Mit dem 6:0-Erfolg gegen den 1. FC Heiningen hat der SSV Ehingen-Süd nicht nur seine Heim-Bilanz etwas aufgehübscht, sondern auch das i-Tüpfelchen unter eine sensationelle Saison gesetzt. Mit dem Erreichen des fünften Tabellenplatzes haben die Kirchbierlinger alle Erwartungen übertroffen. „Von der Anzahl der Punkte können wir wirklich zufrieden sein”, sagte Trainer Michael Bochtler. Auch der Fußball-Vorsitzende des SSV, Helmut Schleker, zeigte sich nach dem letzten Spieltag begeistert: „Die Saison ist mehr als optimal verlaufen. Wir haben nicht nur unser Ziel Nichtabstieg erreicht, sondern auch die Mannschaft weiter entwickelt.”

Nach dem achten Tabellenplatz in der Saison 2017/18 hat sich Ehingen-Süd in seiner zweiten Verbandsliga-Saison noch einmal steigern können. Dies hat Trainer Bochtler bei seiner Ansprache nach dem letzten Spieltag zum Anlass genommen, seine Mannschaft schon mal für die nächste Saison zu sensibilisieren: „Platz fünf müssen wir im nächsten Jahr bestätigen.”

Es hätte heuer jedoch auch der siebte Rang sein können. Aber Heiningen machte es den Kirchbierlingern zu leicht und andererseits nutzte der SSV Süd die sich bietenden Torchancen effektiv wie selten. „Ich habe es mir nicht so leicht vorgestellt”, sagte Bochtler zu dem 6:0-Saison-Abschluss des Teams, bei dem das Durchschnittsalter des SSV bei 21 Jahren lag. Unterm Strich hat Süd eine ausgeglichene Runde absolviert. Der SSV war konstant im Mittelfeld der Tabelle. „Da wo wir hingehören”, sagt Bochtler.

13 Siege, acht Unentschieden und neun Niederlagen, lautet die Bilanz. Am Ende kamen 47 Punkte zusammen; im Vorjahr waren es nur 41 Zähler. Mit dem 6:0-Sieg gegen Heiningen konnte der SSV auch seine Heim-Bilanz mit Rang neun etwas freundlicher gestalten. Auswärts wusste Süd besser zu gefallen; in der Auswärtstabelle belegt Süd Rang zwei, Kopf an Kopf mit Meister Dorfmerkingen. Zu alter Heim-Stärke zurückkehren – das dürfte einer der Ansatzpunkte für die kommenden Saison sein.

Gleichwohl hatten die Kirchbierlinger immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen. Das sei der Negativ-Punkt der Saison gewesen, sagt Schleker. Nicht nur, dass Co-Trainer Michael Turkalj und Jonas Guggenmoser als Langzeit-Verletzte überhaupt nicht an Training beziehungsweise Spielen denken konnten. Daniel Maier musste schon nach 20 Minuten im ersten Spiel mit einem Sehnenanriss die Segel streichen. Tizian Walser spielte überhaupt nicht, Daniel Haas gehörte ebenfalls zu den frühen Ausfällen. Im Laufe der Saison erwischte es auch Hannes Pöschl, Timo Kästle, Noah Gnandt, Jan Deiss, Stefan Hess, Danjel Sutalo, Filip Sapina und Philipp Schleker. „Wir konnten die Ausfälle zwar immer gut kompensieren, aber zum Saisonende wurde es eng”, sagt Bochtler. Da sei es von Vorteil, wenn die Spieler flexibel einsetzbar sind. Da habe man gesehen, dass der Kader zu klein sei, ergänzte Helmut Schleker. Das soll sich nächste Saison ändern.

Trainer Bochtler und seinem Co-Trainer Michael Turkalj ist es auch gelungen, junge Spieler an das Niveau der Verbandsliga heranzuführen. Max Vöhringer entwickelte sich zu einem der besten Rechtsverteidiger der Liga, Fabio Schenk hat sich gut in die Abwehr eingefügt, Jan-Luca Daur stand konstant sicher und Kopfball stark im Defensiv-Zentrum, Danjel Sutalo war ein stabiler Faktor auf der 6er-Position. Im Angriff überraschte Eigengewächs Semir Telalovic; der 19-Jährige brachte es wie Pöschl auf zehn Saison-Treffer. Aber auch Timo Barwan (9), Aaron Akhabue (7) und Sapina (6) bewiesen Torgefährlichkeit. Deiss und Sameisla trafen je vier Mal, Hess erzielte drei Tore. Außerdem trafen Haas, Sutalo und Schleker (je 2) sowie Gnandt, Daur, Sarigiannidis und Gralla (je 1). Süd besitzt auch diesbezüglich einen ausgewogenen Kader und hat keinen Knipser vom Dienst wie z. B. der VfL Sindelfingen mit Torschützenkönig Oliver Glotzmann, der es auf 29 Treffer brachte.

Für Helmut Schleker haben nicht nur die vielen Jugendlichen „richtig gute Fortschritte gemacht”. Unter Bochtler und Turkalj sei eine super Basis geschaffen worden. „Unser großes Plus ist nicht nur die eingeschworene Mannschaft, sondern dass wir auch als solche auftreten”, betont der Fußball-Chef. Dies gilt es in die dritte Verbandsliga-Saison mitzunehmen.

Nagold geht in die Zusatzschicht


Meister und Aufsteiger wurden die SF Dorfmerkingen, die 4:0 in Wangen siegten, während der Tabellenzweite SKV Rutesheim gegen Nagold nur 1:1-Unentschieden spielte. Dadurch zog der FSV Hollenbach, der 1:0 in Essingen gewann, an Rutesheim vorbei und sicherte sich so den Relegationsplatz zwei. Der VfB Neckarrems, 4:1-Sieger in Laupheim, landete auf dem ersten Nichtabstiegsrang. Aufsteiger VfL Nagold muss als Tabellenzwölfter in die Abstiegsrelegation. Schlusslicht FC 07 Albstadt sowie die Aufsteiger FV Löchgau, FV Olympia Laupheim und der SV Breuningsweiler steigen in die Landesligen ab. rf