TSV Neu-Ulm Frotzeleien unter Trainer-Freunden vor dem Derby

Blaustein / Detlef Groninger 08.09.2018
Blausteins Trainer Rafael da Silva und Bora Meydanci vom TSV Neu-Ulm, verstehen sich gut. Am Samstag beim Derby in der Fußball-Landesliga muss die Freundschaft für 90 Minuten ruhen.

Noch bevor der Anpfiff zum Derby in der Fußball-Landesliga Am Samstag (17 Uhr) zwischen dem TSV Blaustein und dem TSV Neu-Ulm erfolgt, hat Blausteins Trainer Rafael da Silva für seinen Kumpel, Neu-Ulms Co-Trainer Bora Meydanci, einen Köder ausgeworfen. „Er muss die drei Punkte  hier lassen. Ich lade ihn dann gerne zum Champions League Spiel des FC Porto gegen Schalke 04 ein. Dann sieht er wenigstens mal ein gescheites Fußball-Spiel“, frotzelt  da Silva, dessen Verwandte knapp 30 Kilometer von Porto leben. Der Portugiese setzt dann sogleich noch zu einem weiteren Seitenhieb an. „Das Fußball-Fachwissen von Bora hält sich auch in Sachen Bundesliga etwas in Grenzen“, ergänzt da Silva in Anspielung auf Meydancis Begeisterung für den deutschen Rekordmeister FC Bayern München.

„Ich schaue mir eben gerne gute Fußballspiele an. Und das mit den drei Punkten für Blaustein wird schwierig. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und sind zum Siegen verdammt“, erwidert der ebenfalls nicht auf den Mund gefallene Meydanci.

Erinnerung an gemeinsame Kickerjahre

Als Retourkutsche auf die scherzhaften Giftpfeile aus dem Mund von da Silva hat er Erinnerungen an den Beginn der Freundschaft der beiden Wiblinger, die gerade einmal 500 Meter Luftlinie voneinander entfernt wohnen, parat: „Ich habe die jungen Spieler schon ab und zu einmal an den Ohren ziehen müssen“, sagt der 44-jährige Meydanci über die beiden gemeinsamen Kickerjahren beim damaligen Bezirksligisten TV Wiblingen.

Der mittlerweile 35-jährige da Silva zählte, als er aus der TVW-Jugend kam, zu den hoffnungsvollen Wiblinger Talenten. „Bora war unser Leitwolf. Sein Wort hatte fast noch mehr Gewicht als das des Trainers. Du wurdest als junger Kicker auch härter rangenommen als  heute“, berichtet da Silva, dessen Söhne Diego und Fabio beide übrigens bei den Junioren des TSV Neu-Ulm kicken. Bezeichnenderweise bekam Meydanci damals den Spitznamen „Bambam“ verpasst, benannt nach dem Sprössling der Zeichentrickserien-Familie Feuerstein. „Bambam war der Stärkste in der Familie. Und das muss ich auch in der Mannschaft gewesen sein“, erklärt Meydanci.

„Die Zeit mit ihm hat mich geprägt“

In gewisser Weise hatte er sogar für da Silva eine Vorbildfunktion. „Die Zeit mit ihm hat mich geprägt, vor allem wie er als Persönlichkeit mit den Menschen den Umgang gepflegt hat. Bora war eine absolute Respektsperson und hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt“, lobt da Silva.

Inzwischen verdient er sich sportlich als Trainer seine eigenen Sporen und braucht um die Anerkennung seiner Arbeit in Blaustein auch nicht lange zu betteln. „Er ist ein Gewinnertyp und wird seinen Weg machen. Sein Schritt von Erbach nach Blaustein war genau richtig“, sagt Meydanci.

Trotz der gegenseitigen Sympathiebekundungen wird die Freundschaft heute zumindest für 90 Minuten auf Eis gelegt. „Es gibt von uns keine Geschenke. Wir haben bisher viel Lehrgeld zahlen müssen. Das darf nicht mehr lang passieren, sonst ist es zu spät“, meint Meydanci, dessen Freundin Marisa übrigens aus Portugal kommt und dort fußballerisch eher Benfica Lissabon, also den Erzrivalen von da-Silva-Club FC Porto, favorisiert. Da Silva: „Wir werden das Spiel sicher so angehen, wie man ein Derby auch angehen muss. Die drei Punkte bleiben hier.“

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