Eines ist schon im Vorfeld sicher: Das Klubheim der Illertisser Regionalliga-Fußballer wird heute ab 18 Uhr aus allen Nähten platzen, wenn in der ARD-Sportschau die erste Runde des DFB-Pokals (2. bis 5. August) ausgelost wird. Nicht nur die Offiziellen und Spieler des Bayerischen Amateurmeisters verfolgen im Vereinsheim diese Auslosung. Es haben sich auch zahlreiche Illertisser Anhänger angesagt. Zudem feiert der FVI-Fan-Klub ab 16 Uhr auf dem Gelände des Vöhlinstadions sein Sommerfest.

Eine Live-Schaltung nach Illertissen haben die Sportschau-Verantwortlichen nicht vorgesehen. Die einzige Schaltung geht zur Neckarsulmer Sportunion. Jenem bisherigen Landesligisten also, der im Württembergischen Pokal-Halbfinale Regionalligist SSV Ulm 46 ausschaltete. Während die Spatzen außen vor sind, wünschen sich die Illertisser natürlich die Vorzeige-Kicker des FC Bayern München oder von Borussia Dortmund zum Gegner. Toni Endler, der neue Vorsitzende des FV Illertissen, macht sich aber im Vorfeld weniger Gedanken über die von Ex-Nationalspielerin Nia Künzler durchgeführte Auslosung. Ihn beschäftigt vielmehr die Austragungsstätte dieses Highlights. Da die Stadt Ulm schon aus Sicherheitsgründen wenig Neigung verspürt, den Illertalern ihr Donaustadion zur Verfügung zu stellen, wird wohl nichts anderes übrigbleiben, als das eigene Vöhlinstadion zur DFB-Pokaltauglichen Sportstätte umzufunktionieren. Sollten die Illertisser das ganz große Los wie den FC Bayern ziehen, käme ein durchaus diskutierter Tausch des Heimrechts, sprich ein Spiel in der Allianz Arena, nicht in Frage. "Das darf wegen Wettbewerbsverzerrung nicht sein", klärt Endler auf.

Ein Illertisser Spieler, der diesjährige Rekordtorschütze Marc Hämmerle, ist schon zweimal in den Genuss einer Pokalteilnahme auf allerhöchster Ebene gekommen. Im Trikot der SpVgg Weiden und auch der TSG Thannhausen hat er schon zweimal erfolglos gegen Dortmund gespielt.

Das ist seinem prominenten Team-Kollegen Thorsten Rinke noch nie widerfahren. Auch nicht im Dress der Ulmer Spatzen: "Beim SSV 46 waren wir dreimal dicht dran. Aber alle Endspiele um die Amateurmeisterschaft haben wir damals verloren", erinnert sich Rinke, der ein gutes Gefühl hat, dass man gegen einen der ganz Großen ausgelost wird. "Aber auch Schalke, Hamburg oder Stuttgart wären nicht schlecht".

So sieht es auch der Illertisser Kapitän Uli Klar: "Wir nehmen alles, was kommt. Bei einer Mannschaft, die gerade in die zweite Liga aufgestiegen ist, wäre die Chance zum Weiterkommen natürlich größer", meint der Innenverteidiger, der aber auch Zweitligisten wie 1860 München, Köln, Kaiserslautern und Greuther Fürth attraktiv findet.