Fußball-Rocker Trevallion

Englisch-Dozent, Radio-Moderator, seit kurzem auch Co-Trainer des SSV 46 Fußball: Steven Travallion hat viele Interessen. Foto: Rudi Apprich
Englisch-Dozent, Radio-Moderator, seit kurzem auch Co-Trainer des SSV 46 Fußball: Steven Travallion hat viele Interessen. Foto: Rudi Apprich
GEROLD KNEHR 04.08.2012
"Fußball-verrückter Engländer" - so charakterisiert sich Steven Trevallion selbst. Doch der neue Co-Trainer des SSV Ulm 1846 hat noch andere Leidenschaften, die er als Rock-und Pop-Radiomoderator auslebt.

"Ulm ist eine düstere, menschenleere Stadt." Sagt Steven Trevallion, der neue Co-Trainer des SSV Ulm 1846 Fußball - und lacht schallend. Die Erklärung für die auf den ersten Blick nicht gerade schmeichelhafte Einschätzung seiner neuen Wirkungsstätte folgt auf dem Fuß: "Ich habe die Stadt bisher eigentlich nur von drei Uhr bis sieben Uhr in der Früh erlebt."

Über den jungen fußball- und musikbegeisterten Engländer, bis zum Ende der vergangenen Saison Trainer des Bezirksligisten SV 03 Tübingen, ist in den vergangenen Wochen viel hereingebrochen. "Jahrelang habe ich auf meine Chance gewartet. Jetzt ist sie gleich dreimal gekommen", erzählt Trevallion. Denn außer dem Co-Trainer-Job bei den Spatzen bekam er jüngst ein Praktikum bei Radio Donau 3 FM. Zudem moderiert er zur Zeit täglich von Montag bis Freitag beim Stuttgarter Radio 107,7 von 23 Uhr bis 1 Uhr eine eigene Sendung. "Rock und Pop von den 1970er bis zu den 1990er Jahren - das ist meine Welt. Das macht einen Riesenspaß", sagt Trevallion, der bei 107,7 als "The Englishman" auftritt. Kein Wunder, dass ihm Ulm düster und menschenleer erscheint, wenn er gegen drei Uhr in der Platzgasse eintrifft, wo er seit dieser Woche ein Zimmer in einer WG bezogen hat.

"Man sollte nicht nur eine Liebe im Leben haben", sagt Trevallion, der einen Tag in der Woche an der Uni Tübingen als Englisch-Dozent arbeitet, über seine vielen Interessen. Cheftrainer Stephan Baierl, der ihn als Co-Trainer zu den Spatzen gelotst hatte, lernte er zufällig bei einer Geburtstagsparty kennen. Als der nach eigener Einschätzung "fußballverrückte Engländer" nach Praktika bei 1899 Hoffenheim und beim VfL Wolfsburg auch beim VfB Stuttgart hospitierte, trafen sich beide wieder - und lernten sich schätzen.

In der Jugend spielte Trevallion bei Aston Villa. Eine Verletzung verhinderte eine Aktiven-Karriere. 2004 kam er der Liebe wegen nach Deutschland. Bei den Spatzen will der 30-Jährige mit englischer und deutscher Trainerlizenz Baierl in allen Bereichen unterstützen. "Er ist super engagiert, macht ein tolles Scouting, bringt viele Ideen ein", sagt der Chefcoach über seinen Co, der ein halbes Jahr in Kenia lebte.

Am Sonntag kommt eine weitere Liebe, seine Freundin, erstmals zu Besuch nach Ulm. "Mit ihr werde ich die Stadt anschauen", freut er sich auf ein hoffentlich strahlendes Ulm voller fröhlicher Menschen.

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