Ulm Hallenpokel-Chef des TSV Blaustein: "Futsal wird es mit mir nicht geben"

Nicht nur beim internationalen Turnier des TSV Blaustein findet Futsal im kommenden Winter keine Plattform.
Nicht nur beim internationalen Turnier des TSV Blaustein findet Futsal im kommenden Winter keine Plattform. © Foto: Matthias Kessler
DETLEF GRONINGER 12.02.2014
Die Pläne des württembergischen Fußball-Verbandes, der Hallenturniere nur noch nach Futsal-Regeln spielen lassen will, sorgen für Unmut bei den Organisatoren großer Veranstaltungen im Bezirk.

Sie hatten schon das Schlimmste befürchtet. Die Gastgeber von bedeutenden Hallenfußball-Turnieren im Bezirk Donau/Iller stehen nicht auf Futsal. Sie atmen auf, weil diese Variante des Hallenfußballs zumindest nicht rigoros eingeführt wird. "Sonst wäre unser Turnier Geschichte gewesen. Futsal wird es mit mir nicht geben", betonte Martin Endres, Organisationschef des TSV Blaustein für den internationalen Hallenpokal. "Die vorderen beiden Tribünen-Reihen würden für das Spielfeld wegfallen", meinte er.

Bei der Futsal-Ablehnung erhält Endres Rückendeckung von den Trainern der Bundesliga-Nachwuchsteams, die in der Lixhalle dabei waren. Fast alle Vereine haben ihr Kommen für 2015 wieder zugesichert, aber für ein eventuell vom Verband vorgeschriebenes Futsalturnier abgesagt. Zlatan Bajramovic, Trainer der C-Junioren des Hamburger SV: "Wer so etwas entscheidet, hat noch nie Futsal gespielt. Das verlangsamt das Spiel, ohne Bande fehlen Überraschungsmomente", meinte der Ex-Profi.

Selbst der Brasilianer Ratinho, Trainer der D-Junioren des 1. FC Kaiserslautern, kann der von der Fifa offiziell geförderten Variante Futsal nicht viel abgewinnen. "Das sind andere Laufwege und ein Ball, der nicht springt. Das bringt uns in der Ausbildung der Jungs nicht viel. Es macht nur Sinn, wenn es wie in Brasilien eigene Futsal-Abteilungen gibt", sagte er. Bezeichnend: Der mehrfach als weltbester Futsalspieler ausgezeichnete Falcao hat nie den Durchbruch im brasilianischen Profi-Fußball geschafft.

In die gleiche Kerbe haut Peter Hauser, Jugendkoordinator beim schweizerischen FC Luzern. "Beides hat Vorteile. Futsal ist berechenbarer, der Hallenfußball lebt von der Geschwindigkeit der Aktionen. Das ist für die Zuschauer attraktiver", glaubt er.

Auch für den U-11-Eurocup des SV Oberelchingen und den Jung-Spatzencup des SSV Ulm 1846 am 1. und 2. März in der Kuhberghalle ist Futsal derzeit kein Thema. "Es sollte jedem Veranstalter die Freiheit gewährt werden, ob er Fußball oder Futsal anbietet", verkündete U-11-Eurocupchef Tom Fuchs.

Beim WFV soll heute die Entscheidung über die künftige Spielweise erfolgen. Wobei eine alternativlose Lösung nicht angedacht ist. Thomas Weiler, beim WFV zuständig für den Jugendspielbetrieb: "Die Empfehlung ist, dass Turniere künftig von den E-Junioren bis zu den Aktiven als Futsal durchgeführt werden sollen. Das ist der offizielle Hallenfußball der Fifa. Und der DFB springt auf dieses Boot auf. Die Verbände ziehen bei ihren Meisterschaften nach. Für die privaten Turniere wird es wohl Übergangszeiten mit Hallenfußball geben."

Im Nachbarverband Bayern werden den Veranstaltern keine Daumenschrauben in Sachen Futsal angelegt. BFV-Präsident Rainer Koch: "Wir lassen bei privaten Hallenturniere alle Varianten zu, auch mit Bande." Und wie lange gilt dies? Koch: "So lange uns nicht von Fifa oder DFB etwas anderes zwingend vorgeschrieben wird."