Rückblicke, Einblicke und Ausblicke – im Interview zum Jahreswechsel zieht Manfred Merkle, Vorsitzender des Fußballbezirks Donau/Iller, eine Bilanz und wagt einen Blick in die Zukunft.

Herr Merkle, kurz vor dem Jahreswechsel hatten Sie gesundheitliche Probleme. Wie geht es Ihnen inzwischen?

Manfred Merkle: Mir geht es wieder ganz gut. Ich bin zufrieden und kann mich wieder voll dem Fußball zur Verfügung stellen.

Sie wurden beim letzten Bezirkstag zum siebten Mal an der Spitze des Fußballbezirks im Amt bestätigt. Was hat Sie bestärkt, weiter zu machen?

Mir macht die Arbeit im Bezirk nach wie vor Spaß. Ich habe ein gutes Team um mich und ich möchte mich einfach für den Amateurfußball engagieren.

Was waren rückblickend die größten Herausforderungen?

Ein vernünftiger und ausgewogener Spielbetrieb im Bezirk ist das Wichtigste. Dies regelmäßig hinzubekommen. ist jedes Jahr eine große Herausforderung. Daneben gehört auch immer wieder gute und motivierte Mitarbeiter für den Bezirk zu finden.

Sie sind jetzt einziges Mitglied aus dem Fußballbezirk Donau/Iller im WFV-Vorstand.

Es war sicherlich sehr angenehm, dass bislang drei Vertreter aus unserem Fußballbezirk im Verbandsvorstand waren. Ich bin aber der Vertreter aller Bezirke und muss weiterhin das große Ganze im Blick haben.

Stichwort großes Ganze: Wie ist der Stand in der Strukturreform, durch die das gesamte Verbandsgebiet neu geordnet werden soll?

Die Kommission ist zum Ergebnis gekommen, dass unter den jetzigen Strukturen kein besseres Spielsystem möglich ist. Die Frage muss erlaubt sein, ob es weiterhin Bezirke, in diesen unterschiedlichen Größen geben muss. Deshalb habe ich den Antrag auf Überprüfung ausdrücklich unterstützt.

Erwarten Sie durch die Strukturreform Konsequenzen für unseren Bezirk?

Nein, ich bin aber gegenüber allen eventuellen Änderungen oder Neuerungen völlig offen.

Thema Spielbetrieb: Wird es aktuell Änderungen geben?

Wir haben uns für einen neuen Relegationsmodus von der Kreisliga A zur Bezirksliga entschieden. Es wird erstmals zwei Halbfinals und ein Endspiel geben. Die Auslosung erfolgt bei der nächsten Bezirksvorstandssitzung.

Die diesjährige Winterpause fällt mit 14 Wochen großzügig aus, es geht erst am 17. März weiter. Was gab den Ausschlag?

Ja, die Pause ist relativ lange, es hängt viel vom Wetter ab. Im Nachhinein ist man dann schlauer. Bei schlechten Bedingungen werden die Spiele nur noch von ganz wenigen Zuschauern besucht. Deshalb versuchen wir, den Spielbetrieb nach Möglichkeit nicht in der eher schlechteren Jahreszeit auszutragen.

Das Interesse an Hallenturnieren ist stark zurückgegangen. Droht dem Hallenfußball das Aus?

Das Interesse ist im ganzen Verbandsgebiet und darüber hinaus rückläufig. Viele Spieler wollen einfach eine längere Pause. Dazu fürchten einige Vereinsverantwortlichen die Verletzungsgefahr. Die ist aus meiner Sicht aber nicht größer, wie im Spiel auf dem Feld oder im Training.

Der SSV Ulm 1846 Fußball peilt mittelfristig die dritte Liga an. Wie wichtig wäre ein Profiverein für unsere Region?

Ich glaube schon, dass es für den Fußballbezirk gut wäre, wenn der SSV 46 wieder höherklassig spielen würde. Das Interesse ist vorhanden, dies haben die beiden DFB-Pokalspiele gezeigt. Es könnte vielleicht einen kleinen Boom auslösen

Die Schiedsrichtergruppe Ulm/Neu-Ulm feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen, zu dem sich DFB-Präsident Reinhard Grindel angesagt hat. Droht im Bezirk die Gefahr eines Schiedsrichtermangels?

Dieses Jubiläum wird sicherlich mit einem großen Fest gefeiert. Den Mangel an Schiris sehe ich im Bezirk noch nicht bedrohlich. Trotzdem muss alles unternommen werden, die Entwicklung zu stoppen.

Ihre Amtszeit als Bezirksvorsitzender geht 2021 zu Ende. Gibt es schon Pläne, kürzer zu treten?

Noch sind es mehr als zwei Jahre. Bis dahin möchte ich mich weiter voll und ganz für den Fußballbezirk Donau/Iller und den Verband engagieren. Eine Amtszeit darüber hinaus wird es aber nicht mehr geben.

Seit fast 20 Jahren der Fußball-Boss im Bezirk


Manfred Merkle ist seit 1999  Vorsitzenderder Fußball-Bezirks Donau/Iller. Zuvor war der mittlerweile 72-Jährige acht Jahre lang stellvertretender Bezirksvorsitzender, elf Jahre Beisitzer im Sportgericht, sechs Jahre stellvertretender Vorsitzender des Sportgerichts, Ehrenamtsbeauftragter, Integrationsbeauftragter und  von 1992 bis 2004 Staffelleiter der Bezirksliga. Als Vertreter der Fußballbezirks-Vorsitzenden ist Merkle seit 2012 auch im Vorstand des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV). Merkle ist Ehrenmitglied beim FV Ay, erhielt 2009 die  WFV-Ehrennadel in Gold und 2005 die  DFB-Verdienstnadel.