Bezirksliga Fußball im Bezirk

Trainer des TSV Blaubeuren, aber Fan des Gegners am kommenden Montag: Markus Wolfmiller.
Trainer des TSV Blaubeuren, aber Fan des Gegners am kommenden Montag: Markus Wolfmiller. © Foto: apprich
DETLEF GRONINGER 01.10.2016
Zwei Herzen schlagen in der Brust von Trainer Markus Wolfmiller. Mit dem TSV Blaubeuren spielt er in der Bezirksliga gegen seine alte Liebe SSV 46 Fußball.

Auch wenn es am Montag (15 Uhr) nur gegen die zweite „Spatzen“-Garnitur geht, Trainer Markus Wolfmiller macht kein Geheimnis aus seiner Sympathie für den SSV Ulm 1846 Fußball. „Ich bin immer ein Stück weit Fan des SSV. Es freut mich besonders, wenn es unter den jetzt maßgebenden Personen wieder nach oben geht. Ulm ist eine Fußball-Stadt und braucht einen starken SSV 1846“, sagt Wolfmiller. „Ich würde mir den Drittliga-Fußball in naher Zukunft für Ulm wünschen.“

 Schließlich besuchte er 1981 in der Zweitbundesligasaison der Ulmer unter Trainer Jörg Berger erstmals mit seinem Vater das Stadion. Und vor drei Wochen war Wolfmiller selbst mit seinem dreijährigen Sohn Lukas beim Spatzen-Kick gegen den SV Waldhof Mannheim. „Das war wieder einmal eine richtig schöne Atmosphäre. Entweder man mag die Ulmer oder nicht. Ich gehöre jedenfalls zur ersten Gruppe“, betont der 37-jährige Blausteiner. Zumal er drei Jahre lang als Juniorentrainer beim SSV 1846 den Jahrgang 1995 bis zu den Oberliga-C-Junioren unter seinen Fittichen gehabt hat. „Das war eine tolle Zeit. Sie hat mich auch als Trainer weitergebracht“, erinnert er sich.  Und Angreifer Alexander Cvijanovic, am Montag beim SSV 1846 II auf Torejagd in Blaubeuren, war damals einer seiner Schützlinge bei den jungen Spatzen. „Er war der kleinste und zierlichste Spieler. Und jetzt ist er mit 1,90 Meter ein Hüne. Ich war schon überrascht als ich ihn das letzte Mal gesehen habe“, bekennt Wolfmiller, im Vertrieb von Erzeugnissen der Noni-Frucht selbstständig. „So ein Stürmer würde uns sicher weiterhelfen. Bei uns gibt es aber nur einmal eine rote Wurst oder eine Pizza nach dem Spiel. Ich hoffe, dass er gegen uns dabei ist, aber nicht trifft.“

Schließlich hatte Cvijanovic im vorletzten Spiel der vergangenen Saison das Tor des Tages zum Ulmer 1:0-Sieg gegen Blaubeuren beigesteuert. Der 21-jährige Torjäger der Ulmer könnte den Offensiv-Minimalisten vom Blautopf wohl eine sorgenfreie Saison schenken. „Wir müssen uns jede Torgelegenheit hart erarbeiten. Ich sehe bei uns vielleicht drei Spieler, die in einer Saison auf fünf oder sechs Tore kommen. Wir können keinen Spieler nach Blaubeuren locken. Wir können nur ein gutes Betriebsklima und Miteinander bieten“, gesteht Wolfmiller. „Wir haben im Kader die Qualität für die Bezirksliga, spielen aber jedes Jahr gegen den Abstieg. Uns fehlen die spielerischen Mittel um eine Partie selbst zu gestalten. Wir warten auf die Fehler des Gegners.“ Diese Marschroute scheint erfolgversprechend zu sein. Nach seinem Einstieg in der Winterpause der abgelaufenen Runde führte er die Mannschaft aus dem Tabellenkeller noch auf Rang neun. Der beste Torschütze der Rückrunde brachte es auf gerade einmal zwei (!) Treffer. Und in dieser Runde waren bislang sechs Tore für sieben Punkte ausreichend. Wolfmiller: „Wir werden auch in dieser Saison sicher mehr Punkte holen als Tore schießen.“

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