Spatzen Heiß aufs Heim-Comeback

Bald im Dauereinsatz? Mittelfeldmann Vinko Sapina (rechts) will auch im Donaustadion zeigen, dass er zurück ist.
Bald im Dauereinsatz? Mittelfeldmann Vinko Sapina (rechts) will auch im Donaustadion zeigen, dass er zurück ist. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Winfried Vogler 13.10.2018

Leidenszeit vorbei! 340 Tage musste Vinko Sapina auf sein Comeback warten. Und dann dauerte es auch noch weit über eine Stunde, bis der 23-Jährige endlich wieder bei einer Regionalligapartie auf dem Platz stand und zur ersten Ballberührung kam. „Als der Trainer in der 80. Minute meinen Namen gerufen hat, war es das geilste Gefühl meines Lebens, eine Wiedergeburt. Mein eiserner Wille, Kampf und Ehrgeiz sind belohnt worden. Ich bin stolz“, schilderte Sapina die Situation vor seiner Einwechslung am vergangenen Samstag in der Auswärtspartie seines SSV Ulm 1846 Fußball bei Hessen Dreieich.

Bereits im WFV-Pokalspiel beim TV Oeffingen stand er 60 Minuten auf dem Platz. Ein Comeback nach Maß – er war an beiden SSV-Toren zum 2:2 beteiligt. Nicht nur das Publikum, auch der Rückkehrer war überwältigt. Seinen letzten Punktspieleinsatz hatte Sapina am 31. Oktober 2017 in Koblenz. Zuvor schleppte er sich mit hartnäckigen Kniebeschwerden immer wieder über den Platz, brachte es gerade mal auf acht Kurzeinsätze in der Runde, stand nie in der Startformation.

Drei Tage danach kam dann die Hiobsbotschaft im Training: Kreuzbandriss. Es folgte eine Operation in Pforzheim, viele Wochen Rehabilitation, unter anderem im bayerischen Zentrum für Physiotherapie in Donaustauf beim früheren DFB-Physiotherapeuten Klaus Eder. Annähernd so viel Zeit wie auf dem Trainingsplatz musste Sapina in der Reha verbringen. „Es geht mir gut, richtig gut sogar. Ich habe wieder ein richtig gutes Gefühl”,  strahlt der Mittelfeldakteur. Die Leidenszeit ist vorbei. „Ich bin froh, dass er wieder dabei ist“, sagt sein Trainer Holger Bachthaler. „Vinko ist fester Bestandteil der Mannschaft, wir werden sorgsam mit ihm umgehen und ihn Stück für Stück heranführen.“ Mit solchen Verletzungen ist es nicht einfach, das weiß der SSV-Coach. Knie heilt nie, sagt der Volksmund, schon allein deshalb wird Sapina mit den Zweifeln leben müssen, ob er noch einmal dauerhaft eine echte Verstärkung für den SSV 46 werden kann. Wie in der Saison 2016/2107, als Sapina nach seinem Wechsel vom FC Memmingen mit 26 Einsätzen gleich zum Leistungsträger avancierte.

Es ist eine Rückkehr in kleinen Schritten, die planmäßig abgearbeitet werden. An einen Start­elf-Einsatz denkt Sapina, der sich „fitter fühlt als vor seiner Verletzung“, im Moment nicht. Folgerichtig wird er im heutigen Heimspiel (14 Uhr) gegen den FSV Frankfurt, bei dem mit Patrick Huckle ein Ex-Spatz dabei sein wird, zunächst auf der Bank Platz nehmen. Einen Kickstarter wie Sapina, der aus dem Krankenstand kommend nach einer Hand voll Joker-Einsätzen eine verlässlichen Größe sein kann, können die Spatzen gut gebrauchen. Sapinas Stärken sind am Ball. Wenn er ihn bekommt, geht’s rund. Hohe Passerfolgsquoten sind garantiert. Trotz seiner 1,94 Meter dribbelt er gut, bindet Ball und Gegenspieler auf engsten Räumen und findet trotzdem noch seine Mitspieler und kann sie mit präzisen Pässen in Szene setzen.

Nun ist er zurück. Und voller Optimismus. Trainer Bachthaler sagt: „Ein Fußballer mit seiner Qualität steht jeder Mannschaft gut zu Gesicht.“

So wollen sie spielen und Live-Ticker

SSV 46 Fußball – FSV Frankfurt
heute, 14 Uhr, Donaustadion

SSV 46: Ortag – Bradara, Krebs, Schindele (Hofmann), Schmidts  – Gutjahr, Campagna, Beck (Morina), Nierichlo – Kienle,  Lux.

Live-Ticker:
fupa.net/suedwest/live

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel