Corona und Krise? Nicht bei  den Schiedsrichtern des Fußball-Bezirks Donau/Iller. Auch am Ende der Saison 19/20 durften sich zwei aufstrebende Talente über einen Aufstieg freuen: Fabio Grillo (SSG Ulm 99) und Tobias Keck (SC Lehr) pfeifen künftig in der Landesliga. Eine Kehrseite der Medaille gab es nicht: Analog zu den Mannschaften blieben auch alle Unparteiischen von der Regionalliga abwärts von (theoretischen) Abstiegen verschont.
Das bedeutet: Gleich 14 Schiedsrichter aus dem Bezirk sind für jene Ligen qualifiziert, deren Spiele mit neutralen Assistenten geleitet werden. Ranghöchster von ihnen bleibt Manuel Bergmann (TSV Erbach). Er war am Tag der Abrechnung in der Regionalliga Südwest ganz vorne mit dabei. Die schwierigste Aufgabe hatte er beim hitzigen Derby zwischen Kickers Offenbach und Bayern Alzenau (0:2) unter Flutlicht am Bieberer Berg zu bestehen. Außer an der Pfeife war er zudem in der zweiten Bundesliga im Einsatz – bei zwölf Spielen als Assistent, fünf Mal als vierter Offizieller.
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Heidenheim/Ulm

Spezielles Coaching-System für Schiedsrichter

Seinem Erbacher Vereinskollegen Matthias Wituschek gelang es auf Anhieb, sich in der Oberliga zu etablieren. Er kam dort ohne Anlaufschwierigkeiten und Turbulenzen durch seine erste Saison – und das teilweise an nicht unproblematischen Spielorten. Zudem gab es für ihn gute Noten nach seinen Einsätzen als Assistent in der Regionalliga.
In der Verbandsliga gehen nach wie vor Max Angenendt (Gruppe Blautal/Lonetal) und Ismail Halici (Ulm/Neu-Ulm) ins Rennen. Angenendt gehörte in der höchsten württembergischen Spielklasse zu einem Förderkader, in dem einige Perspektiv-Schiedsrichter ein spezielles Coaching-System durchlaufen. Davon hat er nach eigenen Angaben enorm profitieren können.
Auch wenn es  keine Absteiger gab, hat ein langjähriger Landesliga-Schiedsrichter diese Klasse jetzt verlassen: Erl Burns (Blautal/Lonetal) ist aus beruflichen Gründen in die Nähe von Frankfurt gezogen und aus dem Württembergischen Fußballverband (WFV) ausgeschieden. Dennoch tummeln sich nunmehr gleich zehn Donau/Iller-Unparteiische in dieser Klasse. Drei von ihnen waren in der vergangenen Runde nicht dabei. Zum einen Maik Kaack – der Lehrwart hatte zuletzt aus zeitlichen Gründen eine Saison Pause eingelegt und kommt nun ambitioniert zurück.
Zum anderen sind Fabio Grillo und Tobias Keck (alle Ulm/Neu-Ulm) nach oben in die Landesliga geklettert. Beide belegten mit konstanten Darbietungen in der Bezirksliga einen Spitzenrang – das war dann ihre Fahrkarte in die Landesliga. Dort versuchen sie, sich unter veränderten Bedingungen (Einsätze mit Assistenten), möglichst schnell zurechtzufinden. Übrigens: Keck ist der Enkel des früheren Zweitliga-Schiedsrichters und Ulmer Obmanns Heinz Greiner.

Talent Anes Ramic

Alle anderen Unparteiischen in dieser Klasse zählen bereits zum Establishment. So auch Anes Ramic, obwohl er erst vor einem Jahr in die Landesliga aufgestiegen war. In der Winterpause wurde er als junger Perspektiv-Schiedsrichter in den dortigen Coaching-Kader eingruppiert. Ehe er hier seine Qualitäten hinreichend beweisen konnte, kam Corona dazwischen. In der Saison 20/21 pfeift Ramic nicht nur in der Landesliga, sondern ist zudem der einzige Vertreter des Bezirks Donau/Iller als Assistent in den Junioren-Bundesligen.
14 Schiedsrichter in den Spielklassen mit neutralen Assistenten: Diese Marke kann in Württemberg kein anderer Bezirk vorweisen. Übrigens: Die meisten dieser Spitzenkräfte, nämlich drei, pfeifen für einen Kreisliga-B-Klub – den SC Lehr.

Die Top-Schiedsrichter aus dem Bezirk


Regionalliga: Manuel Bergmann (30 Jahre, TSV Erbach), zugleich Schiedsrichter-Assistent 2. Bundesliga

Oberliga: Matthias Wituschek (26, TSV Erbach)

Verbandsliga: Max Angenendt (26, FV Asch-Sonderbuch), Ismail Halici (26, TSV Pfuhl)

Landesliga: Johannes Deiß (30, SV Grimmelfingen), Fabio Grillo (23, SSG Ulm 99), Artur Grünwald (29, FV Bellenberg), Maik Kaack  (40, SV Jungingen), Tobias Keck (24, SC Lehr), Stefan Kohler (40, SC Lehr), Alexander Mack (26, SV Nersingen), Anes Ramic (23, SC Lehr), Özgür Tan (32, Türkspor Neu-Ulm), Nihat Varlioglu (28, Türkspor Neu-Ulm)