Hallenfußball Hallenfußball: Der Fluch mit dem Futsal-Ball

Türkgücü gegen Türkspor – beim Ulmer Stadtpokal.
Türkgücü gegen Türkspor – beim Ulmer Stadtpokal. © Foto: Volkmar Könneke
Detlef Groninger 13.12.2017
Die Veranstalter der Fußball-Hallenturniere aus der Region beklagen in dieser Wintersaison schwaches Interesse und neue Regeln. Vielen Turnieren droht das Aus – schuld daran ist der Futsal-Ball.

Hallenfußball wird im Aktivenbereich des Bezirks zum Auslaufmodell. Der Großteil der Veranstalter hat seine liebe Mühe, überhaupt ein Teilnehmerfeld zusammen zu bekommen. „Es gibt viele Mannschaften, die wollen wegen der Verletzungsgefahr nicht mehr in der Halle spielen“, weiß Max Schmid, beim Bad Blau-Cup des TSV Blaustein Organisationschef.

Das Turnier in der Lixsporthalle hat mit den drei Landesligisten TSV Buch, Salamander Kornwest­heim und dem Gastgeber selbst die hochkarätigste Besetzung aller 16 Budenzauber des Winters zu bieten. Blaustein und das Dreikönigsturnier des TV Wiblingen vermelden mit je 24 Mannschaften die besten Teilnehmerzahlen. Wobei in Wiblingen der Veranstalter wie auch der FC Srbija Ulm, Türkspor Neu-Ulm und die Schweizer aus Bünz-­Maiengrün zwei Teams stellen. „Wir haben um die 50 Absagen bekommen, du musst inzwischen betteln, dass die Vereine kommen“, sagt TVW-­Spielleiter Burak Baltakiranoglu.

Auf wenig Begeisterung bei den Klubs stößt auch die Vorgabe des Verbandes, die Turniere nun mit Futsal-Bällen auszutragen. „Wenn Juniorenspieler gegen den Futsal-Ball schlagen, ist das so wie wenn sie gegen ein Päckchen Zement treten“, meint Sebastian Frank vom TSV Laichingen, Ausrichter des inzwischen auch auf nur noch einen Turniertag abgespeckten Burkhardt-Cups.

Das gilt auch für die Veranstaltung des FV Senden, wo erstmals nur zwölf Teilnehmer den Indoor-­Cup ausspielen. Selbst Stadtrivale RSV Wullenstetten kann zu diesem Termin keine Mannschaft stellen. „Wenn dann nur noch nach Futsal-Regeln gespielt werden darf, kommt keiner mehr“, glaubt auch FVS-Vorstandsmitglied Horst Singer. Die technisch begrenzten Möglichkeiten des Großteils der Kicker aus den kleinen Klassen würde bei einer Futsal-Veranstaltung das Publikum aus der Halle treiben.

Allerdings konnten die Veranstalter für die von den Futsal-Vorschriften abweichenden Gegebenheiten wie die Rundumbande und große Tore Ausnahmegenehmigungen beantragen. „Wenn nur noch mit Futsal-Regeln gespielt werden darf, werden die Aktiven-Turniere sterben“, sagt Abteilungsleiter Gerd Sommer vom TSV Blaubeuren, Ausrichter des König-Maschinenbau-Cups. In der Dieter-­Baumann-Halle muss nun auf beiden Seiten wie auf dem Rasen mit Auslinien gespielt werden.