem Lattenknaller (90. + 4) sprang der Ball von der Unterkante auf die Torlinie, erneut hoch ans Aluminium, wieder auf die weiße Markierung und dann ins Spielfeld zurück.

Während die Stuttgarter von „Torklau“ sprachen, bekräftigte der Ulmer Torhüter die Schiedsrichterentscheidung und beschwor kein Tor. „Der Ball war nicht hinter der Linie, sonst wäre er ja nicht wieder ins Feld gesprungen“, behauptete Holger Betz. Bei SSV-Coach Flitsch purzelten nach dem Happy End ganze Felsbrocken vom Herzen. „Wir sind heute einfach glücklich, den Sieg haben wir gebraucht“, war der 38-Jährige nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. Wohlwissend, dass sich seine Elf in der Schlussphase fast erneut um die drei Punkte gebracht hätte und es so ein ganz bitterer Abend hätte werden können.

Erstaunliche Wackelpartie

Was nämlich nach einer 2:0-Führung durch einen Foulelfmeter von Thomas Rathgeber und einem Treffer von David Braig hätte entschieden sein können, wurde mit zunehmender Spielzeit zu einer erstaunlichen Wackelpartie für die Einheimischen, mit der man nicht mehr hätte rechnen müssen. Statt mit dem dritten Tor alles klar zu machen, brachte der Anschlusstreffer (79.) die Heimelf richtig in die Bredouille. „Bis zum Gegentor hatten wir den Gegner im Griff. Das dritte Tor hätten wir machen müssen, das ist der einzige Kritikpunkt“, befand Torschütze Rathgeber.

Auch Kapitän Braig, der den verletzten Florian Krebs vertrat, bestätigte: „Wir hätten den Deckel zumachen müssen, ansonsten haben wir bis zum Schluss gekämpft.“ Über die Phase bis zum Gegentor sagte Trainer Flitsch: „Wir waren gut im Spiel, haben hoch verteidigt und das richtig gut hinbekommen. Leider haben wir das dritte Tor verpennt.“

Zu kritisieren hatte der SSV-Coach vor allem, „dass wir nach dem Gegentor kurz vor dem Ende keine Ruhe in unser Spiel bekommen haben“. Über die gesamte Spielzeit gesehen, war es verdient, dass die Spatzen am Ende ein 2:1 nach Hause brachten. Von einem „enorm wichtigen Sieg“ sprach auch Lutz Siebrecht, erst Recht mit Blick auf die Tabelle. Der SSV 46 rangiert jetzt auf Rang zehn mit vier Punkten Vorsprung auf den möglichen Abstiegsplatz 14. Von einem „Befreiungsschlag“ wollte der Sportliche Leiter freilich nicht reden.

Immerhin: Auch Zittersiege bringen drei Punkte. Der SSV 46 marschiert mit 24 Zählern weiter Richtung Klassenerhalt – aber der Auftritt am vergangenen Freitag hat gezeigt, wie weit der Weg noch ist, der aber auch mit kleinen Schritten zu bewältigen ist. Am Samstag bietet sich im Gastspiel bei den Offenbacher Kickers bereits die nächste Gelegenheit.

Wiedersehen mit Ex-Trainer Baierl

In der Vorbereitung auf die restlichen Partien der Rückrunde, die mit dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim II am 10. Februar 2018 startet, kommt es zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Spatzen-Coach Stephan Baierl, der nun beim FC Memmingen gelandet ist. Am 27. Januar erwartet der SSV 46 den bayerischen Regionalligisten zu einem Testspiel. Trainingsbeginn bei den Spatzen ist am 2. Januar. Alle Vorbereitungsspiele: 6. Januar (Samstag) bei Sonnenhof Großaspach; 13. Januar (Samstag) gegen FV Ravensburg; 20. Januar (Samstag) Turnier in Göppingen; 27. Januar (Samstag) gegen FC Memmingen, 3. Februar ­(Freitag) gegen FC Augsburg II. wfv

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