Fußball Frauenfußball: WM-Einsatz in der Bretagne

Kristin Kögel in Aktion.
Kristin Kögel in Aktion. © Foto: Manuel Queimadelos Alonso/Bongarts/Getty Images
Ulm / Detlef Groninger 01.08.2018

Fußballtalent Kristin Kögel aus Ludwigsfeld lebt weiter ihren Traum von einer Profikarriere. „Das ist eine Fernvision. Es ist aber schwierig bei den Frauen vom Fußball alleine zu leben“, weiß die  18 Jahre junge Offensivakteurin des FC Bayern München. Morgen fliegt sie mit der deutschen U-20-Nationalmannschaft der Frauen zur Weltmeisterschaft in die französischen Bretagne. Kögel zählt zu dem 21 Spielerinnen starken Aufgebot von Trainerin Maren Meinert.

In der Vorrunde geht es in Saint-Malo gegen Nigeria (6. August) und China (9. August, beide 13.30 Uhr) sowie in Vannes gegen Haiti (13. August, 16.30 Uhr). Die ersten beiden Gruppenspiele werden vom Fernsehsender Eurosport live übertragen. Das Endspiel der beiden besten Mannschaften unter 16 Teilnehmern wird am 24. August (19.30 Uhr) ausgetragen. „Das Viertelfinale sollten wir auf jeden Fall erreichen. Wir haben eine gute Mannschaft“, sagt die ehemalige Juniorenkickerin des TSV Neu-Ulm.

Die U-20-WM ist bereits die vierte internationale Großveranstaltung für Kögel. Nach dem Titelgewinn bei der U-17-Europameisterschaft 2017 und der anschließenden WM in Jordanien, folgte die U-19-EM in Nordirland, wo sich Kögel und Co trotz des  Scheiterns im Halbfinale an Frankreich für die U-20-WM qualifizierten. Die Schwäbin durchlief seit der U 15 alle Auswahlmannschaften des DFB und brachte es bereits auf 32 Einsätze (drei Tore) im Nationaltrikot.

Der Wechsel vor der vergangenen Saison zum FC Bayern und der Umzug in eine Wohngemeinschaft mit der U-19-Vizeeuropameisterin Sydney Lohmann und der niederländischen Nationalspielerin Lineth Beerensteyn hatte für den nächsten Leistungsschub bei Kögel gesorgt. „Man lernt immer etwas hinzu. Ich habe mich taktisch und technisch weiterentwickelt. Ich habe auch ein relativ gutes Auge“, betont  sie.

Ehrgeizige Ziele

So war sie bereits mit dem Bundesligakader der Bayern im Sommer 2017 (Österreich) und im Januar 2018 (Doha/Katar) im Trainingslager. Den einzigen Einsatz in der ersten Garnitur hatte sie beim DFB-Pokalerfolg bei ihrem Ex-Verein SV Alberweiler.

Damit möchte sich aber die ehrgeizige Gymnasiastin nicht zufrieden geben. „Ich will in München Fuß fassen und möglichst innerhalb der nächsten zwei Jahre erste Liga spielen. Es wäre schön, wenn es beim FC Bayern klappt“, betont die angehende Abiturientin, derzeit Spielgestalterin beim FC Bayern II in der zweiten Bundesliga. Sie war aber in der Nationalmannschaft auch schon als Abräumer im Mittelfeld und als Linksaußen im Einsatz. „Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde“, sagt Kögel.

In Frankreich hofft sie auf entsprechende Einsatzzeiten. „Ich will so viel wie möglich spielen. Wir sind aber ein Team. Ich kann auch mit der Situation gut umgehen, wenn ich auf der Bank sitze. Ich feuere auch  von außen die Mannschaft an“, ergänzt sie.

Unterstützung erhält sie in der Bretagne von ihren drei Geschwistern und den Eltern, die das Geschehen vor Ort verfolgen werden. Vater Joachim und er elfjährige Tommy reisen nach dem zweiten Spiel ab. Kristins jüngster Bruder ist kürzlich vom TSV Neu-Ulm  in die U 13 des FC Bayern gewechselt. 

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