Fußball Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Markus Schirmer kommt mit der Empfehlung von sechs Aufstiegen in den letzten acht Jahren nach Burlafingen. Und einer Fußball-Philosophie zwischen Ralf Rangnick und Felix Magath.
Markus Schirmer kommt mit der Empfehlung von sechs Aufstiegen in den letzten acht Jahren nach Burlafingen. Und einer Fußball-Philosophie zwischen Ralf Rangnick und Felix Magath. © Foto: Volkmar Könneke
Burlafingen / Detlef Groninger 18.08.2018

Die Trainer-Vita von Markus Schirmer ist beeindruckend. Der neue sportliche Kommandogeber des Fußball-Bezirksligisten FC Burlafingen ist in den vergangenen acht Jahren mit seinen früheren Klubs sechs Mal aufgestiegen. Bei der neben Fast-Absteiger SV Asselfingen (106 Gegentreffer) Schießbude der vergangenen Spielzeit (96) ist zunächst angesagt, die Schotten wieder dicht zu bekommen. „Mit so vielen Gegentoren fällt es schwer, die Klasse zu halten“, sagt der 52-jährige Schirmer. Er war bislang ausschließlich im bayerischen Bereich als Trainer tätig. Zuletzt sprang er mit dem VfL Großkötz in drei Spielzeiten zwei Mal eine Etage höher.

Allerdings war die Burlafinger 1:6-Pleite im Bezirkspokal beim Kreisliga A/Alb-Klub TSV Albeck ein herber Dämpfer und ein Rückfall in alte Horrorzeiten. „Das war ein Ausrutscher“, besänftigt Interims-Abteilungsleiter Ralf Ebenau die Gemüter. „Wir sind mit der Arbeit von Markus sehr zufrieden. Die Stimmung ist richtig gut in der Mannschaft.“

Schirmer, nach eigener Einschätzung eine Mischung aus „Fußball-Professor“ Ralf Rangnick und Schleifer Felix Magath, hat die Zügel angezogen. So stehen vor jeder Übungseinheit erst einmal 15-minütige Intervallläufe an. „Beim Fußball musst du kurze Strecken schnell absolvieren. Läufe über zehn Kilometer sind Schwachsinn“, betont der Verwaltungsfachwirt der Stadt Lauingen. „Ich kann nur dann etwas konzentriert machen, wenn ich die Kraft dazu habe.“ Jedes Training beginnt also mit „Schwarzbrot“. Erst anschließend kommen die Schmankerl mit taktischen und technischen Übungen.

Das Konzept trifft bei den FCB-Verantwortlichen auf Gegenliebe. „Markus legt großen Wert auf Laufbereitschaft und Fitness. So können wir in der Liga auch die Großen ärgern. Nur im fußballerischen Bereich wirst du gegen Mannschaften wie etwa Türkspor Neu-Ulm oder den FC Blaubeuren keine Sonne sehen“, sagt  Ebenau.

Trainer-B-Lizenz-Inhaber Schirmer baut mit Hochdruck an einer schlagkräftigen Bezirksligatruppe. Wobei sein Hauptaugenmerk auch auf der Integration der immerhin zehn (!) Talente aus dem eigenen A-Junioren-Bereich für die erste Garnitur liegt. „Sie sind für den Verein Gold wert“, schwärmt Schirmer, der als Kicker bei den Junioren des TSV Wasserburg Mitspieler des ehemaligen Zweitliga-Spatzen Maximilian Hauck war.

Schirmer lagen auch Anfragen anderer Vereine vor.  Doch trotz der 29 Kilometer Fahrtstrecke von seinem Wohnort Rettenbach entschied er sich für den FC Burlafingen. „Es waren Angebote von Vereinen dabei, die ziemlich mit Geld operieren. Das ist aber nicht mit meiner Philosophie vereinbar. Der Sport sollte im Vordergrund stehen.“

Heimdebüt gegen Tiefenbach

Am Sonntag (15 Uhr) feiert Trainer Markus Schirmer sein Heimdebüt beim FC Burlafingen in einem Pflichtspiel. Zu Gast ist der SV Tiefenbach. Sein erstes Punktspiel (1:2 beim SC Staig) hat der Bezirksliga-14. der vergangenen Saison verloren.

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