Fußballprojekt Flanken schlagen fast wie Manfred Kaltz

Das Team Bananenflanke beim Training: Leonie Lauer kickt mit Begeisterung mit.
Das Team Bananenflanke beim Training: Leonie Lauer kickt mit Begeisterung mit. © Foto: Matthias Kessler
Detlef Groninger 22.06.2018

Die Freude ist den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Fußballtraining des Teams Bananenflanke Ulm e.V. ins Gesicht geschrieben. Die Begeisterung der Jungs und Mädels im Alter von 6 bis 28 Jahren kennt keine Grenzen, auch wenn nicht jeder Pass gelingt. Dieses Kunststück hat schließlich nicht einmal der portugiesische Weltfußballer Cristiano Ronaldo auf dem Kasten. „Es sind einfach sehr viele Dinge, die mir gefallen. Ich bin stolz auf die Mannschaft“, betont der 16-jährige Leon Lux aus Elchingen. Er hat wie seine Mitspielerin Leonie Lauer (15) aus Holzheim und die anderen Kinder eine geistige Beeinträchtigung. „Leonie freut sich jede Woche auf das Training. Sie hat Fußball immer toll gefunden. Hier herrscht eine breite Akzeptanz. Dieses Projekt ist sehr gut für ihr Selbstbewusstsein“, meint ihre Mutter Jasmin.

Initiator von Team Bananenflanke Ulm ist Andreas Ried, der den Verein im März 2016 mit Stefan Mäck – der erlangte als einsamer Fan mit Trommel bei einem Auswärtsspiel des FV Illertissen bundesweite Aufmerksamkeit – aus der Taufe gehoben hat. „In Regensburg wurde 2012 erstmals so ein Projekt gestartet. Ich war davon begeistert. Dann habe ich Leute zusammengetrommelt und es auch hier umgesetzt“, sagt der Inhaber einer Ulmer Versicherungsagentur. „Es geht auch um die Integration der Kinder.“

Inzwischen gibt es in ganz Deutschland 20 derartiger Vereine. Irgendwann soll sogar eine nationale Meisterschaft ausgetragen werden. Auch ehemalige Bundesligaprofis engagieren sich an den verschiedenen Standorten: Lukas Sinkiewicz ist Trainer in Köln und Frank Wiblishauser betreut die Mannschaft in Memmingen, die übrigens morgen beim Turnier in Senden (siehe Infokasten) antritt. „Du spürst, dass die Menschen riesig Spaß haben und das gibt dir sehr viel wieder zurück“, ergänzt Ried.

Die Eltern honorieren das Engagement im Team Bananenflanke, benannt nach den Fußballkünsten des Ex-Nationalspielers Manfred Kaltz (Hamburger SV). Heidi Lux, Mutter von Leon:  „Hut ab vor Leuten, die sich ehrenamtlich so einbringen. Leon freut sich, dabei zu sein und hat einen neuen Freundeskreis gefunden. Das ganze Drumherum passt.“ Damit spricht sie auch die Weißenhornerin Marina Spielmann an, die Frau für alles Organisatorische. Aktionen wie der Besuch eines Nena-Konzerts in Kempten, die Stippvisite beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin oder das Public Viewing beim WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea in der Ulmer Altstadt stärken das Gemeinschaftsgefühl. Der 15-jährige Jonas Link aus Nersingen: „Ich habe früher auch im Fußballverein gespielt. Die Leute hier sind netter und wir können völlig ohne Druck spielen.“

Turnier beim Sendener Lindenhoffest

Im Rahmen des Lindenhoffestes morgen am Heilpädagogischen Zentrum in Senden bei der Hauptschule findet ein Fußballturnier für Kinder mit geistiger Beeinträchtigung statt, organisiert vom Team Bananenflanke Ulm. Zwischen 13.30 Uhr und 16 Uhr treten vier Mannschaften gegeneinander an. Die sechs Partien werden mit einem Torwart und vier Feldspielern pro Mannschaft auf einem 10 auf 15 Meter großen Soccer-Court mit Rundumbande absolviert. dg

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