Frauenfußball Kampf dem Oberliga-„Stress“ in Bellenberg

Bellenbergs Stammspielerin Elisa Mayer (15) .
Bellenbergs Stammspielerin Elisa Mayer (15) . © Foto: Rebecca Lipp
Bellenberg / hel 15.11.2017
Der Auf­steiger FV Bellenberg gibt in der Oberliga nicht die schlechteste Figur ab. Die größten Defizite liegen aber klar in der Defensive. Hier hilft ein Stresscoach für die brenzligen Spielsituationen.

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“ – Diese Zeilen von Sänger Xavier Naidoo passen gut zur Mission Klassenerhalt des FV Bellenberg in der Oberliga Baden-Württemberg. Die vierthöchste Liga im Frauenfußball bietet jedenfalls jede Menge Anspruch in Sachen Taktik und Schnelligkeit. Das wusste das Team um Trainer Joachim „Joe“ Baumeister nur zu gut. Eigentlich sind die drei Siege und zwei Unentschieden aus neun Spielen bereits ein Tauglichkeitszeugnis. Elf Punkte hat der Tabellenachte mit der zweitbesten Offensive der Liga auf der Habenseite. Aber ganz zufrieden ist Baumeister nicht, gerade in der Verteidigung hapert es noch schwer: „Unser Ziel waren 13, 15 Punkte in der Vorrunde. Hier und da fehlt uns einfach die Erfahrung, das war zu sehen. Vor allem die erste Halbzeit sollten wir nicht immer verschlafen“, sagt der Coach, der diese Woche in Ruit seine Trainer-B-Lizenz auffrischen wird.

Das 1:3 (0:2) beim VfL Sindelfingen Ladies II am Sonntag war beispielhaft dafür, wie die Bellenbergerinnen um die Torjäger Selina Marz und Stefanie Nießer einfach zu lange brauchen, um die Räume eng zu machen, und um die Zweikämpfe von Anfang an hart zu führen. „Das Mittelfeld war ganz offen, meine Mannschaft ist nicht energisch genug zur Sache gegangen“, muss Baumeister konstatieren. So fielen die ersten Gegentreffer in der ersten halben Stunde. Verena Böhm war für den FVB in der 78. erfolgreich.

Damit seine Spielerinnen besser mit Drucksituationen umgehen können, hat Baumeister einen Stresscoach dazu geholt. Zufällig ist seine Frau in diesem Berufszweig tätig. Bereits im Trainingslager wurden solche speziellen Übungen eingebaut. Die Mannschaft spürt einen Aufwärtstrend in ihrer Entwicklung. Und am allerwohlsten fühlt sie sich auf heimischem Platz. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) gastiert der Karls­ruher SC – da soll dann der vierte Dreier her.