Bei einem Punkt Rückstand auf den Klassenprimus SV Ebersbach ist Türkspor Neu-Ulm bereit für den Gipfelsturm. Erstmals in der Vereinsgeschichte kann der Neuling in der Fußball-Landesliga die Tabellenführung erobern. Und das ausgerechnet im Derby am Samstag (15.30 Uhr) beim TSV Buch. „Unser Ziel ist es nicht, Erster zu werden, sondern nicht abzusteigen. Es läuft zwar ganz gut. Wir sind aber keine Sprücheklopfer“, betont Türkspor-Trainer Ünal Demirkiran nach fünf Siegen in Serie. Er trifft in Buch auf einen ehemaligen Bolzplatzkumpel. TSV-Co-Trainer Andreas Krassmann und Demirkiran kickten vor mehr als 25 Jahren oft im Sendener Stadtpark gegeneinander. „Wenn wir uns treffen, quatschen wir auch miteinander“, sagt Demirkiran, der mit Respekt vor der Arbeit seines Bucher Kollegen Harald Haug beim Abstiegskandidaten antritt. „Was Haug tut, hat Hand und Fuß. Der TSV Buch ist in der Lage, auf seinem Platz jeden Gegner zu schlagen“, betont Demirkiran.

Buch mit Rumpfkader

Sein Gegenüber Haug erwartet von seinem Rumpfkader ein deutlich engagierteres Auftreten als zuletzt. „Wir müssen uns auf unsere Grundtugenden besinnen“, sagt er. Aus einer kompakten Defensive heraus soll der Favorit vor Probleme gestellt werden, wobei sich Haug keinen großen Illusionen hingibt. „Ich erwarte nicht, dass wir haushoch gewinnen. Du kannst aber mit einer besseren Einstellung ein gutes Ergebnis erzielen.“.

Zumal dann auch die Feierlust seiner Kicker beim anschließenden Weinfest in der Rothtalhalle deutlich ausgeprägter sein dürfte. Mit Patrick Sailer, der nach einer Bänderdehnung im Sprunggelenk nun schmerzfrei trainieren konnte, steht den Buchern ein Offensivakteur wieder zur Verfügung.

Der TSV Neu-Ulm kann am Samstag (14.30 Uhr) dem Stadtrivalen Türkspor Schützenhilfe für den Sprung auf Rang eins leisten. Zu Gast am Muthenhölzle ist der Spitzenreiter SV Ebersbach. „Wenn wir dann wirklich der Steigbügelhalter sind, wäre das positiv für uns. Dann hätten wir auch gepunktet“, betont TSV-Interimstrainer Lukas Kögel.

Der ehemalige Co-Trainer Dennis Aust hat sich inzwischen mit seinem entlassenen Chef-Kommandogeber Michael Schwer solidarisch erklärt und ist zurückgetreten. Die Neu-Ulmer sind derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger.